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Gomez’ Ärger mit Videobeweis : „Das ist einfach so ein Bullshit“

  • Aktualisiert am

Schiedsrichter Patrick Ittrich erklärt Mario Gomez (rechts), warum sein Tor wieder aberkannt wurde. Bild: dpa

Mario Gomez erzielte fünf Tore in den letzten drei Stuttgarter Spielen in der zweiten Bundesliga. Doch alle wurden nach Ansicht der Videobilder wegen Abseits aberkannt. Nun redet sich der Stürmer in Rage – und bekommt eine Einladung vom DFB.

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          Mario Gomez hatte die Nase gestrichen voll. „Bullshit“, „Wahnsinn“, „Witz“ – der „bescheuerte“ Videobeweis brachte den Stürmer von Fußball-Zweitligaverein VfB Stuttgart auf die Palme. Schon wieder! Gomez muss sich langsam vorkommen wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ – und das nervt ihn gewaltig.

          2. Bundesliga

          „Das ist einfach so ein Bullshit“, schimpfte der 34-Jährige bei Sky, nachdem sein vermeintlicher Siegtreffer (66.) bei Darmstadt 98 am Montagabend aberkannt worden war. Wieder war es eine Millimeter-Entscheidung, wieder fiel sie zuungunsten von Gomez aus: Der ehemalige deutsche Nationalspieler verzweifelt nach seinem fünften (!) Abseitstreffer binnen drei Spielen am VAR.

          „Vielleicht ist das jetzt die Quittung der Schiedsrichter, die da im Keller sitzen, dafür, dass ich ihnen 20 Jahre auf dem Platz auf die Eier gegangen bin“, mutmaßte Gomez nach dem 1:1 (1:1), das für die Schwaben im Aufstiegsrennen zu wenig war. Relegationsplatz drei, punktgleich mit dem Zweiten Hamburger SV, aber vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer Arminia Bielefeld – das genügt den hohen Ansprüchen nicht.

          Kein Wunder, dass Gomez auf 180 war. Die Fans kämen ins Stadion, „weil sie Tore sehen wollen“, schimpfte er. Es sei deshalb nicht sinnvoll, „wenn wir jetzt immer wegen zwei Zentimetern zurückpfeifen – und so wie ich das sehe, waren es nicht mal zwei. Das ist ein Witz!“ Bei besagter Szene hatte er sein rechts Knie hauchdünn vor der angezeigten Abseitslinie. Dass diese mit dem Lineal gezogen werde, sei „ein Wahnsinn“, schimpfte Gomez.

          Die Schiedsrichter-Assistenten stünden wegen des „bescheuerten Videobeweises“ massiv unter Druck, im Zweifel jede verdächtige Szene überprüfen zu lassen, ergänzte er und schloss: „Ich bin froh, dass es für mich nicht mehr fünf Jahre geht, weil das so keinen Spaß macht!“ Wann der 78-malige Nationalspieler (31 Tore) seine Karriere beendet, ist noch offen, sein Vertrag beim VfB läuft im Sommer aus.

          Tore von Gomez waren zuletzt bei der Niederlage in Sandhausen (1:2/drei) und gegen den 1. FC Nürnberg (3:1/eines) nach Videobeweis zurückgepfiffen worden. Statt sieben kommt er deshalb auf „nur“ zwei Saisontreffer. In Darmstadt traf der VfB zudem durch Philipp Förster (78.) zum elften Mal in dieser Spielzeit Aluminium. Nach der 98-Führung durch Tobias Kempe (20.) zählte nur der Ausgleich von Borna Sosa (45.). Immerhin: Nach zuletzt drei Auswärtsniederlagen in der Liga punktete der VfB mal wieder auf fremdem Platz. Gomez konnte dies freilich nicht trösten.

          Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) reagierte umgehend auf die Kritik. Gomez darf sich nach seinem Rundumschlag gegen Videoassistenten selbst im Kölner Keller umschauen. „Wir haben bei uns heute Morgen spontan gesagt: Wir laden Mario Gomez gerne ein, wenn er Interesse hat. Er kann gerne mal zu uns ins Video-Assist-Center kommen und sich das Ganze mal anschauen“, sagte Jochen Drees, Projektleiter Videobeweis beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können ihm gerne erklären, wie der Video-Assistent und die kalibrierte Linie funktionieren. Er kann sich auch selbst mal an eine Arbeitsstation setzen und Abseitssituationen bewerten. Er ist herzlich willkommen!“

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