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Erklärung von Manuel Neuer : „Darüber haben wir sehr geschmunzelt“

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Manuel Neuer wird erst im Mai wieder für den FC Bayern spielen können. Bild: Picture-Alliance

Obwohl Manuel Neuer verletzt ist, gibt er eine Pressekonferenz in München. Erklärt er seinen Rücktritt aus dem DFB-Team? Über diese Spekulation kann der Torwart nur lachen. Zu sagen hat er aber trotzdem etwas.

          Manuel Neuer hofft nach seinem Muskelfaserriss in der Wade auf ein Comeback im Tor des Fußball-Bundesligaklubs FC Bayern München im Saison-Endspurt. „Grundsätzlich ist es mein Ziel, so schnell wie möglich wieder zwischen den Pfosten zu stehen. Ich denke, dass Leipzig ein realistisches Ziel ist“, sagte der Torhüter am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in München. Am 11. Mai treten die Münchner am vorletzten Spieltag beim momentanen Bundesliga-Dritten RB Leipzig an. Danach steht noch das Bundesliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (18. Mai) und möglicherweise das DFB-Pokalfinale (25. Mai) auf dem Programm.

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          Neuer hatte die Verletzung im Punktspiel am vergangenen Sonntag bei Fortuna Düsseldorf erlitten. Der Verein war zunächst davon ausgegangen, dass der Torhüter rund 14 Tage fehlen werde. In der laufenden Rückrunde der Fußball-Bundesliga hatte Neuer schon zwei Spiele wegen einer Daumenverletzung und eines wegen Wadenproblemen verpasst. In der vergangenen Saison kam er wegen eines Mittelfußbruches nur auf drei Liga-Einsätze.

          Amüsiert berichtete der Kapitän der Münchner und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch auch davon, wie er die Spekulationen um den Grund für die Pressekonferenz in der Karwoche aufgenommen hatte. Denn kaum war die Einladung des Klubs verschickt, hatte es wilde Spekulationen über Rücktritt oder Gesundheit gegeben. „Darüber haben wir sehr geschmunzelt“, berichtete Neuer, als er vor großer Medienkulisse nach dem Hype gefragt wurde. Die Presserunde sei eben vorher nach reichlich Anfragen angesetzt worden – und diese habe er auch verletzt nicht absagen wollen.

          Fünf Bundesliga-Spieltage stehen noch aus. München führt die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung auf Borussia Dortmund an. Der FC Bayern tritt zudem im Halbfinale des DFB-Pokals bei Werder Bremen an. Er sei „frustriert und traurig“, bekannte Neuer, aber „eigentlich hatte ich schon viel früher mit einer Muskelverletzung gerechnet“. Dies wäre nach seiner langen Verletzungspause und einem halben Jahr auf Krücken wegen eines Mittelfußbruches normal gewesen, „weil der Körper adaptieren muss“. Glücklicherweise sei es nun keine größere Verletzung, „die mich länger zurückwirft“.

          Neuer appellierte an seine Teamkollegen, sie sollten im Titelkampf dieser „kuriosen Saison“ bis zum Ende „alles reinwerfen, um vor Dortmund zu stehen, deutscher Meister zu werden und ins Pokalfinale zu kommen“.  Aktuell führen die Bayern die Liga mit einem Punkt Vorsprung auf den BVB an. „Wir müssen hoch fokussiert bleiben, keiner darf sich Fehler erlauben“, betonte Neuer. Sven Ulreich hält der 33-Jährige für einen würdigen Ersatz: „Ich bin überzeugt davon, dass er in den nächsten Spielen wieder so spielt, wie wir ihn kennen. Ich denke, dass er bereit ist, das hat er auch gesagt. Daher mache ich mir keine Sorgen.“

          Neuer teilte schon am Montag via soziale Netzwerke mit, er sei „optimistisch, im Saisonendspurt wieder im Tor zu stehen“. Sein einstweiliger Ausfall ist aber ein Rückschlag, der den Münchnern Sorgen bereitet. „Das trifft uns natürlich“, sagte Bayern-Trainer Niko Kovac nach dem 4:1 bei Fortuna Düsseldorf mit ernster Miene am Sonntag. Allerdings, ergänzte Kovac, habe er in Neuers Stellvertreter Sven Ulreich „hundertprozentiges Vertrauen“. Die Nummer zwei des Rekordmeisters demonstrierte nach seinem Kurzeinsatz in Düsseldorf entsprechend großes Selbstbewusstsein: „Wenn es so sein sollte, dass ich noch öfter spielen werde, bin ich bereit und fit.“

          Ulreich wird öfter spielen. Neuer zog sich einen Muskelfaserriss in der Wade zu, wie eine Kernspintomografie nach der Rückkehr am Sonntagabend in München ergab. Eigentlich sollte der Weltmeister von 2014 zu dieser Zeit aus den Händen von  Ministerpräsident Armin Laschet den Verdienstorden des Landes NRW für sein soziales Engagement erhalten. In der 52. Minute der Partie hatte Neuer nach einem unglücklichen Ausfallschritt das Signal an die Bank gegeben, dass es für ihn nicht mehr weitergeht. Der Keeper humpelte vom Feld, klatschte seinen Ersatzmann Ulreich kurz ab und schleppte sich später kommentarlos an Krücken in den Mannschaftsbus.

          Sorgenfalten in seinem Gesicht ließen schon zu diesem Zeitpunkt nichts Gutes vermuten. Neuer wusste wohl schon, dass seine Verletzungsmisere anhalten würde. Wadenprobleme, Fingerverletzung, Mittelfußbruch – insgesamt musste Neuer seit der Saison  2017/18 schon 379 Tage wegen Blessuren pausieren und verpasste 59 Spiele. Die neuerliche Verletzung bedeutet nicht nur für ihn persönlich – auch im Zweikampf mit Marc-Andre ter Stegen um die Nummer eins bei der Nationalmannschaft –, sondern auch für den Rekordmeister im spannenden Saisonendspurt um die Meisterschaft mit Borussia Dortmund einen herben Schlag.

          Ulreich wunderte sich allerdings über die Verletzung, da Neuer zuletzt keine Schwierigkeiten gehabt habe. „Er hat im Training nicht den Eindruck gemacht, dass er nicht voll draufgehen kann“, sagte der 30-Jährige, der auch eine Erklärung für die  Muskelprobleme seines Kollegen parat hatte: „Es ist einfach schwierig, nach so langer Verletzungspause wieder zurückzukommen. Es sind einfach brutal viele Spiele in der Saison, deswegen ist er schon sehr gefordert.“ Zunächst ist jetzt Ulreich selbst gefordert. Da Münchens Nummer drei Christian Früchtl nach wie vor wegen einer Ellenbogenverletzung ausfällt, könnte Ron-Thorben Hoffmann aus dem Regionalligateam wieder auf die Bank rücken.

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