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Horst Heldt und Schalke 04 : Der verschobene Abschied

  • -Aktualisiert am

„Ich identifiziere mich zu hundert Prozent mit dem Verein“: Schalke-Manager Horst Heldt. Bild: dpa

Nach dem Werben um andere Manager gab es Spekulationen über Rückzug oder Ablösung von Horst Heldt. Nun verkündet er, bis zum Ende der Saison bei Schalke 04 bleiben zu wollen. Wer auf ihn folgen soll, ist unklar.

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          Ursprünglich war nur ein kurzer Auftritt von Trainer André Breitenreiter in der Mixed Zone vorgesehen. So pflegt der FC Schalke 04 die Medien mit Informationen zu versorgen, wenn aufgrund großer Termindichte die Zeit zu knapp ist für ausführliche Pressekonferenzen. Am Dienstagmittag saßen die Protagonisten dann aber doch auf dem Podium des Medienzentrums in der Arena. Horst Heldt, der Manager des Reviervereins, hatte kurzfristig beschlossen, bekannt zu geben, wie es in den nächsten Wochen mit ihm weitergehen solle „auf“ Schalke.

          In einem Gespräch mit mehreren Mitgliedern des Aufsichtsrates und dessen Vorsitzendem Clemens Tönnies seien beide Seiten zu dem Ergebnis gekommen, die Zusammenarbeit bis zum Saisonende fortzusetzen. „Ich habe mich entschieden, meinen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 zu erfüllen“, sagte Heldt. In diesem Entschluss sehe er sich von dem Kontrollgremium bestätigt. „Es ist der Wunsch des Aufsichtsrates, dass ich bis 30. Juni hier weitermache“, sagte der Manager, der auch Sitz und Stimme im Vorstand hat. Das Gremium habe ihm versichert, er sei weiter mit „allen Kompetenzen“ ausgestattet und genieße „volles Vertrauen“.

          Nachfolgefrage bleibt vorerst offen

          Die Frage, ob und wie lange Heldt weitermachen will, weitermachen soll, weitermachen darf, stand seit mehr als zwei Wochen im Raum. Sie war aufgekommen, weil bekannt geworden war, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Tönnies, nach einem neuen Manager sucht. Ob der schon gefunden ist, bleibt vorerst offen. Heldt rechnet nicht damit, länger als bis zum Saisonende für den Traditionsverein aus Gelsenkirchen zu arbeiten.

          „Man muss Stand jetzt davon ausgehen, dass es ab 30. Juni einen neuen Manager geben wird“, sagte er. Dies bekannt zu geben, obliege allerdings dem Aufsichtsrat. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Tönnies den Mainzer Manager Christian Heidel für Schalke gewinnen will. Ob Heidel seinen aktuellen Arbeitgeber, an den er noch mehr als ein Jahr gebunden ist, verlassen kann, ob er es überhaupt will, dazu hat er sich öffentlich noch nicht geäußert.

          Heldt will die Zeit, die ihm auf Schalke noch bleibt, so nutzen, als hätte es die Dissonanzen der vergangenen Wochen nicht gegeben. Zwar sei ihm zwischendurch der Gedanke gekommen, vorzeitig aufzuhören und „zu sagen, macht euren Scheiß alleine“. Dieser Überlegung hätten aber der Wunsch und die Pflicht entgegengestanden, seiner „Verantwortung gerecht zu werden“, sagte Heldt. „Ich identifiziere mich zu hundert Prozent mit dem Verein und werde die Brocken jetzt nicht hinwerfen, sondern mich der Situation stellen“, sagte Heldt. Seine Aufgabe bestehe darin, in den nächsten Wochen und Monaten, „mit Trainer Andre Breitenreiter zusammen die sportlichen Geschicke zu leiten und zu lenken“.

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          Dabei werde es auch um Entscheidungen gehen, die „über die Laufzeit meines Vertrages hinauswirken“, etwa die Transfers, die beide für die Winterpause anstreben. Zuletzt war gelegentlich zu hören gewesen, auch das Verhältnis zwischen Trainer und Manager sei nicht mehr ungetrübt, vielleicht sogar gestört. Diesen Gerüchten widersprachen beide. Gelegentliche Meinungsverschiedenheiten hätten nichts daran geändert, dass ihre Zusammenarbeit eng und vertrauensvoll sei, behaupteten sie.

          Das Verhältnis zu Breitenreiter ist also vorerst geklärt. Sollte Schalke im Laufe der Saison einen neuen Manager für die nächste Spielzeit unter Vertrag nehmen, sähe Heldt in ihm allerdings keinen Ansprechpartner. Er habe nicht die Absicht, seine Entscheidungen, etwa in Personalfragen, mit einem möglichen Nachfolger abzustimmen. „Ich werde den Teufel tun. Entschuldigung, aber ich bin Vorstand von Schalke 04. Das habe ich nicht nötig.“

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