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Mainz-Trainer Sandro Schwarz : „Beste Freunde gönnen einander alles“

  • -Aktualisiert am

Ein Bild aus WG-Zeiten: Sandro Schwarz und Marco Rose (rechts) im Jahr 2007. Bild: rscp-photo

Als Profis spielten und wohnten Mainz-Trainer Schwarz und Gladbach-Coach Rose zusammen. Nun treffen sie in der Bundesliga aufeinander. Im Interview spricht Sandro Schwartz über Küsse auf die Wange, Patenkinder – und ein verschimmeltes WG-Schwimmbad.

          Sandro Schwarz und Marco Rose spielten zusammen für Mainz 05 und manchmal gegeneinander, als Schwarz beim SV Wehen Wiesbaden war. Sie wohnten zusammen in einer WG, sind Patenonkel der Kinder des jeweils anderen und verbringen fast alle Urlaube miteinander. Am Samstag (15:30 Uhr/ live beim F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga in Sky) aber sind sie Gegner in der Bundesliga. Schwarz trainiert Mainz 05, wo sich beide vor anderthalb Jahrzehnten in der Ära Jürgen Klopps kennengelernt hatten. Marco Rose ist seit dieser Saison Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach.

          Wie begrüßen Sie Ihren besten Freund Marco Rose am Samstag vor Ihrem ersten Duell als Trainer?

          Ich denke mal, mit Handschlag.

          2007 hatten Sie sich im Zweitligaduell zwischen Ihrem damaligen Klub SV Wehen Wiesbaden und Mainz 05 als Kapitäne mit Küssen auf die Wangen begrüßt. Das wiederholen Sie nicht?

          War das so? Wir haben jetzt wegen des ersten Bundesligaspiels nichts Besonderes überlegt. Einprägsamer war für mich damals der erste Zweikampf kurz nach Anpfiff. Da ging es zur Sache, und unsere Freundschaft war mal kurz vergessen.

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          Als Spieler hatten Sie zur Zeit Ihres Aufeinandertreffens sogar noch zusammengewohnt. War das noch spezieller als das Duell am Samstag?

          Für unsere Eltern ist das Ganze jetzt vielleicht spezieller, wenn die Söhne als Trainer aufeinandertreffen. Auch für Außenstehende mag das ein komisches Thema sein. Wir sind beste Freunde, ich bin Patenonkel von Marcos Tochter, er ist Patenonkel meines Sohnes. Aber wir haben auch im Urlaub, bei Telefonaten oder beispielsweise beim Geburtstag meines Sohnes wenig über das Aufeinandertreffen am zweiten Spieltag gesprochen. Natürlich haben wir, als der Spielplan herauskam, gesagt: Cool, das kommt jetzt ganz flott. Aber für uns ist das jetzt gar nichts so Besonderes. Jeder macht seinen Job. Man sollte nicht denken, dass wir immer nur über Fußball reden.

          Sie haben jetzt nicht die in ähnlichen Fällen übliche Kontaktsperre vereinbart?

          Nein, wir haben nichts vereinbart. Ich wäre ja auch blöd, weil ich einen klaren Vorteil habe: Mein Patenkind hat schon ein eigenes Handy, und auf diesem Kommunikationsweg ist sicher das eine oder andere herauszubekommen. (lacht)

          Sie haben einander auch genug zusammen abseits des Platzes erlebt. Zum eher Spektakulären gehört die Geschichte um das Schwimmbad, das Sie in ihrer gemeinsamen WG zugrunde gerichtet haben…

          Es war verschimmelt.

          Wer hatte Schuld?

          Beide. Wir hatten zusammen eine Party veranstaltet und konnten danach die Temperatur im Schwimmbad nicht mehr runterregeln. Irgendwann kamen die Schimmelflecken.

          Streit gab es keinen?

          Nur mit dem Vermieter. Aber wir haben uns letztlich geeinigt. Das Schwimmbad wurde abgerissen und der Garten etwas größer. (lacht)

          War eine Trainerlaufbahn schon zu Zeiten Ihrer WG ein Thema für Sie beide?

          Ich glaube schon, dass ich da für uns beide sprechen kann: Wir haben uns früh Gedanken gemacht, was wir nach der Fußballerkarriere mal machen können. Es war schnell absehbar, dass wir zumindest unsere Trainerscheine machen würden.

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