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BVB verliert in Augsburg : „Solche Fehler dürfen uns einfach nicht passieren“

  • Aktualisiert am

Dortmunds Kapitön Marco Reus (rechts) und dessen Mitspieler Axel Witsel nach der Niederlage des BVB gegen den FC Augsburg Bild: AFP

Nach der Niederlage in Augsburg stehen Borussia Dortmund unruhige Tage bevor – denn schon am Dienstag droht der nächste Rückschlag. Das sorgt nicht nur bei den Spielern für deutliche Kritik an der eigenen Leistung.

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          Die Rückkehr auf den Platz hatte sich Marco Reus sicherlich anders vorgestellt. „Solche Fehler dürfen uns einfach nicht passieren“, haderte der jüngst verletzt ausgefallene Nationalspieler nach der Niederlage Borussia Dortmunds gegen den FC Augsburg. Trotz spielerischer Überlegenheit musste sich der BVB am Freitagabend dem Tabellenfünfzehnten mit 2:1 (1:0) geschlagen geben und bietet dem FC Bayern im Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach (um 18.30 Uhr live im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga) nun die Chance, am Samstagabend nach Punkten mit den Westfalen gleichzuziehen.

          Bundesliga

          Dabei hatten die Dortmunder durchaus Gelegenheiten mit drei Punkten aus der Fuggerstadt zurückzukehren und den Meister aus München somit weiter auf Abstand zu halten. „Dass wir verloren haben – diesen Schuh müssen wir uns heute selber anziehen“, sagte Reus nach Abpfiff bei „Eurosport“: „Wir haben genug Torchancen, um die Tore zu machen.“

          Doch nicht nur in der Offensive präsentierte sich der BVB, dessen Anschlusstreffer durch Paco Alcacer in der 75. Minute zu spät kam, nachlässig. Besonders die Abwehrleistung veranlasste Kapitän Reus zu deutlicher Kritik: „Wir schießen uns die Tore selber rein durch zwei individuelle Fehler, so leichtfertig dürfen wir die Bälle nicht verspielen.“ Vor den beiden Gegentoren durch den ehemaligen Dortmunder Dong-Won Ji (24./68.) hatten die jungen Verteidiger  Dan-Axel Zagadou (19) und Achraf Hakimi (20) gepatzt.

          „Das war eines Tabellenführers nicht würdig“

          Ähnlich deutliche Worte fand der Dortmunder Schlussmann Roman Bürki: „Ich muss mich während des Spiels wirklich beherrschen, einem Spieler nicht den Kopf herunter zu reißen. Ich habe freilich auch meine Fehler gemacht, doch so etwas darf uns nicht passieren. Das ärgert mich einfach ungemein. Das war zu wenig und ist eines Tabellenführers nicht würdig“

          Etwas zurückhaltender äußerte sich Dortmunds Trainer Lucien Favre zum Spiel. „Die Niederlage müssen wir verdauen“, sagte der Schweizer, fand das Spiel seiner Mannschaft aber dennoch „okay“. Auch Sportdirektor Michael Zorc wollte den Finger zumindest öffentlich nicht in die Wunde legen. „Sehr enttäuscht“ war auch er, aber mehr als eine allgemein gehaltene, nur einminütige Stellungnahme ließ er sich nicht entlocken.

          BVB-Berater und Eurosport-Experte Matthias Sammer wurde dagegen deutlicher: „Die sind unreif, einfach unreif“, kritisierte Sammer die Abwehr (Durchschnittsalter 21). Das Spiel sei nicht sportlich entschieden worden sondern im Kopf, befand der frühere Nationalspieler. „Mit 19 kannst du kein Champion sein“, so Sammer. Gerade gegen vermeintlich schwächere Teams spiele Dortmund „nicht wie Champions, sondern wie eine Durchschnittsmannschaft.“

          Nur ein Sieg aus den letzten sieben Pflichtspielen und am Dienstag droht nach dem Pokal-Aus im Duell mit Tottenham Hotspur auch das Ausscheiden in der Champions League (Hinspiel 0:3). „Das ist eine Phase, die wir schleunigst abstellen müssen“, sagte Reus, „sonst wird es hinten raus sehr, sehr eng.“

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