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Oldie beeindruckt in Frankfurt : Hasebe ist der Ruhepol der Eintracht

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Hoch das Bein: Auch mit 38 hat Makoto Hasebe (rechts) gegenüber seinem Gegenspieler Luis Suarez keine Defizite. Bild: AFP

Der 38 Jahre alte Japaner erklimmt aus dem Stand Königsklassen-Niveau. Doch ist Makoto Hasebe im wichtigen Bundesliga-Spiel in Stuttgart körperlich in der Lage, diese starke Leistung zu wiederholen?

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          Noch das Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) gegen den VfB Stuttgart, dann kann die Frankfurter Eintracht ein bisschen durchatmen. Nicht die ganze Eintracht, viele Spieler reisen zu ihren Nationalmannschaften und werden sich dort nicht entspannen.

          Bundesliga
          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Aber es gibt doch einige Frankfurter Haupt- und Nebendarsteller, die ab Sonntag ein wenig Abstand gewinnen, Kräfte sammeln oder richtig fit werden können, bevor es dann mit sechs englischen Wochen am Stück bis zur WM-Pause weitergeht: Mario Götze, Tuta, Evan Ndicka, Sebastian Rode, Luca Pellegrini und Junior Dina Ebimbe werden die konzentrierten Trainingstage guttun und auch Trainer Oliver Glasner.

          In welcher Grundstimmung die willkommene Unterbrechung des Spielbetriebs ablaufen wird, hängt von der Auseinandersetzung mit den Stuttgartern ab. Bis jetzt schlägt das Pendel der Emotionen Woche für Woche heftig aus, von himmelhoch jauchzend nach dem 4:0 gegen Leipzig bis zu Tode betrübt nach dem 0:1 gegen Wolfsburg.

          Ruhepol und Stabilisator der Abwehr

          Es liegt eine Unruhe über der Eintracht, die schwer zu erklären ist. Der Triumph in der Europa League hat keineswegs für Gelassenheit gesorgt. Das gilt auf dem Spielfeld, wo bis auf wenige Ausnahmen die Selbstverständlichkeit in den Abläufen fehlt. Aber auch neben dem Spielfeld ruckelt es. Glasner hat – vielleicht durch den Abrieb der hektischen Monate inklusive Transferzeit – ein bisschen seinen Humor und seine Souveränität verloren. Der Österreicher wirkt in seinen Aktionen an der Seitenenlinie und bei seinen Kommentaren gegenüber seinen Spielern manchmal etwas überzogen.

          Es ist zu spüren, Glasner will mehr von seiner Mannschaft und ist irritiert, dass seine Erwartungen sich häufig nicht erfüllen. Auf der Suche nach Lösungen hat er jetzt sogar wieder in Marseille auf die Dreierkette umgestellt, obwohl er die Viererkette bevorzugt. Aber die Leistung der Außenverteidiger war nicht dazu angetan, an seinem Lieblingssystem festzuhalten. In der Dreierkette kann er Makoto Hasebe als Mittelmann ins Spiel bringen.

          Die einzige Position, auf der der Japaner die Last seiner 38 Jahre nicht spürt, weil sie nicht so laufintensiv ist. Und tatsächlich war Hasebe am Dienstag beim Champions-League-Premierensieg gegen Olympique wie erhofft Ruhepol und Stabilisator der Abwehr. Es ist erstaunlich, wie der Asiate in seinem biblischen Fußball-Alter quasi aus dem Stand, er hatte in dieser Saison nur wenige Minuten Einsatzzeit, Königsklassen-Niveau erklomm und seinen jungen Nebenleuten Tuta und Ndicka Sicherheit verlieh.

          Ob Hasebe aber in Stuttgart körperlich in der Lage sein wird, diese Leistung zu wiederholen? Die Frage stellt sich auch nach jedem Einsatz von Rode. Der Mannschaftskapitän ist erst 31 Jahre alt, aber sein Körper hat während der Karriere viel mehr abbekommen. Überraschend wurde der Hesse in der 71. Minute in Marseille von Glasner auf das Feld geschickt, ursprünglich hieß es, Rode solle bis nach der Länderspielpause geschont werden. Aber der Wechsel erwies sich als genau die richtige Maßnahme, um die zuvor ins Wanken gekommene Defensivordnung im Mittelfeld wiederherzustellen.

          Sosehr Glasner und auch Sportvorstand Markus Krösche die Leistung ihrer Frankfurter bei Olympique lobten, in der Phase vor Rodes Einwechslung hätte Marseille das Spiel kippen können, wenn es sich nicht so dusselig bis unglücklich vor dem Tor von Kevin Trapp angestellt hätte.

          Mit Ebimbe und Pellegrini gibt es zwei weitere Spieler, die nur dosiert eingesetzt werden können, die beiden haben noch nicht die körperliche Fitness, weil sie bei ihren früheren Klubs kaum spielten. Und da mit Lenz, Buta, Touré und Onguene vier Defensivspieler verletzt sind, ist Glasners Improvisationskunst Woche für Woche gefordert.

          Für Konstanz sorgen eigentlich nur Kolo Muani, Götze, Kamada, Sow, Tuta und Ndicka. Lindström und Knauff changieren in ihrem jugendlichen Drang zwischen wertvoll und störend. Und so ist es kein Wunder, dass die Eintracht zwar ab und zu ihre großen Möglichkeiten andeutet, aber sie häufig nicht umsetzen kann. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden, wenn die Ruhe wieder Einkehr hält.

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