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Mainz-Profi Dominik Kohr : Clever und meinungsstark

  • -Aktualisiert am

Mit Durchsetzungsvermögen: Dominik Kohr (links) Bild: AFP

Beim 1. FSV Mainz 05 ist Dominik Kohr ein „ganz anderer Spieler“ geworden. Für diese Entwicklung schlug er auch die Perspektive Europa League mit Eintracht Frankfurt aus.

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          Wenn nichts dazwischenkommt, wird Dominik Kohr am Samstag ein Jubiläum begehen: Die Partie mit dem FSV Mainz 05 gegen Bayer Leverkusen (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei Sky) wird das 200. Bundesligaspiel des Mittelfeldakteurs sein, den die Rheinhessen seit Januar von Eintracht Frankfurt ausgeliehen haben. Verhindern können dies wohl allenfalls eine plötzliche Erkrankung oder eine Verletzung im Abschlusstraining. Andernfalls gilt Kohr auf der Sechserposition als gesetzt. Den Vertrag mit ihrem ehemaligen Chef- und Assistenztrainer Jan-Moritz Lichte haben die Mainzer derweil am Freitag „einvernehmlich aufgelöst“.

          Bundesliga

          „Dome war in der vorigen Rückrunde ein wichtiger Spieler und ist es in der neuen Saison genauso“, sagt Bo Svensson über den 27-Jährigen. Allein die Tatsache, bereits auf die Erfahrung von 199 Einsätzen in der ersten Liga zurückzublicken, beschreibe Kohr gut. „Er hat ein sehr gutes Gefühl für die Situation, er weiß, wo er sich positionieren muss, er ist extrem konstant“, zählt der Trainer auf. „Und er ist ein cleverer Spieler, der sofort umsetzt, was du ihm erzählst.“

          Eine Einschränkung nimmt Svensson allerdings vor. Während einer sehr gut verlaufenen Vorbereitung war Kohr im Juli Vater geworden und dafür auch vorzeitig aus dem Trainingslager in Tirol abgereist – und als die Saison losging, gehörte er zu jenen Profis, die als Ungeimpfte in Corona-Quarantäne mussten. „Durch diese Geschichte hatte er seinen Rhythmus ein bisschen verloren, aber das Spiel in Hoffenheim war das Signal, dass er wieder da hinkommt, wo wir ihn haben wollen.“

          Einer der schwierigsten Jobs

          Diese Entwicklung setzte sich fort. Wären alle Mainzer beim 0:0 gegen den SC Freiburg mit so viel Überzeugung und Aggressivität in die Zweikämpfe gegangen wie Kohr, hätte dies die Chancen auf einen Sieg deutlich erhöht. Dabei ist sein Job einer der schwierigsten im svenssonschen Gefüge. „Wir spielen mit nur einem Sechser, das ist nicht einfach“, sagt der Trainer, „aber er kann aus seiner Erfahrung heraus Lösungen finden. Und weil immer Verlass darauf ist, dass er seine Position hält, verschafft er den anderen Mittelfeldspielern mehr offensiven Freiraum.“

          Abgesehen von seinen sportlichen Qualitäten, sei Kohr ein sehr angenehmer Mensch, offenbar auch ein sehr ausgeglichener, „der in seiner Stimmungslage nicht so viele Explosionen nach oben und unten hat“, erzählt Svensson. „Er hat immer seine Meinung zu einzelnen Themen, die er gut und reflektiert rüberbringt.“ Solche Reflexionsprozesse können im Übrigen auch dazu führen, seine Meinung zu ändern – Kohr gehört zu jener ungenannten Zahl Mainzer Fußballer, die sich nach der zweiwöchigen Isolation haben impfen lassen. 21 seiner Bundesligaspiele hat Kohr für die Rheinhessen absolviert, 33 für die Eintracht, 91 für den FC Augsburg und 54 bei seiner ersten Profistation, wo er schon in der Jugend aktiv war – und jetzt seinen Jubiläumseinsatz haben wird: Bayer Leverkusen.

          In einem Interview mit dem Fachmagazin Kicker hat Kohr in dieser Woche erläutert, warum er sich im Sommer für eine Verlängerung der Ausleihe nach Mainz entschied, statt mit der Eintracht in der Europa League zu spielen. „Nach den Erfahrungen der Rückrunde, meiner persönlichen Entwicklung und aufgrund der Zusammenarbeit mit Bo Svensson, der ein überragender Trainer ist, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es besser ist, den Weg in Mainz fortzusetzen. Mein Vertrag in Frankfurt läuft noch bis 2024, und ich denke, dass ich nach einer ganzen Saison mit Bo Svensson noch einmal ein ganz anderer Spieler sein werde.“

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