https://www.faz.net/-gtm-9ztjk

Mainz 05 : Mit dem Vertrauen des Trainers

Kopf hoch: Auch Torhüter Florian Müller (links, neben Leipzigs Torjäger Timo Werner) resignierte gegen Leipzig früh. Bild: AFP

Das Spiel gegen Leipzig war ein sportliches Desaster für Mainz 05. Trainer Achim Beierlorzer will dennoch nicht alles „über den Haufen werfen“ beim Auswärtsspiel bei Union Berlin.

          2 Min.

          Vor wenigen Wochen hat sich Rouven Schröder erstmals mit Mainzer Augen eine der schicksalsträchtigsten Partien aus der Mainzer Fußballgeschichte angeschaut. Als der Fernsehsender Sky in der Not der Fußballlosigkeit in der Corona-Krise erstmals eine historische Konferenz mit Begegnungen von jenem 27. Spieltag ins Programm nahm, der nun in der laufenden englischen Woche tatsächlich ansteht, flimmerten also dramatische Szenen über den Fernseher.

          Bundesliga

          Schröder wusste nur zu genau, wie Mainz 05 am 5. Mai 2002 den Bundesliga-Aufstieg durch eine Niederlage in Berlin verspielt hatte, weil er als Spieler des VfL Bochum davon profitierte und in die Bundesliga aufstieg. „Jetzt als Mainzer habe ich das mit anderen Gefühlen verfolgt. Das Spiel erinnert aber auch gerade jetzt daran, dass sich auch nach schwierigen Momenten die Dinge irgendwann wieder zum Guten zusammenfügen können“, sagte Schröder im F.A.Z.-Interview. Zwei weitere Kämpfe um den Aufstieg später war Mainz 05 dann unter Trainer Jürgen Klopp endlich erstklassig.

          Personalwechsel auch wegen „Englischer Woche“

          Nun muss der Klub aufpassen, dass an diesem Mittwochabend (20.30 Uhr/ F.A.Z.-Bundesliga-Liveticker und Sky) an der Alten Försterei bei einem Ergebnis wie damals der Weg nicht noch weiter Richtung zweite Liga gehen könnte. Nur drei Punkte trennen die Mainzer noch von Relegationsplatz 16, bei der Tordifferenz haben die Rheinhessen einen leichten Vorteil durch das 0:5 gegen RB Leipzig vom Sonntag eingebüßt. „Es muss unser Ziel sein, dort zu gewinnen und morgen Abend 30 Punkte zu haben“, sagt Schröder, dessen Team mit einem überdimensioniert großen gecharterten Flugzeug nach Berlin fliegt, um die Abstandsregeln einzuhalten.

          Trainer Achim Beierlorzer wird sein Team dann nicht nur wegen der Erkenntnisse aus dem desaströsen Auftritt gegen Leipzig mit verändertem Personal auf das Feld schicken. Die englische Woche verlange wegen der erschwerten Vorbereitung auf die Fortsetzung der Bundesligasaison „nach frischen Kräften“.

          Zur Disposition dürften vor allem gegen Leipzig besonders schwache Akteure wie Boetius oder Aaron stehen. Letzterer fiel besonders negativ auf, als er bei der Entstehung des 0:3 fast drei Sekunden vor dem Tor auf dem Boden liegen blieb, ehe er sich zu spät aufraffte, um eventuell doch noch Marcel Sabitzer am Torerfolg hindern zu können.

          Der 52 Jahre alte Trainer will indes auch nicht wieder „alles über den Haufen werfen“ nach einem schlechten Spiel. „Vertrauen des Trainers in die Mannschaft ist auch etwas ganz Wichtiges“, sagt Beierlorzer. „Wenn man in eine Richtung geht, kann man nicht direkt wieder alles nach nur einem Spiel, das auch mich enttäuscht hat, wieder komplett umwerfen.“

          Besser wäre, wenn die Mainzer stattdessen den Trend wieder umkehren könnten. Dann würde auch nicht wie in der Hinserie nach dem 2:3 gegen Union der Absturz auf Rang 16 drohen, dem zudem noch die Trennung vom damaligen Trainer Sandro Schwarz gefolgt war.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wirtschaftsminister Altmaier : „Ich bin nicht der Oberlehrer der Welt“

          Muss Deutschland einen Bogen um Länder wie China machen, die Freiheitsrechte verletzen? Nein, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Im F.A.Z.-Interview kündigt er für Deutschland weitere Staatsbeteiligungen an – und ein mögliches Ende der Maskenpflicht.
          Aktivistischer Investor: An die Commerzbank schrieb Cerberus nach klassischer Aktivistenmanier Briefe.

          Cerberus Investitionen : Der umtriebige Finanzinvestor

          Cerberus zieht als entschlossener Aktivist nicht nur bei der Commerzbank die Fäden. Die Amerikaner stehen darüber hinaus für eine Reihe sehr unterschiedlicher Transaktionen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.