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Mainz-05-Vorstandschef Hofmann : „Ich will prägen und mitgestalten“

Nein, denn es geht auch hier nur um eine Klarstellung. In der jetzigen Satzung steht, dass der Vorstandsvorsitzende grundsätzlich ehrenamtlich tätig ist. Schon jetzt könnte der Aufsichtsrat dem Vorstandsvorsitzenden Bereiche übertragen, wenn er diesen Vorsitzenden für geeignet hält, Themengebiete auszufüllen. Der Satzungsänderungsantrag verdeutlicht das jetzt nur.

Sind Sie alsbald bezahlter Vorsitzender?

Ich werde meinen Hauptberuf ganz sicher weiter ausüben, das steht fest. Alles Weitere  kann ich  gar nicht beeinflussen, weil es Sache des Aufsichtsrats ist. Aber ich habe in den vergangenen neun Monaten unter Beweis gestellt, dass ich einen Verein führen kann und auch prägen will. Man wird sehen, was der Aufsichtsrat entscheidet. Aber ich könnte es mir gut vorstellen intensiver in das operative Geschäft einzusteigen.

Sie haben in Ihrem Job im Ministerium  stark reduziert, die 3000 Euro wiegen da vermutlich nicht alles auf, da Sie davon alle Fahrt- und Reisekosten tragen müssen. Wäre es überhaupt denkbar, dass Sie langfristig zu diesen Konditionen Vorsitzender sind?

Die finanzielle Geschichte steht dabei nicht im Vordergrund. Es ist aber so, dass ich mir dauerhaft nicht gerecht werden würde: Ich will diesen Verein prägen und mitgestalten. Dann ist die logische Konsequenz, dass ich mir Zeit freischaufeln muss. Dafür werden Voraussetzungen geschaffen.

Welche Bereiche des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs würden Sie denn übernehmen wollen?

Das liegt auf der Hand: Ich kümmere mich derzeit schon stark um die Vereinsentwicklung und die strategische Ausrichtung, immer natürlich in Abstimmung mit meinen Vorstandskollegen. Für die Weiterentwicklung im sportlichen Bereich habe ich sicher auch eine große Affinität. Aber das große Thema, das über allem steht, ist das Thema Identifikation beziehungsweise Identität mit unserem Leitbild. Das würde ich federführend weiter vorantreiben und im Verein umsetzen wollen. Dies ergibt sich auch aus meiner Zuständigkeit für die Fanabteilung des Vereins, die das Projekt begleitet.

Was antworten Sie Zweiflern, die nun sagen: Jetzt ist Mainz 05 bald wieder bei einer Honorierung wie einst von Harald Strutz, dessen klammheimlich genehmigten insgesamt 23.000 Euro pro Monat an Aufwandsentschädigung und Beraterhonorar den Klub ja erst in die Krise führte? Um welche Summen geht es denn am Ende?

Die damals vom Vorstand selbst getroffene Regelung möchte ich nicht kommentieren, aber der Vergleich zu mir hinkt in Bezug auf Summe, Verfahren und Transparenz. Die Entscheidung liegt nicht in meiner Hand. Darüber muss sich der Aufsichtsrat, das von den Mitgliedern gewählte Kontrollorgan, erst Gedanken machen, wenn die Mitgliederversammlung den Weg mitgeht. Konkret haben wir über das alles noch nicht gesprochen, über Zahlen schon gar nicht.

Einige Satzungsänderungsanträge wie die Honorierungsfrage oder auch die Übernahme der Versammlungsleitung durch den Vorstandsvorsitzenden werden als kleine Schritte im Machtkampf zwischen Vorstand und Aufsichtsrat interpretiert. Zudem geht es einigen bei der Honorierung und das dort stehen soll, dass der Aufsichtsrat dem Vorsitzenden Geld bewilligen muss und nicht kann. Sind diese kleinen Kämpfe um Macht nötig?

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