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Mainz-05-Vorstand Jan Lehmann : „Die Bundesliga bleibt immer ein gelebter Traum“

Mainz 05 ist eine regionale Marke. Das ist erst einmal ein ganz großer Unterschied. Wir sprechen die Menschen in unserer Region an, und da würden wir es sehr direkt merken, wenn wir nicht mehr die Sprache der Fans sprechen. Um das zu schaffen, hören wir den Fans zu und beziehen sie ein.

Ist dann Gefahr in Verzug, wenn ein Investor ins Spiel kommt?

Auch das muss man differenziert betrachten. Investor ist nicht gleich Investor. Ich glaube zum Beispiel nicht, dass Fans des VfB Stuttgart ein Problem haben mit dem Einstieg von Mercedes-Benz als Investor. Ganz im Gegenteil. Das gehört zur regionalen Identität wie der VfB und dient dem langfristigen Wohl des Vereins. Erst wenn man einem Investor zu viele Rechte einräumt, die den Interessen der Mitglieder zuwiderlaufen, wird es gefährlich.

Mainz 05 hat große Transfereinnahmen erzielt durch den Verkauf von Abdou Diallo und Suat Serdar und für die drei Franzosen Mateta, Kunde und Niakhaté ordentlich Geld ausgegeben. Hat der Klub einen neuen finanziellen Level erreicht?

Ich möchte die Gelegenheit gerne nutzen, mal klarzustellen, wie viel von einer Ablösesumme tatsächlich bei uns landet. Wir zahlen auf Gewinne Steuern. Bei einem Transfer wie dem von Abdou Diallo können das durchaus mal sechs oder sieben Millionen sein, die wir nach Abschreibungen ans Finanzamt zahlen müssen.

Aber es geht dem Verein gut genug, dass Rouven Schröder nun auch als Einkäufer tätig werden konnte. Mainz 05 geht es also gut?

Ja. Das kann man festhalten. Wir sind wirtschaftlich gesund, haben ein Eigenkapital von über 30 Millionen Euro und schreiben auch in diesem Jahr wieder Gewinne.

Ein kritisches Thema in Mainz sind die Zuschauerzahlen. Wie wollen Sie wieder mehr Menschen ins Stadion locken?

Ich halte den Zuschauerschnitt in Mainz nicht für bedenklich. Wir haben rund 28.000 Zuschauer im Schnitt bei einer Einwohnerzahl von etwa 200.000. Also ist der Schnitt in Relation gar nicht schlecht. Dennoch ist ein Rückgang zu bemerken. Das liegt zum einen daran, dass der Reiz des Neuen nach dem Bau des Stadions verlorengegangen ist. Sicherlich hat auch die Unruhe im Verein einen Beitrag geleistet. Und zum Dritten geht der Trend einfach weg von der Dauerkarte zur Tageskarte. Das liegt zu einem Teil darin begründet, dass die Planbarkeit des Stadionbesuchs immer schwerer wird. Wir hatten vergangene Saison sechs Spiele an einem Wochentag zwischen Montag und Freitag. Bei diesen Spielen hatten wir einen Rückgang um fast vier Prozent, während die Zuschauerzahl bei den anderen Spielen konstant war. Dennoch möchten wir die Fans wieder dazu bewegen, dass sie sich eine Dauerkarte kaufen, und werden natürlich auch viel dafür tun.

Bei unserem ersten Gespräch gestanden Sie ein, dass Sie als gebürtiger Rheinländer natürlich als Kind nicht in Mainz-05-Bettwäsche geschlafen haben. Machen Sie das mittlerweile oder wenigstens Ihre Kinder?

Bis zur Bettwäsche ist es bisher noch nicht gekommen. Aber mein Sohn ist genauso glühender Mainz-Fan geworden wie ich. Sein ursprünglicher Lieblingsverein ist Borussia Dortmund, aber er hat sich wie ich natürlich auch wahnsinnig gefreut, als wir dort gewonnen haben am Ende der Vorsaison.

Sie leben im Taunus. Geht er im Eintracht-Stammland mutig im Trikot zur Schule?

Zur Schule nicht, aber ins Fußballtraining.

Wie kommt das bei den Kameraden an?

Gut. Weil die allermeisten Menschen Mainz 05 sehr sympathisch finden, wie immer wieder auch Studien belegen. Und das ist entgegen der Erwartung unter vielen Eintracht-Sympathisanten gar nicht so anders.

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