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Burghausens Torwart Riemann : Mit schönen Grüßen an den Opa

  • -Aktualisiert am

Der Mann des Abends: Manuel Riemann Bild: dpa

Mit erstaunlicher Kaltschnäuzigkeit spielte sich Burghausens Torwart Manuel Riemann am Montag Abend in die Herzen von sieben Millionen Fernsehzuschauern. Der 18 Jahre alte Keeper hielt gegen Bayern München fast alles, was auf ihn zukam.

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          Manuel Riemann hatte den ganzen Tag schon ein gutes Gefühl, ein sehr gutes. Nicht unbedingt, dass es sein Abend werden könnte, aber auf jeden Fall der seiner Mannschaft im Pokalduell mit den großen Bayern. Ein ähnliches Gefühl hatte der Torhüter des SV Wacker Burghausen schon einmal gehabt, in der vergangenen Saison, als er noch bei den A-Junioren spielte. Damals ging es auch gegen den FC Bayern, und Burghausen triumphierte mit 3:1 über den wesentlich stärker einzuschätzenden Nachwuchs des deutschen Rekordmeisters.

          An Riemann lag es am Montagabend jedenfalls nicht, dass Burghausen die Pokalüberraschung verpasste und im Elfmeterschießen mit 3:4 dem FC Bayern unterlag. Der gerade 18 Jahre alte Schlussmann hielt wie ein Teufelskerl, mit einer für seine Jugend erstaunlichen Kaltschnäuzigkeit. Er hatte im Spiel nur einen Treffer von Klose (79.) zugelassen und parierte im Elfmeterschießen sogar zwei Strafstöße. „Wenn ich im Tor stehe, denke ich nicht an irgendwelche Namen. Egal ob das Regionalliga ist oder Bayern“, sagt er. „Die spielen auch nur in Fußballschuhen, die man im Geschäft kaufen kann, die können auch nicht zaubern und durch mich durchschießen.“

          „Er stand immer richtig“

          Riemann hat in dieser Saison Uwe Gospodarek beerbt, der in der Zweiten Liga das Tor der Burghausener hütete. Nach dem Abstieg hat die sportliche Führung des SV Wacker die gesamte Mannschaft umgekrempelt, sich von den meisten arrivierten Spielern getrennt. In Burghausen pflegen sie nun den Jugendstil, trotz eines für die Regionalliga immer noch beachtlichen Budgets von rund drei Millionen Euro.

          „Die Bayern spielen auch nur in Fußballschuhen”
          „Die Bayern spielen auch nur in Fußballschuhen” : Bild: AP

          Trainer Ingo Anderbrügge setzt auf Spieler, die aus der Umgebung kommen. Wie Riemann, der im gut 40 Kilometer entfernten Mühldorf geboren ist und über den TSV 1860 Rosenheim zu Wacker kam. Dass er es aber so weit gebracht hat, dass er in der Lage ist, den FC Bayern zu ärgern, liegt in erster Linie an seinem Großvater. „Der hat mit mir geübt, seit ich viereinhalb Jahre alt war.“ Riemann versäumte es dann auch nicht, bei seinem ersten bundesweiten Fernsehinterview die Gelegenheit zu nutzen, dem Lehrmeister und dem Rest seiner Familie via Bildschirm zu danken.

          Zwei Elfmeter gehalten und einen verwandelt

          „Er stand immer richtig“, lobte sein Gegenüber Oliver Kahn, der sich im direkten Duell beim Elfmeterschießen sogar düpieren lassen musste. Riemann trat als fünfter Schütze seiner Mannschaft selbst an und drosch den Ball am hoch dekorierten Bayern-Torhüter vorbei ins Netz. „Ich hoffe, er nimmt mir den Elfmeter nicht übel“, sagte Riemann hinterher. Plötzlich zeigte er dann doch ein wenig Respekt vor dem berühmten Bayern-Kapitän.

          Sein Vorbild ist allerdings nicht Kahn, sondern Peter Cech, der Torhüter des FC Chelsea London. Zumindest war er es bis Montagabend. Vielleicht ändert sich das nun nach Kahns Elfmetertaten in Burghausen.

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