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Mainz-Profi Stefan Bell : „Bayern München muss sich immer so ähnlich fühlen“

Gefühlt wie Bayern München: Mainz-05-Kapitän Stefan Bell (rechts) im Spiel in Aue Bild: dpa

Stefan Bell ist stellvertretender Kapitän von Mainz 05. Vor dem Saisonauftakt gegen den VfB spricht er im Interview über gewässerte Spielfelder, positive Stimmung im Verein und den Kampf um die Gunst der Fans.

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          Normalerweise gilt für Bundesligaverein nach Erstrundensiegen im DFB-Pokal bei unterklassigen Klubs: Abhaken, Pflicht erfüllt. War das nach dem 3:1-Sieg in Aue mit zehn Mann ab der dritten Minute anders?

          Das hat uns schon ein anderes Gefühl gegeben als bei vielen Spielen in den Vorjahren, wo wir uns bei einem Dritt- oder Viertligaklub hässlich durchgekickt haben. Jetzt waren wir schon vorher gewarnt wegen des schweren Loses bei einem Zweitligateam und haben die Prüfung trotz der frühen Roten Karte für Moussa Niakhaté bestanden. Wir haben uns Selbstbewusstsein holen können, uns kam dabei auch die späte Anstoßzeit mit perfekten Platzverhältnissen zugute.

          Die späte Anstoßzeit? Das müssen Sie erklären?

          Dadurch war der Platz nicht so trocken, wie es in der Hitze der letzten Zeit nachmittags immer war. Der Platz wird ja vor dem Anstoß gewässert, war aber zuletzt nach zehn Minuten immer ausgetrocknet, wodurch das Spiel immer sehr langsam wurde. Das kann man bei der nächsten Hitzewelle mal gut als Zuschauer beobachten. Der Ball ist dann die entscheidende Zehntel langsamer, wodurch Fehlpässe begünstigt werden. In Aue blieb der Rasen feucht und wir konnten unser gutes Passspiel nutzen, um Ball und Gegner laufen zu lassen und auch zu zehnt das Spiel kontrollieren zu können. Nach 20 Minuten habe ich mir kurz gedacht, dass sich Bayern München vermutlich so oder so ähnlich immer fühlen muss.

          Wieso Bayern München?

          Aue hat nach der Roten Karte ja Morgenluft gewittert uns ist angerannt mit Mann und Maus. Wir aber haben die Ruhe bewahrt und sauber hinten raus gespielt. Nachdem uns das drei- oder viermal gelungen war, hatte ich das Gefühl, dass wir Aue mürbe gemacht und ihnen den Mut geraubt haben. Fußballspiele werden ja eh meist im Kopf entschieden. Die Bayern führen das immer wieder vor.

          Ihr früherer Trainer Thomas Tuchel sprach immer vom Klebstoff, davon, dass Erlebnisse Mannschaften formen. Ist in Mainz dank eines Spiels wie in Aue schon zusammengeklebt, was zusammengehört und somit die Grundlage geschaffen für einen guten Start im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am heutigen Sonntag (15.30 Uhr/ F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und Sky) ?

          Wir haben auch schon in der Vorbereitung beispielsweise beim Testspiel in Vigo einen Rückstand gedreht und solche Erfahrungen gesammelt. Aber ich möchte das alles zu Anfang einer Saison nicht überbewerten. Fürs Zusammenwachsen einer Mannschaft reichen nicht acht Wochen Vorbereitung, Team Building und ein Pokalsieg. Die Herausforderungen liegen da noch vor uns und Teamgeist muss immer wieder erneuert werden durch Erfolge. Aber es passt in der Mannschaft.

          Muss der Mannschaftskern um Kapitän Niko Bungert und Sie als Vizekapitän dafür viel Arbeit leisten, gerade wo wichtige Spieler wie Fabian Frei oder Leon Balogun im vergangenen Jahr Abschied genommen haben?

          Schade ist sicher obendrein, dass mit Danny Latza, Alex Hack und René Adler derzeit drei Spieler länger ausfallen, die zu dem harten Kern dazugehören. Aber trotzdem sehe ich nicht so unheimlich viel mehr Arbeit nötig als in den vergangenen Jahren. Wir haben vier wichtige Spieler verloren mit Muto, Serdar, Diallo und Balogun und gleichzeitig vier oder fünf Neue für die Stammelf bekommen. Das ist alles im Rahmen.

          Sie diskutieren im Mannschaftsrat aber darüber, dass Ihr Team einen gewissen Geist und ein Motto benötigt. Sind Sie da bereits zu einem Ergebnis gekommen?

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