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Marcel Risse im Gespräch : „Man muss nicht immer der Lauteste sein“

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„Nicht alles an die große Glocke”: Marcel Risse Bild: dpa

Der 21 Jahre alte Marcel Risse ist einer der Gewinner der jungen Saison bei Mainz 05. Im Interview spricht er vor dem Spiel gegen Schalke 04 (15.30 Uhr) über seinen ruhigen Charakter und das Wiedersehen mit Holtby und Fuchs.

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          Marcel Risse hat schon viel erreicht in seiner Karriere. Der 21-Jährige hat mit den A-Junioren Bayer Leverkusen die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal gewonnen. Mit der U19 wurde er Europameister. Bei seiner dritten Profistation in Mainz steht der Offensivspieler nach bislang 50 Bundesligaspielen vor einer entscheidenden Saison auf dem Weg zum Leistungsträger.

          Anders als viele andere junge Spieler sind Sie im Internet nur wenig präsent. Sie haben keine eigene Homepage und Sie twittern nicht. Sind Sie eher ein ruhiger Vertreter der jungen Generation?

          Ich bin aber bei Facebook schon ein wenig aktiv, auch schon seit längerer Zeit. Da schreibe ich dann auch mit Fans und so. Aber eine eigene Fanpage habe ich tatsächlich nicht.

          In dieser Hinsicht wollten Sie sich also nicht mit Lewis Holtby, ihrem ehemaligen Teamkollegen und Gegner vom Sonntag, messen?

          Nein, im Verhältnis dazu möchte ich schon eher ein bisschen für mich sein. So viel will ich gar nicht preisgeben.

          Haben Sie sich diese Gelassenheit für den Profifußball angeeignet oder ist das Ihr Wesen?

          Ich wurde von meinen Eltern so erzogen, dass ich nicht derjenige bin, der immer am lautesten herumschreit. Das ist auch nicht mein Naturell, dass ich alles an die große Glocke hänge. Ich mache alles eher etwas ruhiger.

          Solche Eigenschaften scheinen auf den ersten Blick nicht unbedingt geeignet für den Profifußball, wo es mit Ellbogen zur Sache geht. Kann man es also doch auch auf die leise Art schaffen?

          Man muss sich sicher in gewissen Situationen durchsetzen. Da darf ich auch nicht nur in mich gekehrt sein und mich zurücknehmen. Dann muss man auch zeigen, dass man da ist, weil man es sonst dem Mitspieler zu einfach macht, den Platz in der Startelf zu ergattern. Es geht aber definitiv nicht nur über die Schiene, dass man immer der Lauteste ist.

          Nach dem Auftaktsieg gegen Leverkusen hat Thomas Tuchel verraten, dass er Ihren Wunsch nach einer Auswechslung in der Schlussphase bewusst ignoriert hat, weil er sie noch auf dem Platz haben wollte. Wollte er Sie zwingen, über Ihre Grenzen hinaus zu gehen und ein Zeichen zu setzen für die Saison?

          Bei dem Spiel war es ja so, dass es zum einen sehr heiß war und ich vom Donnerstag zuvor noch die 120 Minuten vom Europa-League-Spiel in Medias in den Beinen hatte. Da war ich dann schon etwas platt. Aber der Trainer hat eben signalisiert, dass er mich nicht rauslässt. Das hat mich natürlich auch gefreut, dass ich in dem Moment so eine Wertschätzung beim Trainer genossen habe. Demnächst werde ich dann wohl nicht mehr anzeigen, dass ich raus will.

          Sie waren beim 2:1-Sieg in Freiburg ein entscheidender Mann mit einer Vorlage und einem Tor. Spüren Sie, dass Sie wichtiger geworden sind für Ihr Team?

          Es tut natürlich schon gut, in mehreren Systemen und auf mehreren Positionen das Vertrauen des Trainers zu genießen.

          Vor Saisonbeginn hat man viel spekuliert über die Zukunft von Mainz 05. Gerade in der Offensive hat Ihre Mannschaft zwei Stammspieler verloren, André Schürrle und Lewis Holtby. War Ihnen da klar, dass Sie nun mehr Verantwortung tragen müssen?

          Uns war als Team klar, dass wir enger zusammenrücken müssen, um die beiden zu ersetzen. Gerade André Schürrle hat in vielen entscheidenden Situationen wichtige Tore gemacht. Das kann aber jetzt nicht einer auffangen, sondern nur die gesamte Mannschaft.

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