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VfL Wolfsburg : Martin Schmidt wirft hin

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Geht nach nur fünf Monaten beim VfL: Martin Schmidt. Bild: dpa

In fünf Monaten gelingen Martin Schmidt mit dem VfL Wolfsburg nur fünf Siege. Nun tritt der Schweizer zurück. Die abstiegsbedrohten Niedersachsen müssen zum zweiten Mal in dieser Saison einen neuen Trainer suchen.

          Von seiner bewundernswert positiven Art war nicht mehr viel geblieben. Der Glaube des Martin Schmidt, Profis nach Belieben taktisch weiterentwickeln zu können, hat beim VfL Wolfsburg einen starken Schaden erlitten. „Wir konnten ihn nicht von seiner Entscheidung abbringen“, sagte Sportdirektor Olaf Rebbe zu der Tatsache, dass Schmidt nicht mehr der Cheftrainer der Niedersachsen sein möchte. Nach nur fünf Monaten endet das Engagement des Schweizers bei dem Fußball-Bundesligaklub – nach Darstellung des Vereins auf dessen Wunsch hin. Der 50 Jahre alte Schmidt macht den Weg frei für einen neuen Impuls. Nach 19 Erstligapartien unter seiner Regie, von denen nur drei gewonnen wurden, schwebt der VfL Wolfsburg in akuter Abstiegsgefahr.

          Proteste der Fans, Abrutschen in der Tabelle, Rückschritte in der sportlichen Entwicklung: Was Schmidt in Wolfsburg scheitern ließ, ist eine höchst sonderbare Gemengelage. Als Nachfolger des Niederländers Andries Jonker versuchte er beharrlich, einer auf Ballbesitz getrimmten Mannschaft das Umschaltspiel beizubringen. Das dafür nötige Personal war nach diversen Umschichtungen wegen einer Serie von Verletzungen aber kaum verfügbar.

          Schmidt wirkte zuletzt genervt. Das Spiel des VfL am Freitag (20.30 Uhr) beim FSV Mainz 05, seinem früheren Verein, war als Lackmustest für die weitere Zusammenarbeit eingestuft worden. Das verneinte Schmidt natürlich und wollte seiner Aufgabe trotz des Drucks und der Kritik weiter gerecht werden. Dies war die offizielle Version eines angeschlagenen Trainers, der nicht mehr mochte. Dass die Chemie nicht mehr stimmte, war schon rund um das jüngste 1:2 der Wolfsburger im Heimspiel gegen den FC Bayern München deutlich geworden. Es war die 100. Bundesligapartie in der Vita von Schmidt. „Die Fans haben seit zweieinhalb Monaten kein gescheites Spiel mehr gesehen“, sagte Hans-Gerd Bode. Er ist der Kommunikationschef des Volkswagen-Konzerns und als Vertreter des VfL-Geldgebers im Aufsichtsrat des Vereins vertreten.

          Aus der erhofften Weiterentwicklung der Mannschaft ist Stagnation geworden, die ab sofort vor allem der Sportdirektor zu verantworten hat. Mit Rebbe unternimmt der VfL Wolfsburg weiterhin den Versuch, ein Vakuum in der sportlichen Leitung zu schließen, das Ende 2016 mit der Entlassung von Klaus Allofs entstanden war. Eine Neusortierung der Geschäftsführung mit der Aussicht auf mehr Fußball-Sachverstand ist bisher nicht gelungen.

          Wer die Mannschaft künftig trainiert und formt, soll sich kurzfristig entscheiden. Jens Keller (zuletzt Union Berlin) und Hannes Wolf (zuletzt VfB Stuttgart) werden unter anderem als mögliche Nachfolger gehandelt. Die Entscheidungshoheit über das weitere Vorgehen liegt bei Rebbe, der vehement bestreitet, in der Vorwoche seinen eigenen Rücktritt angeboten zu haben.

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