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Neuzugang bei Mainz 05 : Ingvartsen zurück auf die alte Position

  • -Aktualisiert am

Tausche rotes Trikot gegen rotes Trikot: Marcus Ingvartsen (rechts) kam von Union Berlin zu Mainz 05. Bild: dpa

Marcus Ingvartsen soll in Mainz wieder Stürmer spielen. Bei Union Berlin wurde er noch auf einer anderen Position eingesetzt. Als Linksfuß bringt der dänische Neuzugang neue Elemente ein.

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          Weder war es eine Verpflichtung auf den letzten Drücker, noch eine, die nur durch den Verkauf eines wichtigen Spielers möglich wurde. Und es war eine, mit der sie beim FSV Mainz 05 nicht rechnen konnten, „weil er bei seinem bisherigen Verein gesetzt war“, wie Bo Svensson sagt. Umso mehr freut sich der Trainer darauf, in der kommenden Woche seinen Landsmann Marcus Ingvartsen am Bruchweg zu begrüßen. Der weilt noch bei der dänischen Nationalmannschaft, doch im Anschluss an die Spiele auf den Färöern und gegen Israel wird er zum Mainzer Kader stoßen.

          Bundesliga

          „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Svensson und meint damit die Transferpolitik der Rheinhessen in diesem Sommer im Allgemeinen („Ich habe die Spieler und Charaktere bekommen, die ich für wichtig hielt“) als auch den letzten Zugang im Besonderen. Wenige Tage vor dem Ende der Wechselperiode hatte er seinen Wunsch nach einem zusätzlichen Stürmer noch einmal bekräftigt, aber mit dem Hinweis versehen, einem solchen Einkauf werde keine Alibifunktion zukommen. L’art pour l’art, das war klar, würde die Mannschaft nicht weiterbringen. Ingvartsen hingegen wird es, davon zeigt sich Svensson im Gespräch mit der F.A.Z. überzeugt.

          Tatsächlich spricht vieles dafür, dass der 25-Jährige den Mainzern ohne lange Anlaufzeit helfen kann. Ingvartsen kommt nicht aus einer Reservistenrolle mit wenig Spielpraxis oder einer tiefer angesiedelten Liga, sondern blickt auf 60 Bundesligaeinsätze für Union Berlin als Stammkraft in den vergangenen zwei Jahren zurück. In der aktuellen Saison wirkte er in zwei Bundesligaspielen mit. Sprich: Um die körperliche Verfassung müssen sich die 05-Verantwortlichen genauso wenig sorgen, wie sie sich darum kümmern müssen, den neuen Mann an die Liga heranzuführen.

          Szalai positiv auf Corona getestet

          Nicht irritieren lassen sollten sich mögliche Ingvartsen-Experten von dessen bisheriger Position. In Berlin nämlich war der Däne für eine defensivere Position vorgesehen, kam vornehmlich als Achter zum Einsatz. „Wenn ich ihn ebenfalls so sähe, wäre aus dem Wechsel wahrscheinlich nichts geworden“, sagt Bo Svensson, der aber aus früheren Jahren um Ingvartsens Qualitäten als Stürmer weiß: Für den dänischen Erstligaklub FC Nordsjælland hatte der Neu-Mainzer in 74 Ligaspielen 30-mal getroffen. Trainer war der ehemalige 05-Coach Kasper Hjulmand.

          Insofern gestalteten sich die Gespräche der Rheinhessen mit dem Spieler wesentlich einfacher als vermutet. Svensson wollte Ingvartsen als Stürmer, „und Marcus wollte zurück auf die Position, für die er ausgebildet wurde“. Mit Union Berlin verständigten die 05er sich zunächst auf ein Leihgeschäft bis Saisonende, laut Kicker für einen Betrag von 600.000 Euro. Damit verknüpft ist eine Kaufverpflichtung: Sollten die Mainzer die Klasse halten, müssen sie Ingvartsen für weitere 2,3 Millionen fest übernehmen – oder dürfen, je nach Sichtweise und Bilanz am Saisonende.

          Dass es riskant gewesen wäre, mit nur drei gelernten Angreifern durch die Saison zu gehen, hatte Svensson nicht verhehlt. Im Neuzugang aber sieht er mehr als nur einen vierten Mann neben Jonathan Burkardt, Karim Onisiwo und Ádám Szalai, der bei der ungarischen Nationalmannschaft positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Ingvartsen bringe neue Elemente ein. „Erst mal ist er ein Linksfuß. Den hatten wir bislang nicht im Sturm.“ Zudem handele es sich um einen offensiven Allrounder. „Er kann mit dem Rücken zum Tor spielen, hat ein hohes Spielverständnis und weiß, wie er sich in den richtigen Räumen bewegen muss“, sagt Svensson.

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