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Mainz-05-Vorstandschef Hofmann : „Ich will prägen und mitgestalten“

„Die Zeit der Unruhe haben wir schon hinter uns“: Stefan Hofmann ist seit Januar Vorstandsvorsitzender von Mainz 05 Bild: Picture-Alliance

Stefan Hofmann über das neue Mainz 05, kleine Unruhen vor seiner ersten Mitgliederversammlung als Vorstandschef und die Honorierung für sein Ehrenamt.

          7 Min.

          Am Montagabend steht die Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligaklubs Mainz 05 an. Es ist die erste Versammlung nach der Wahl des neuen ehrenamtlichen Vereins- und Vorstandsvorsitzenden Stefan Hofmann im Januar. Der frühere Sportliche Leiter des Nachwuchsleistungszentrums hat den Verein trotz einer sportlich schwierigen Situation in der vergangenen Saison wieder in ruhige Fahrwasser geführt. Vergessen schienen die turbulenten Zeiten, als nach dem Abschied von Manager Christian Heidel zu Schalke 04 zunächst die Diskussion um die höchst intransparente und stattliche Entlohnung des ehrenamtlichen Vorsitzenden Harald Strutz eine veritable Vereinskrise ausgelöst hatte. Dessen Nachfolger Johannes Kaluza führte dann höchst unglücklich ein halbes Jahr lang den Klub, ehe er sich dem Druck der Mitarbeiter beugte und den Weg für abermalige Neuwahlen freimachte.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die neue Ruhe stört nun ein Bericht des Kicker über angebliche Hinterzimmerpolitik im Klub: Das Sportmagazin bezieht sich dabei auf Satzungsänderungsvorschläge bezüglich der Honorierung des Vorstandsvorsitzenden sowie der Machtfülle des Aufsichtsrats und vor allem auf eine einvernehmliche Einigung zwischen dem Altvorstand um den früheren Präsidenten Harald Strutz und dessen früherem Stellvertreter Jürgen Doetz und dem Aufsichtsrat auf der anderen Seite im Zuge der Entlastung der im Juni 2017 aus den Ämtern geschiedenen Altvorstände. Gemäß eines Protokolls der Aufsichtsratssitzung vom 14. November 2017, dessen Inhalt FAZ.NET bekannt ist, wurde die Entlastung einstimmig verabschiedet, nachdem der Altvorstand sich zu einer Bezahlung von 12.000 Euro bereiterklärt hatte. Der Kicker fragt, wofür diese Summe veranschlagt wurde, ohne die recht einfach einzuholende Antwort nachzureichen: Die 12.000 Euro waren nach Informationen von FAZ.NET als Ausgleich dafür gedacht, dass Vorstandsmitglieder ohne die aus Compliance-Gesichtspunkten nötige Sorgfalt kostenlos VIP-Karten verteilt haben. Der Betrag sollte im Geschäftsjahr 2016/17 – und nur dafür war eine Entlastung durch den neu installierten Aufsichtsrat nötig – womöglich entstandene Schäden auf Kosten des Vereins ausgleichen. Nachdem die Vergabepraxis zuvor nie wirklich geregelt war im Klub, sah der Aufsichtsrat die Klärung des Umgangs mit Ehrenkarten an Politiker, Funktionäre oder Geschäftspartner schon während der Mitgliederversammlung im vergangenen Oktober als einen ersten Erfolg im Bemühen um Transparenz und Compliance an. Seither vergibt der Klub weniger als die Hälfte an kostenlosen VIP-Karten ab. Die Berichterstattung zum jetzigen Zeitpunkt kommt dem Klub besonders ungelegen, da er am Montagabend vermutlich abermals von seinem Ziel berichten wird, durch Formulierung eines Compliance-Handbuchs zum transparentesten Bundesligavereins werden zu wollen.

          Vorstandschef Hofmann bezieht im Interview zu den geplanten Satzungsänderungen Stellung und spricht über seine Vision von Mainz 05.

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