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Mainz 05 : Schmidt trifft Schmidt

Häufiger Name, selten Bundesligatrainer: Martin Schmidt Bild: dpa

So häufig der Name Schmidt auch ist: Ein Duell gleichnamiger Trainer gab es noch nie in der Bundesligageschichte. Beim Duell zwischen Mainz 05 und Bayer Leverkusen (15.30 Uhr) kommt es nun zum Schmidteinander.

          2 Min.

          Immer wieder denkt man, dass die Bundesliga in ihren mehr als fünf Jahrzehnten schon alle erdenklichen Geschichten geliefert hat. Und so sollte es doch auch schon einmal ein Duell zweier Trainer mit dem Massennamen Schmidt gegeben haben. Oder zumindest ein Duell Schmidt gegen Schmitt. Doch weit gefehlt: An diesem Samstag (15.30 Uhr/ live in Sky und F.A.Z.-Liveticker) erst kommt es beim Bundesligaspiel zwischen Mainz 05 und Bayer Leverkusen zum ersten Namensvergleich auf den Bänken. Die Bundesliga hat bei der Trainersuche offenbar eine gewisse Abneigung gegen die häufigsten Nachnamen der Republik. So gab es bis heute noch keinen einzigen Trainer mit dem Namen Müller und bei mehr als dreißig Bundesligaprofis mit den Namen Schmidt und Schmitt ist der neue Mainzer Coach Martin Schmidt erst der fünfte seiner Namensart auf der Trainerbank, wo er nun Roger Schmidt von Bayer Leverkusen begegnet.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die beiden Trainer verbindet mehr als die zufällige Namensgleichheit. Beide haben ein Leben vor dem Dasein als Bundesligatrainer geführt, das weitaus ungewöhnlicher ist als ihr Nachname: Während der heutige Leverkusener Coach einst nach einer durchschnittlichen Drittliga-Karriere als Spieler erfolgreich in den Beruf des Maschinenbau-Ingenieurs startete, baute sich der Mainzer Schmidt neben seinem bewegten Leben als Amateurfußballspieler, Extrem-Skifahrer und Tourenwagen-Mechaniker ein eigenes Textilunternehmen auf, ehe er erst vor einem Jahrzehnt den Weg in den Trainerberuf einschlug.

          Liebhaber des Pressings

          Auf ihren aktuellen Job bezogen stehen Schmidt wie Schmidt für Pressing- und Umschaltfußball. „Deshalb kann das ein sehr attraktives Spiel werden“, sagt Martin Schmidt: „Leverkusen ist die Pressingmaschine der Liga.“ Der Unterschied zwischen seinem auf Rang zwölf noch immer im Abstiegskampf befindlichen Team basiere dabei auf der durch die Leverkusener Finanzen möglichen höheren individuellen Qualität. „Diese Top-Qualität müssen wir aufwiegen durch Leidensbereitschaft“, sagt Schmidt.

          Die darf möglicherweise erstmals seit dem 15. Spieltag wieder Kapitän Nikolce Noveski in der Innenverteidigung beweisen. Ersatzkapitän Niko Bungert ist wegen Wadenproblemen nicht einsatzfähig, und auch Gonzalo Jara fällt mit Adduktorenproblemen aus, so dass Noveski trotz kleiner Beschwerden wegen einer Risswunde am Fuß auf einen Einsatz hoffen darf. An der Zukunft des dienstältesten Mainzer Spielers dürfte das freilich nichts ändern. Der Vertrag des bald 36 Jahre alten Profis läuft aus, nach elf Jahren bei Mainz 05 dürfte eine Ära enden.

          Noch ein Schmidt: Namensvetter Roger will es dem Mainzer Martin zeigen
          Noch ein Schmidt: Namensvetter Roger will es dem Mainzer Martin zeigen : Bild: dpa

          Bei anderen Spielern sieht das anders aus: Yunus Malli und Julian Baumgartlinger sind wegen ihrer auslaufenden Kontrakte bundesligaweit fast genauso begehrt wie die noch vertraglich über das Saisonende hinaus gebundenen Shinji Okazaki und Johannes Geis. Die Spekulationen bezeichnet Trainer Schmidt als legitime Vorgänge, die seine Arbeit nicht beeinträchtigten: „Vertrag und Training sind zwei Sachen. Ein Profi kann das trennen.“

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