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2:1 in Paderborn : Mainzer Rekord-Elfmeter zum Befreiungsschlag

Ein Elfmetertreffer für die Geschichtsbücher: Mainz 05 hat durch Daniel Brosinski den 25. Elfmeter in Serie verwandelt – Bundesligarekord Bild: dpa

Strafstöße als der feine Unterschied: Mainz verwandelt Elfmeter traumwandlerisch sicher und stellt mit dem 25. in Serie einen Bundesligarekord auf. Paderborn verschießt hingegen. Sandro Schwarz sieht das Ganze im Mannschaftsbus.

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          Elfmeter können Spiele entscheiden: Mainz 05 bescheren sie zudem neben den wichtigen drei Punkten nach dem 2:1-Sieg im Kellerduell beim SC Paderborn einen Bundesligarekord: Daniel Brosinski verwandelte mit dem 2:1-Siegtreffer in der 32. Minute den 25. Elfmeter der Mainzer in Serie in der Bundesliga. Seit dem 7. April 2013 und einem Fehlschuss des mittlerweile nach Mainz zurückgekehrten, am Samstag aber erst nach dem Strafstoß eingewechselten Adam Szalai haben die Rheinhessen keinen Strafstoß mehr verschossen. „Ich bin einfach nur glücklich, dass ich diesen Elfmeter verwandelt habe. Der Rekord ist Nebensache“, sagte Brosinski.

          Bundesliga

          Paderborn hingegen vergab ausgerechnet vom Elfmeterpunkt aus den Ausgleich. Jamilu Collins scheiterte in der 79. Minute am hervorragend reagierenden Mainzer Schlussmann Robin Zentner. Der Torwart war erst in dieser Woche von Trainer Schwarz endgültig zur neuen Nummer eins im Mainzer Team ernannt worden, nachdem er Florian Müller während dessen Verletzungspause mit starken Leistungen vertreten hatte. „Das war echt nervenaufreibend! Wir hätten uns früher belohnen müssen, sow wurde es unnötig noch mal eng“, sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder. „Der gehaltene Elfmeter war heute das -Tüpfelchen! Trotz allem kann das erst der Anfang gewesen sein.“

          Aufsteiger SC Paderborn hat hingegen auch die kurzzeitige „Trainerlosigkeit“ des FSV Mainz 05 nicht zum ersten Saisonsieg nutzen können. Chefcoach Sandro Schwarz, der nach einer Gelb-Roten Karte in der Vorwoche als erster Bundesligatrainer infolge der neuen Regelung ein Spiel nicht auf der Bank verfolgen durfte, schaute sich die Begegnung auf dem Fernsehapparat im Mannschaftsbus an.

          Personelle Wechsel

          Paderborn bleibt mit einem einzigen Punkt nach sieben Spielen klares Bundesliga-Schlusslicht. Mainz 05 hingegen verschaffte sich unter Leitung von Assisitenztrainer Jan-Moritz Lichte vor der Länderspielpause durch seinen zweiten Saisonsieg, den Robin Quaison (8.) mit dem frühen Führungstor in die Wege geleitet hatte, etwas Luft im Abstiegskampf. Für die zu Hause weiterhin punktlosen Paderborner traf Ben Zolinski (14.) vor 14.217 Zuschauern zum kurzzeitigen Ausgleich.

          Paderborn wechselte vor dem Kellerduell den Torhüter: Der lange verletzte Aufstiegstorwart Leopold Zingerle spielte anstelle von Jannik Huth, der ausgerechnet gegen seinen Stammverein zuschauen musste. Huth war vor einem Jahr als Nummer drei bei seinem Ausbildungsverein Mainz 05 nach Paderborn gewechselt. Zudem hat nach Kapitän Christian Strohdiek in Uwe Hünemeier offenbar der nächste „ewige“ Paderborner vorläufig ausgedient: Für den Routinier lief Sebastian Schonlau in der Innenverteidigung auf. Im Angriff erhielt Kai Pröger, Torschütze beim 2:3 gegen Bayern München, seine Chance von Beginn an.

          Es wurde noch mal eng

          Was Lichte bei seinem Bundesligadebüt und Schwar im Mannschaftsbus zunächst sahen, dürfte ihnen gefallen haben. Eine Flanke aus dem Halbfeld von Levin Öztunali hebelte die Paderborner Abwehr aus und fand den Schweden Quaison, der Zingerle aus spitzem Winkel überwand. Der SCP allerdings kam nur sechs Minuten später mit seiner ersten Gelegenheit gegen eine passive 05-Defensive durch Zolinski zum verdienten Ausgleich. Paderborn spielte in der Folge gewohnt gefällig nach vorne, Sven Michel (29.) und der auffällige Cauly Oliveira Souza (31.) scheiterten knapp.

          Auf der Gegenseite foulte Jamilu Collins nach einem Mainzer-Konter Öztunali unbeholfen im Strafraum, Brosinski verlud Zingerle vom Punkt. Paderborn verlor nun sichtlich den Faden, Mainz hatte durch Pierre Kunde (43.) und Quaison (44./45.+2) weitere hochkarätige Torchancen. Mainz war auch nach dem Seitenwechsel aktiver, Quaison (75.) hatte die Entscheidung auf dem Kopf. Paderborn kam nach einem Brosinski-Handspiel zur Ausgleichschance vom Elfmeterpunkt, doch ausgerechnet Elfmetersünder Collins versagten die Nerven gegen Robin Zentner. „Das war erst der zweite Sieg im siebten Spiel. Natürlich freue ich mich heute, aber wir müssen weiter hart arbeiten“, sagte Zentner.

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