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1:1 gegen die Rheinhessen : Für Wolfsburg ist Mainz stärker als Madrid

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Wildes Gedränge: Wolfsburg und Mainz schenken sich im Topspiel nichts. Bild: dpa

Nach der Königsklassen-Sensation gegen Real Madrid holt Mainz 05 die Wolfsburger zurück in die Bundesliga-Realität. Beim Remis gehen die Niedersachsen zwar in Führung – doch am Ende sind die Gäste das deutlich bessere Team.

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          Mancher Abschied von der Herrlichkeit lässt sich leicht voraussagen. Es war bitter und typisch, wie sich der VfL Wolfsburg vergeblich mühte, an seine jüngste Glanztat nahtlos anzuknüpfen. Dem umjubelten 2:0-Triumph im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid ist der befürchtete Rückschlag gefolgt. Im wichtigen Heimspiel gegen Mainz 05 reichte es vor 27.844 Zuschauern lediglich zu einem 1:1 (0:0).

          Dem Führungstreffer für Wolfsburg durch André Schürrle (52. Minute) hatte der Gast den Ausgleich des eingewechselten und guten Jairo (66.) entgegenzusetzen. Das Stagnieren des Einen bleibt das Glück das Anderen. Die Mainzer etablieren sich als eine der großen Überraschungen in der Fußball-Bundesliga und rütteln an der Vormachtstellung der eigentlichen Spitzenmannschaften.

          Nicht immer wirklich zufrieden: Dieter Hecking müht sich an der Seitenlinie Bilderstrecke

          Die zielstrebige Rückkehr zur Normalität, die dem VfL Wolfsburg wiederfahren ist, dürfte niemand so richtig überrascht haben. Drei Tage nach dem Aufbegehren gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner war den Niedersachsen im Duell mit Mainz wieder die Favoritenrolle zugefallen. Kapitän Naldo und Co. setzten also wieder auf Ballbesitz, versuchten den Gast mit Dominanz müde zu spielen und verkrampften dabei. Als Beleg diente diese typische Szene kurz vor dem Ausgleich. Schürrle störte vor dem Ausgleich für Mainz zu halbherzig und ließ einen fatalen Konter zu. Und sein Kollege Dante sah zudem in der Schlussminute die Gelb-Rote Karte. Den Wolfsburgern fehlten trotz ihrer zwischenzeitlichen Führung wie so oft in dieser Saison: die letzte Dynamik und Cleverness, ein entschlossener Zug zum Tor und der nötige Platz zum Kontern.

          Wie den Profis den VfL ergeht es offenbar auch den Fans der „Wölfe“. Vor dem Spiel gegen Mainz war die Aufregung vor allem deshalb groß, als die letzten der sogenannten Begegnungsschals zum Verkauf angeboten wurden. 15 Euro kostete ein Stück Halsbekleidung, das das Viertelfinalduell der Königsklasse mit Real Madrid bewirbt. Davon noch Exemplar zu ergattern, war vielen Stadionbesuchern mit Zuneigung für Wolfsburg Fußball eine echte Herzensangelegenheit. Sich für die Begegnung mit den starken Mainzern zu begeistern, dürfte deutlich schwieriger gewesen sein.

          Es war gar nicht so, dass beiden Mannschaften schlecht kombinierten. Aber sie stellten sich gegenseitig so geschickt die Laufwege zu, dass das Gegenüber kaum zu Entfaltung kam. Im Mainzer Team konnte vor allem Stürmer Jhon Cordoba auf sich aufmerksam machen. Der Kolumbianer brachte seinen routinierten Gegenspieler Naldo mehrfach in Verlegenheit und zwang ihn in der 27. Minute sogar zu einem Foul, das mit der Gelbe Karte bestraft werden musste.

          Der Rollentausch zwischen Wolfsburg und Mainz, der sich in der Hackordnung der Bundesliga immer mehr verfestigt, bleibt bemerkenswert. Nicht der mit Stars aus aller Welt beladene VfL, sondern der kleine FSV macht sich auf, einen Platz in der Champions League zu erobern. „Meine Mannschaft muss sich hinterfragen“, sagt VfL-Cheftrainer Dieter Hecking, wenn es wieder mal hakt und nicht gerade eine Sternstunde wie die gegen Real gelungen ist. Um es positiv zu formulieren: Sein Team kann sehr fein zwischen alltäglichen und besonderen Aufgaben unterschieden. Es verspielte gegen die a Mainzer – ohne den gesperrten Julian Draxler und drei freiwillig geschonte Stammspieler – nicht nur einen Heimsieg, sondern auch die nächste Chance, künftig zumindest in der Europa League vertreten sein zu dürfen.

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