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Kommentar zu Mainz 05 : Mut zur Mündigkeit

Mainzer Rettung: Daniel Brosinski, (r.), Levin Öztunali und Jean-Philippe Gbamin bejubeln Torschütze Ridle Baku (2.v.r.) Bild: EPA

Mainz 05 rettet sich schon am vorletzten Spieltag. Der Klub hat in brenzliger Situation Ruhe gewahrt und zusammen gefunden. Der starke Endspurt könnte die Basis für etwas Neues werden.

          Am Samstagabend waren Niko Bungert und Stefan Bell im ZDF-Sportstudio zu Gast. Schon der Auftritt im Doppelpack war bemerkenswert. Bell ist stellvertretender Kapitän, Bungert Spielführer, allerdings ohne Einsatz in dieser Saison. Der Besuch im Duett spricht für den Teamgeist, der ein Baustein bei der letztlich überraschend frühen Rettung durch den 2:1-Sieg in Dortmund am vorletzten Spieltag war. Bungert verriet bei dem Besuch zudem, dass sich die Mannschaft, die sich mit Erlaubnis des Trainers nun großteils zum Feiern für zwei Tage nach Iniza abgesetzt hat, in der schwersten Stunde der Saison nach dem desaströsen 0:3 bei Eintracht Frankfurt geschlossen zu Trainer Sandro Schwarz bekannt und der Mannschaftsrat anschließend mit dem Trainerteam gemeinsam nach Lösungen gesucht habe.

          Der Klassenverbleib ist also auch die Leistung eines Trainers, der die Mündigkeit seiner Spieler fordert, fördert und vor allem auch im entscheidenden Moment akzeptiert. Schwarz ist zudem am Ende der Spielzeit der Schulterschluss mit den Fans gelungen, die den gebürtigen Mainzer nach monatelangem Fremdeln endlich zu akzeptieren beginnen.

          So hat Mainz 05 eine weitere schwere Saison, in der noch immer die Nachwirkungen der erst langsam überwundenen Führungskrise im Klub auf das Sportliche ausgestrahlt haben, erfolgreich überstanden. Nun gilt es, bei der Kaderplanung aus Fehlern in den beiden jüngsten Transferperioden zu lernen, in denen der im Management des Abstiegskampfs so souveräne und instinktsichere Sportvorstand Rouven Schröder nicht immer das glücklichste Händchen hatte. Der Klub kann aber vor allem nach den jüngsten Wochen auch auf die günstigsten Zugänge hoffen: Die Krise haben die Mainzer nämlich auch dank oft tragender Rollen von gleich sechs Eigengewächsen bestanden: Stefan Bell, Alexander Hack, Suat Serdar sowie die Torhüter Robin Zentner und Florian Müller waren seit Saisonstart Stützen. Ridle Baku, die jüngste Entdeckung aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum, hat gerade erst mit je einem Tor in seinen beiden ersten Bundesligaspielen für Aufsehen gesorgt.

          Im Klub haben sie an den beiden vergangenen Wochenenden nicht nur die Siege der Profis gefeiert. An beiden Wochenenden gab es zudem nur Siege der U 23 in der Regionalliga sowie der Bundesligateams der A- wie B-Junioren. Womöglich hat Mainz 05 in den vergangenen Wochen des harten Kampfs um den Klassenverbleib zurückgefunden zu seiner Identität als Weiterbildungseinrichtung in der Bundesliga, die immer auch auf der eigenen Nachwuchsförderung basieren muss.

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