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Mainz 05 : Unbedingtes Wollen

Motivation durch Worte und Gesten: Der Mainzer Trainer Achim Beierlorzer mit Torjäger Robin Quaison. Bild: dpa

Trainer Achim Beierlorzer achtet im Abstiegskampf auf jedes Wort. Gegen Fortuna Düsseldorf hat Mainz 05 die Chance, einen vorentscheidenden Schritt Richtung Klassenverbleib zu gehen.

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          In brenzligen Situationen wie einem Abstiegskampf legen Trainer gerne auf jedes Wort wert. Achim Beierlorzer betonte beispielsweise schon am vergangenen Wochenende nach dem 2:0-Sieg gegen den Tabellenletzten SC Paderborn, dass er seiner Mannschaft vor jenem so wichtigen Spiel über die Sprache ein wenig vom Druck zu nehmen versucht hat. „Ich würde niemals sagen, dass wir solch ein Spiel gewinnen müssen. Das hieße ja dann, dass wir dann bei einer Niederlage aufhören müssten“, sagte Beierlorzer. „Aber ich habe gesagt: Wir wollen unbedingt gewinnen.“ So bleibt zu hoffen, dass in der babylonischen Sprachverwirrung einer Mannschaftskabine die Dolmetscher solche Feinheiten registrieren und nicht versehentlich beispielsweise den französischsprachigen oder spanischsprachigen unter den Mainzer Akteuren plötzlich ein „Müssen“ statt eines „unbedingten Wollens“ übersetzen.

          Bundesliga
          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein Interview im Heimspielmagazin der Nullfünfer mit dem auch aus der Fernsehfastnacht bekannten Martin Heininger, Spanisch-Übersetzer des Teams, weckte da Hoffnung. Heininger berichtete darin davon, dass er sich schon auch selbständig Gedanken mache, beispielsweise auch bei Wortschöpfungen wie den im spanischen Fußball gänzlich unbekannten Begriffen wie „Deckungsschatten“ oder „Halbspur“, die in Mainz im Umschaltspiel von den Konterspielern zu besetzen ist. Dann wird er gewiss auch Wollen und Müssen fein unterscheiden. „Man muss sich vorab Gedanken machen, welche Begriffe den Sachverhalt am besten umschreiben“, sagt Heininger. “Mit der Zeit entwickelt man natürlich ein Gefühl dafür, was der Trainer verlangt und wie er denkt. Das Fußball-Vokabular ist in den vergangenen Jahren expandiert.“

          Gegen Fortuna Düsseldorf steht nun an diesem Sonntag (18 Uhr/ F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und Sky) abermals ein solches Spiel an, das Mainz 05 unbedingt gewinnen will. Der Gegner ist als Tabellensechzehnter der direkte Verfolger der Mainzer, ein Erfolg wäre bei dann sieben Punkten Vorsprung vor den Rheinländern bei noch neun Spielen die halbe Miete im Kampf um den Klassenverbleib.

          Beierlorzer warnt freilich davor, den Gegner wegen der jüngsten Rückschläge zu unterschätzen: Düsseldorf hat beim 3:3 im Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC vor Wochenfrist eine 3:0-Halbzeitführung noch aus der Hand gegeben und wurde am Dienstag im DFB-Pokal-Viertelfinale vom Drittligaklub 1. FC Saarbrücken bezwungen. Insgesamt vergaben die Fortunen dabei fünf Strafstöße in regulärer Spielzeit und Elfmeterschießen. Das waren Schläge für das angeschlagene Nervenkostüm. „Wir wissen, was Düsseldorf in den beiden letzten Spielen erlebt hat. Ich habe mir auch das Pokalspiel angeschaut, aber das hat nichts mit unserem Spiel gegen sie zu tun“, sagte Beierlorzer.

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