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Bayern-Torwart Neuer : „Manu hat einfach etwas Besonderes“

  • -Aktualisiert am

Lässt sich nicht vom Thron stoßen: Manuel Neuer hat im Mai seinen Vertrag verlängert. Bild: AFP

Aus dem Tor von Bayern München ist er nicht wegzudenken. Auch Verletzungen und Patzer können ihm nichts anhaben. Nach 2024 soll für den 36 Jahre alten Torwart noch lange nicht Schluss sein.

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          Dieser Ausflug neulich in Leipzig war typisch für Manuel Neuer. Der Torwart des FC Bayern versucht eben, im Spiel Situationen zu antizipieren. Das klappt oft sehr gut, und er bekommt für seine spektakulären Aktionen Höchstnoten und Lobeshymnen. Gelegentlich geht es aber auch schief.

          Im Supercup gegen den Pokalsieger am vergangenen Wochenende wäre es beinahe so gekommen, als er einen langen Ball weit vor dem Sechzehnmeterraum mit der Brust stoppen wollte, dieser zu weit vom Körper wegsprang und bei dem Leipziger Christopher Nkunku landete. Doch der konnte die Chance nicht nutzen.

          „Immer gezeigt, dass er da ist“

          Neuer nimmt so einen Lapsus in Kauf. Präsenz zu zeigen, auch außerhalb des Strafraums, gehört zu seiner Interpretation des Torwartspiels. Trotzdem oder vielleicht auch wegen seiner Risikobereitschaft ist er der Beste, daran gibt es keinen Zweifel. Der beste deutsche Torhüter auf jeden Fall, das erkennen auch die Konkurrenten an. „Manu hat einfach etwas Besonderes“, sagte einmal Bernd Leno, der gerade von Arsenal zum FC Fulham gewechselt ist. „Seine großen Erfolge geben ihm recht. Er hat in den großen Spielen immer gezeigt, dass er da ist.“

          Bundesliga

          Es gibt keine Anzeigen, dass sich an dieser Rangliste in absehbarer Zeit etwas ändert. Und deshalb ist Bayern-Trainer Julian Nagelsmann froh, dass der Magen-Darm-Virus, der den Torhüter in dieser Woche geplagt hatte, fast auskuriert ist und einem Einsatz beim Saisonauftakt an diesem Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga, bei Sat.1 und DAZN) gegen Eintracht Frankfurt nichts im Wege stehen sollte. „Es geht ihm schon besser. Wenn es so weitergeht, wird er ganz normal spielen können.“

          Auch mit 36 Jahren ist bei Neuer noch kein Leistungsabfall zu sehen. „Manuel ist eine der prägenden Figuren in der Geschichte des FC Bayern“, sagte Oliver Kahn, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG und Neuers Vorgänger als prägende Figur, bei der Vertragsverlängerung mit dem Kapitän im Mai. Am Ende der vergangenen Saison hatten sich die Verhandlungen etwas gezogen.

          Neuer wollte wissen, ob der FC Bayern auch in den kommenden Jahren eine Mannschaft ist, die nicht nur Meister und Pokalsieger in Serie wird, sondern auch in der Champions League „oben angreifen“ könne. Außerdem ging es wohl um die Vertragslaufzeit.

          Am Ende einigten sich beide Seiten, den bis 2023 laufenden Kontrakt erst einmal um ein weiteres Jahr zu verlängern, so wie es bei Bayern für Spieler jenseits der 30 üblich ist. Da gab es nicht einmal für Neuer eine Ausnahme. Schluss muss 2024 noch nicht sein. „Wenn ich weiß, dass ich fit bin, alles in Ordnung ist und meine Leistung stimmt, dann setzt man sich zusammen“, sagte Neuer.

          Ehrgeizig nach Verletzung

          Vor ein paar Jahren waren sich die Bayern aber nicht mehr ganz sicher gewesen mit Neuer. Er hatte gerade eine schwere Mittelfußverletzung hinter sich, war fast eine ganze Saison ausgefallen. Danach war er gut, sehr gut manchmal, aber eben nicht mehr ganz so unbezwingbar. Damals entschieden die Münchner, Alexander Nübel von Schalke 04 zu holen.

          Ein Torwart-Talent zu jener Zeit, aber als dessen Verpflichtung vermeldet wurde für die folgende Saison, im Januar 2020, war Neuer auf dem Weg zur alten Form. Nübel hatte dann ein halbes Jahr später keine Chance, auch weil der damalige Bayern-Trainer Hansi Flick hinter Neuer stand. Mittlerweile ist Nübel an den AS Monaco ausgeliehen – und dass er noch jemals für den FC Bayern spielen wird, ist unwahrscheinlich.

          Womöglich hat die schwere Zeit mit der Verletzung Neuer noch einmal richtig angestachelt, seinen Ehrgeiz geweckt. Es hatte ein paar Zweifel gegeben in der Öffentlichkeit, ob er tatsächlich zu Recht noch im Tor steht, nicht bei Bayern, sondern in der Nationalmannschaft.

          Vor allem weil ihm der damalige Bundestrainer Joachim Löw für die WM 2018 trotz sehr kurzfristiger Genesung eine Stammplatzgarantie gegeben hatte – obwohl damals Vertreter Marc-André ter Stegen in Topform gewesen war. Es wurde als falsches Signal gewertet von Löw, dass alte Verdienste mehr zählen als aktuelle Leistungen.

          Dass Deutschland in Russland historisch schlecht abgeschnitten hatte und schon in der Vorrunde gescheitert war, lag allerdings nicht an Neuer. Drei Monate vor der WM in Qatar ist Neuer wieder unangefochten die Nummer eins. Mittlerweile hat er 113 Länderspiele, so viele wie kein anderer deutscher Torhüter.

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