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Rückkehr nach Dortmund : Die Reue des Mario Götze

  • -Aktualisiert am

Mario Götze wird nach drei Jahren Pause wieder das Trikot von Borussia Dortmund tragen. Bild: dapd

Das Missverständnis Mario Götze und FC Bayern ist beendet. Mario Götze kehrt nach Dortmund zurück. Offen spricht der Weltmeister über seine Entscheidung, 2013 nach München zu gehen.

          Die eine Rückkehr war plötzlich nicht mehr so wichtig. Der Besuch des ehemaligen Trainers des FC Bayern und die Begegnung Pep Guardiolas mit seinem Nachfolger in München, Carlo Ancelotti, gerieten zur Nebensache. Denn es gab noch eine andere Rückkehr, die von Mario Götze zu Borussia Dortmund. Die Transferverhandlungen hatten am Mittwoch, kurz vor dem Testspiel zwischen Manchester City und den Bayern, die finale Phase erreicht. Der Münchner Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatte angekündigt, am nächsten Tag „könnte der Gordische Knoten zerschlagen werden“.

          Keine 16 Stunden später bestätigten die beiden Vereine den Wechsel. „Ich denke, der Transfer ist für alle Seiten eine gute Lösung“, ließ Rummenigge verlauten. Der Bayern-Boss hatte Götze am Ende der vergangenen Saison unmissverständlich nahe gelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. Für seinen Dortmunder Kollegen Hans-Joachim Watzke ging mit der Verpflichtung ein großer Wunsch in Erfüllung. „Ich habe seit seinem Weggang im Jahr 2013 immer gehofft, dass er eines Tages zu uns zurückkehren wird“, sagte er. BVB-Sportdirektor Michael Zorc, der sich mit der Mannschaft auf einem PR-Trip in China befindet, sprach von „mehreren Wechsel-Optionen“ für Götze. Aber er habe sich „bewusst für den sicher nicht leichten Weg entschieden, zu seinem Heimatklub zurückzukehren“.



          Es war wie so oft bei Transfers nur noch ums Geld gegangen. Die Bayern forderten eine höhere Ablösesumme, als die Dortmunder bereit waren zu zahlen. Weil aber die Münchner kein großes Interesse daran hatten, den 24 Jahre alten Offensivspieler noch weiter zu beschäftigen, der BVB hingegen den verlorenen Sohn liebend gerne wieder aufnehmen wollte, standen die Chancen für eine Einigung ganz gut. Die Bayern sollen eine Basisablöse von 26 Millionen Euro kassieren für Götze, der in Dortmund einen Vierjahresvertrag erhalten wird. Nach seiner Rückkehr aus seinem Amerika-Urlaub muss er nun in den kommenden Tagen nur noch den Medizincheck hinter sich bringen.

          Götze war vor drei Jahren von Dortmund nach München gewechselt, „eine bewusste Entscheidung, hinter der ich mich heute nicht verstecken will“, wie er auf der Internetseite des BVB zitiert wird. Aber mit der Erfahrung, dass er sich nicht weiterentwickelte unter Guardiola, seinem Wunschtrainer, betrachtet er den damaligen Entschluss nun mit etwas anderen Augen: „Ich kann gut verstehen, dass viele Fans meine Entscheidung nicht nachvollziehen konnten. Ich würde sie so heute auch nicht mehr treffen!“

          Alte Kollegen wieder vereint: schon im Meisterjahr 2012 sorgten Mario Götze (rechts) und Marco Reus für großen Jubel bei Borussia Dortmund. Bilderstrecke

          Die Bekanntgabe seines Wechsels hatte damals im Netz einen Shitstorm der schwarz-gelben Anhänger ausgelöst. Zudem war Götze in den letzten Wochen seines Dortmund-Engagement beschimpft und ausgepfiffen worden. Eine ähnlich harsche Reaktion der Bayern-Fans muss er nun bei seinem Weg zurück jedoch nicht befürchten. Der gebürtige Allgäuer war trotz seiner bayerischen Wurzeln nie so richtig in den Herzen der Münchner angekommen.

          Dass ausgerechnet Guardiola in München weilte, während Götzes Abschied finalisiert wurde, war Zufall. Er hatte dann auch mehr zu dem Spieler, den er drei Jahre trainierte, zu sagen, als Ancelotti. Der Italiener kennt den deutschen Final-Torschützen der WM 2014 nur aus einem Telefonat und ein paar Begegnungen in der Champions League. Er schien sich seit seinem Dienstantritt in München vor einer gute Woche auch gar nicht mehr mit Götze beschäftigt zu haben. Ancelotti wünschte ihm deshalb nur etwas kühl „viel Glück und eine gute Saison“. Die Beurteilung des Spielers überließ er Guardiola: „Er ist ein guter Mensch und ein genauso guter Spieler. Aber wir hatten sieben Stürmer. Das war nicht einfach für mich, das war nicht einfach für Mario.“ Nette Worte zum Abschied. Aber tatsächlich war die Liaison FC Bayern und Götze ein Missverständnis.

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