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3:2 bei Hertha BSC : Welch ein Dortmunder Knaller

All das Glück muss raus! Marco Reus und Jadon Sancho jubeln über den Siegtreffer in der Nachspielzeit. Bild: Jan Huebner

Zweimal einen Rückstand aufgeholt, und in der Nachspielzeit den Sieg perfekt gemacht. Der BVB ist wieder Tabellenführer, sollte aber dringend seinen Chancenwucher abstellen.

          Nachdem Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende nach 161 Tagen die Tabellenführung an den FC Bayern verloren hatte, die Münchner aber wenige Tage später in ihrem Spiel des Jahres im Achtelfinale der Champions League vom FC Liverpool ihren Grenzen aufgezeigt bekamen, witterte der BVB plötzlich seine Chance, das Momentum in dieser Saison noch einmal zu drehen. Mit einem Erfolg bei Hertha BSC wollte der BVB ein neues Zeichen im Meisterschaftskampf setzen. Sportdirektor Zorc hatte jedenfalls schon vor der Partie in ungewohnt forschen Tönen die Richtung vorgegeben: „Wir wollen alles versuchen, um deutscher Meister zu werden.“

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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Als es auf dem Platz dann wirklich für Dortmund zählte, folgten den Worten auch Taten. Und was für welche. In einem rassigen und rasanten Duell siegte die Borussia durch ein Tor in der Nachspielzeit von Kapitän Reus 3:2. Die Dortmunder hatte zuvor schon einen zweimaligen Rückstand durch Kalou (4. und 35. Minute, Handelfmeter) durch Tore von Delaney (14.) und Zagadou (47.) ausgeglichen.

          Der BVB bot in Berlin die mit Abstand beste Leistung der Rückrunde, kam zu über zwei Dutzend Torschüssen und erinnerte wieder an seine besten Zeiten im Herbst. Die Entscheidung fiel in einer turbulenten Schlussphase, als die Berliner die letzten Minuten in Unterzahl überstehen mussten, nachdem Torunarigha (86.) die Gelb-Rote-Karte gesehen hatte. In der Nachspielzeit flog dann auch noch Ibisevic vom Platz, der Torwart Bürki den Ball an den Kopf geworfen hatte. Die Dortmunder und ihre Fans feierten diesen Sieg in Berlin, der sie zumindest für eine Nacht wieder an die Tabellenspitze brachte, wie einen Meilenstein.

          Dortmund steht früh im Berliner Regen

          Nach vier Minuten war es mit der Hoffnung und den guten Vorsätzen des BVB aber erst einmal vorbei. Die Hertha führte 1:0 durch Kalou. Mittelstädt hatte von der Strafraumgrenze geschossen, den nicht allzu gefährlichen Schuss ließ Torwart Bürki nach vorne abprallen – und der Berliner Torjäger war nach diesem Fehler zur Stelle. Die Führung passte der Hertha taktisch bestens ins Konzept. Das Team von Trainer Dardai konnte nun noch stärker auf seine defensive Qualität und Konterstärke setzen. Der BVB wehrte sich – und spielte trotz des Rückstands schneller und zielstrebiger als zuletzt bei seinen Auswärtsspielen. In der 13. Minute setzte Bruun Larsen mit einem schönen Schuss ein erstes Zeichen, nur eine Minute später gelang dem BVB der Ausgleich. Nach einem Fehlpass von Lazaro in der eigenen Hälfte eröffnete sich für Delaney plötzlich ganz viel Raum – mit viel Energie stürmte Delaney in den Strafraum und mit Glück landete sein Schuss, abgefälscht von Rekik zum 1:1 im Tor.

          Ausgelassener Jubel: Kann der BVB die Meisterschaft spannend halten?

          Dortmund war danach der Führung näher als die Hertha, vor allem nach einem Konter über Brunn Larsen, dessen Schuss Jarstein abwehren konnte (22.). Die Hertha jedoch ging wieder wie aus dem Nichts in Führung. Nach einer Flanke im Strafraum, reißt Weigl im Strafraum reflexartig den Arm nach oben, offenbar um zu verhindern, dass der Ball in seinem Gesicht landet. Das verhindert er – auf Kosten eines Elfmeters, den Kalou (35.) souverän zur 2:1-Führung nutzt. Der Treffer zeigt nicht lange Wirkung. Sancho hat schon kurz darauf die Chance zum Ausgleich, doch Jarstein kann den Ball abermals abwehren (42.).

          Unmittelbar nach der Pause gelang der Borussia dann aber das 2:2. Zagadou traf mit einem Kopfball zum verdienten Ausgleich nach einer Ecke. In den nächsten drei Minuten hatte der BVB zwei Möglichkeiten, in Führung zu gehen, aber zweimal landete der Ball am Außennetz. Die Dortmunder-Führung lag in der Luft, aber das mutige, offensive Spiel des BVB bot auch Konterchancen. Grujic traf bei der ersten Gelegenheit den Pfosten (57.), bei der zweiten kam Duda elfmeterreif zur Fall (59.) – und im Gegenzug vergab Sancho freistehend und überhastet die Dortmunder 3:2-Führung in einer packenden und hochklassigen Partie, wie es sie im Olympiastadion schon lange nicht mehr gegeben hat. In der 88. Minute, der BVB war schon in Überzahl, traf Delaney nur krachend die Latte. Aber der BVB ließ sich nicht entmutigen und traf schließlich durch Reus in der Nachspielzeit zum umjubelten 3:2-Siegtreffer.

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