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0:1 gegen Dortmund : Gladbach scheitert an Bürki – und sich selbst

  • -Aktualisiert am

Weder Nico Elvedi (links), noch Raul Bobadilla können den Dortmunder Schlussmann Roman Bürki überwinden. Bild: Reuters

Ein wunderschönes Tor reicht Dortmund zum Sieg gegen Gladbach und Peter Stöger zu einem neuen Rekord. Für die drei Punkte darf sich Dortmund aber nicht nur bei Torschütze Reus und Keeper Roman Bürki bedanken.

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          Nach der Platzbesichtigung hatte der Schiedsrichter für den Rasen nur ein Kopfschütteln übrig. Der Boden im Borussia-Park war in einem miserablen Zustand. Das Grün glich einem Flickenteppich voller Unebenheiten und Löcher. Diesen Boden zu beackern und drauf Halt zu finden, wurde gerade für technisch versierte Spieler, die von der Präzision leben, zu einer besonderen Herausforderung. „Die ersten zwanzig Minuten waren ein bisschen wie Eiskunstlaufen“, sagte der Dortmunder Mittelfeldstratege Mario Götze nach dem 1:0 des BVB in Mönchengladbach. Für Peter Stöger bedeutet der aus Dortmunder Sicht glückliche Auswärtssieg einen Vereinsrekord. Der Österreicher ist der erste Fußball-Lehrer, der die ersten acht Bundesligaspiele als BVB-Trainer ohne Niederlage überstanden hat (fünf Siege und drei Unentschieden).

          Bundesliga

          Dank des Treffers von Marco Reus aus der 32. Minute, seinem ersten seit Mai 2017, rückte Dortmund fürs erste auf den zweiten Tabellenplatz vor. „Es war ein schwer erarbeiteter Sieg für uns“, sagte Stöger. Nach einer zufriedenstellenden ersten Halbzeit habe seine Mannschaft im zweiten Durchgang „kaum noch ins Spiel gefunden, da hätte ich mir mehr Gegenwehr gewünscht, die Gladbacher haben auf einer katastrophalen Wiese gut gespielt, Wir haben mit einem außergewöhnlichen Tor und einem sehr guten Torhüter das Spiel über die Zeit gebracht.“ Gladbach befindet sich im Krisenmodus. Die Rheinländer verloren zum vierten Mal in Serie, ohne ein Tor geschossen zu haben. Ihr Unvermögen im Abschluss nimmt allmählich dramatische Züge an. „Wir haben in der zweiten Hälfte alles abgerufen, was man braucht, um erfolgreich zu sein, aber wir sind nicht erfolgreich gewesen“, sagte der Gladbacher Trainer Dieter Hecking. Seine Mannschaft habe im Abschluss „zu überhastet“ gehandelt.

          Mitten in der Saison erlebte das Publikum eine Dortmunder Premiere, die lange auf sich hatte warten lassen. Zum ersten Mal überhaupt standen Marco Reus, Mario Götze und André Schürrle gemeinsam in der Startelf des BVB. Reus und Schürrle besetzten die Flügel, Götze hatte seinen Wirkungskreis im zentralen Mittelfeld. Zuletzt war er nicht gerade amüsiert darüber gewesen, dass er im Europapokal gegen Atalanta Bergamo zunächst auf der Bank gesessen hatte. Nach seiner Einwechslung in der zweiten Hälfte riss er das Spiel jedoch an sich und glänzte als Vorbereiter zweier Tore. In Mönchengladbach knüpfte er an diese Leistung an, nach leichten Anlaufschwierigkeiten, die dem unwegsamen Geläuf geschuldet waren. Mitte der ersten Hälfte blieb Götze im Rasen hängen und wechselte die Schuhe. Ein paar Minuten später leitete er das Führungstor ein. Götze spielte den Ball aus dem Zentrum nach links zu Schürrle, der Flügelmann wechselte die Seite und fand in Reus einen zielsicheren Abnehmer, der die Kugel akkurat unter die Latte beförderte. „Wenn wir zu dritt auf dem Platz stehen, ist es gut für uns als Mannschaft“, sagte Götze.

          Schon vor dem Spiel sorgte der schlechte Zustand des Rasens im Borussiapark für Gesprächsstoff. Bilderstrecke

          Die Gladbacher dagegen bestätigten eine Schwäche, die ihnen schon länger Sorgen bereitet. Wieder wussten sie vielversprechende Chancen nicht zu nutzen. In der Anfangsphase scheiterte Lars Stindl an BVB-Torhüter Roman Bürki (13.). später kam der überraschend von Anfang an aufgebotene Stürmer Raúl Bobadilla einen Schritt zu spät und traf Bürki, nicht aber den Ball. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs verpasste Thorgan Hazard trotz freier Schussbahn die bis dahin beste Chance der Heimelf.

          Nach der Pause verstärkten die Gladbacher ihren Druck. Aber Bürki warf sich ihm beherzt in den Weg und verhinderte gegen Stindl und Bobadilla (55.) den Ausgleich, ehe Sokratis ihm zu Hilfe kam und den Ball vor der Linie abwehrte. Für die anfangs gefälligen Dortmunder wurde die Partie nun zur Abwehrschlacht; Bürki geriet immer stärker in den Brennpunkt, wusste sich aber auch gegen Stindl (64,) Elvedi (70.) und Bobadilla (76.) als Rückhalt zu profilieren.

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