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Mainz 05 : Gegenpressing gegen Vereinsregister

Im Widerstand: Mainz 05 trotzt dem Vereinsregister. Bild: dpa

Wie auf dem Fußballplatz agiert Mainz 05 auch auf juristischem Feld derzeit selbstbewusst: Einer Aufforderung des Vereinsregisters bezüglich einer Ausgliederung des Profifußballs kommt der noch immer eingetragene Verein nicht nach.

          Mainz 05 bleibt wie bei der Mitgliederversammlung Ende Oktober angekündigt auf Konfrontationskurs zur Rechtspflegerin am Mainzer Amtsgericht. Wie der Verein der Fußball-Bundesliga am Donnerstag zum Ende einer von der Rechtspflegerin gesetzten Frist mitgeteilt hat, kam Mainz 05 der Aufforderung nicht nach, einen Zeitplan für die Ausgliederung der Profifußballabteilung in eine Kapitalgesellschaft vorzulegen. Stattdessen habe der Klub in der vergangenen Woche ein Gutachten eingereicht, das die Rechtsauffassung des Vereins stütze.

          Hintergrund des Streits ist, dass Mainz 05 als einer von fünf Klubs der ersten Bundesliga noch in der klassische Rechtsform des eingetragenen Vereins strukturiert ist. Die Verantwortlichen beim Vereinsregister des Amtsgerichts Mainz vertreten seit geraumer Zeit die Auffassung, dass Mainz 05 aufgrund seiner Jahresumsätze von mehr als hundert Millionen Euro in seinem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb nicht mehr wie ein normaler Verein behandelt werden könne. Sollte der Verein der Aufforderung nach einer Planung der Ausgliederung nicht nachkommen, drohe dem Verein ein Verfahren wegen Rechtsformverfehlung – und im schlimmstenFall in der Konsequenz die Streichung aus dem Vereinsregister.

          Der Klub verweist in seiner von einem Gutachten gestützten Stellungnahme indes abermals auf das sogenannte Kita-Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2017, das Kita-Vereinen einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gestattet unabhängig von der Höhe des Umsatzes und der Erlöse. Mainz 05 vertritt die Rechtsauffassung, dass dieses Urteil auch auf den eingetragenenen Bundesligaverein zutreffe.

          „Wir wollen ein e. V. bleiben, das ist der klare Auftrag unserer Mitglieder. Das juristische Gutachten stützt unsere Position, dass wir auch als Fußball-Bundesligaverein keine Absicht zur Gewinnerzielung verfolgen und beispielsweise Gewinne ausschütten, sondern unsere Gewinne wieder dem originären Vereinszweck der sportlichen Leistungserbringung zuführen“, sagt Jan Lehmann. Der kaufmännische Vorstand von Mainz 05 verweist darauf, dass sich sein Klub des Rückhalts der ebenfalls noch immer in Vereinsform organisierten Ligakonkurrenz aus Freiburg und Schalke gewiss ist.

          Passenderweise könnte die Causa Mainz 05 am 22. Februar in Frankfurt zu einer spannenden Diskussion führen: Dann trifft Lehmann beim Vereinsrechtstag in einer Diskussionsrunde auf Befürworter und auch Gegner der Rechtsauffassung des Klubs.

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