https://www.faz.net/-gtm-86b0v

Rudi Völlers Kritik : Marcell Jansen wehrt sich

  • Aktualisiert am

Nur die Ruhe: Marcell Jansen erwidert gelassen die Angriffe von Rudi Völler Bild: dpa

Rudi Völler wirft dem Fußball-„Frührentner“ Marcell Jansen im ZDF-Sportstudio vor, den Fußball nie geliebt zu haben. Der ehemalige Profi, der kürzlich seine Karriere beendet hat, antwortet über soziale Medien.

          1 Min.

          Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler hat den ehemaligen Nationalspieler Marcell Jansen für sein frühes Karriereende heftig angegriffen. „Wer sowas macht, hat den Fußball nie geliebt“, sagte Völler am Samstagabend im ZDF-„Sportstudio“. Jansen hatte seine Profilaufbahn am Ende der Vorsaison mit 29 Jahren beendet, nachdem er beim Hamburger SV keinen neuen Vertrag mehr erhalten hatte. „Wenn einer so früh aufhört, ohne verletzt zu sein, das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Sportinvaliden oder für jeden Jugendlichen, der immer noch Fußballprofi werden will“, erklärte Völler seine Kritik.

          Jansen widersprach dem Weltmeister von 1990. Seine Entscheidung habe nichts mit dem Aus beim HSV zu tun gehabt. „Die Angebote waren da“, sagte Jansen. Völlers Signal sei falsch. Man dürfe Spielern nicht dazu raten, „irgendwas zu machen, von dem sie nicht überzeugt sind“, sagte Jansen.

          Der frühere Profi von Borussia Mönchengladbach und Bayern München betonte, er habe sich nicht gegen den Fußball an sich, sondern gegen das Geschäftsmodell des Fußballs entschieden. „Ich liebe den Fußball, ich werde ihn immer lieben“, versicherte Jansen. Er wolle auch weiter mit Freunden kicken und als Fan den Fußball verfolgen.

          „Dennoch kann ich sagen, dass mein Leben schon vor meiner Karriere als Profi mindestens genau so lebenswert war“, bekräftigte Jansen am Sonntag auf seiner Facebook-Seite. Der von ihm geliebte Fußball werde überall gespielt, auch auf Straßen und in der Kreisliga. „Nach 12 Jahren Berufsfußballer, möchte ich nun mein Hobby wieder zurück! Darauf freue ich mich“, schrieb Jansen.

          Seine berufliche Zukunft sei noch nicht geklärt. „Ich versuche gerade meinen Weg zu finden“, sagte Jansen im „Sportstudio“. Dazu werde er sich die kommenden Monate Zeit nehmen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Handelsstrategie der EU : Wie sich Europa abschottet

          Die EU gibt gerne den letzten aufrechten Verfechter des Freihandels. Tatsächlich aber schottet sie ihre Märkte ebenso ab wie die Amerikaner oder die Brasilianer. Welche absurden Blüten das treibt, zeigt der Stahlmarkt.
          Klug gewählte Metapher: Auf jeder deutschen Notbremse steht „Missbrauch strafbar“.

          Corona-Notbremse : Es brennt

          Unheilspropheten sehen in der geplanten bundesweiten Notbremse einen Anschlag auf die Demokratie. Dabei ist sie kein Putschgesetz, sondern ein pragmatisches Instrument. Jeder Tag zählt.
          Die ehemalige „taz“-Kolumnistin, Netz-Aktivistin und Autorin Kübra Gümüşay

          Kolumne „Import Export“ : Wer ist Kübra Gümüşay?

          Kübra Gümüşay gehört zu den Übersetzerinnen des Gedichts von Amanda Gorman. Sie ist eine Aktivistin und politische Autorin, die sich Antirassismus und Feminismus auf die Fahnen schreibt. Aber für was steht sie wirklich?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.