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Mainz-Stürmer Ádám Szalai : Es fehlen nur noch Tore

  • -Aktualisiert am

Ádám Szalai (rechts) soll für Mainzer Tore im Abstiegskampf sorgen. Bild: dpa

Zu Saisonbeginn wurde er suspendiert, inzwischen ist Ádám Szalai wieder Stammspieler bei Mainz 05. Mit Toren klappt es beim ungarischen Stürmer allerdings noch nicht wie gewünscht.

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          Zwei Dinge kann man Ádám Szalai ganz sicher nicht vorwerfen: dass er sich während des Corona-Lockdowns verbotenerweise in die Hände eines Friseurs begeben hätte. Und dass es ihm auf dem Fußballplatz an der nötigen Einstellung mangele. Der Stürmer, der sein Haar zuletzt mit einem Zopf bändigte, mag nicht der eleganteste Kicker im Kader des FSV Mainz 05 sein. Doch er verkörpert eine Eigenschaft, die für Trainer Bo Svensson zu den unabdingbaren Grundlagen des Fußballs gehört. Szalai haut sich rein. Ohne Wenn und Aber. Was dem 33-Jährigen fehlt, sind Tore.

          Bundesliga

          Sein bislang letztes schoss er am 11. September im DFB-Pokalspiel gegen den TSV Havelse. Weder in den zwei Bundesligabegegnungen unter Achim Beierlorzer noch unter dessen Nachfolger Jan-Moritz Lichte bestritt er auch nur eine Punktspielminute. Doch das hat sich grundlegend geändert. In allen Partien des Jahres 2021 wirkte Szalai mit, zunächst als Einwechselspieler in der Schlussphase, zuletzt sechsmal von Beginn an. Und vieles spricht dafür, dass dies auch am Sonntagnachmittag (13.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) der Fall sein wird, wenn die 05er bei der TSG Hoffenheim antreten.

          Von den Kraichgauern war der Kapitän der ungarischen Nationalmannschaft im Sommer 2019 an den Bruchweg zurückgekehrt, von 2009 bis 2013 seine erste Station in der Bundesliga. Doch die Rückholaktion als Reaktion auf Jean-Philippe Matetas schwere Verletzung brachte nicht den erwünschten Effekt. Ein Tor (der Siegtreffer gegen Eintracht Frankfurt) und eine Torvorlage: Mehr Zählbares sprang nicht heraus. Und lange ließ sich nicht behaupten, dass er dieses Manko anders ausgeglichen hätte.

          „Er brennt in jedem Spiel“

          Schlagzeilen machte er vor allem, als Beierlorzer ihn nach dem ersten Spiel der laufenden Runde suspendierte, nicht mal mehr am Training teilnehmen ließ – ein Grund dafür, dass die Mannschaft für einen Tag die Arbeit verweigerte. Eine Woche später wurde der Trainer entlassen. Anfang Oktober räumten Szalai und die Vereinsverantwortlichen ihre Differenzen aus. Der Spieler durfte wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Und einen Trainerwechsel weiter avancierte er wieder zur Stammkraft.

          „Seit ich hier bin, brennt er jede Woche, in jedem Spiel, egal gegen welchen Gegner“, sagt Bo Svensson, der einst unter Thomas Tuchel noch gemeinsam mit Szalai auf dem Platz gestanden hatte. „Das ist seine professionelle Mentalität.“ Er selbst habe dazu nicht beitragen müssen, der Impuls sei allein vom Spieler ausgegangen. Fakt ist, dass Szalai nicht nur fitter und austrainierter wirkt, sondern auch ganz anders auftritt.

          Szalai rackert, er zieht als Wandspieler meist zwei gegnerische Verteidiger auf sich und schafft damit Räume für die Kollegen, er arbeitet auch nach hinten. Nur wenn es ans Toreschießen geht, bekommt er so wenig auf die Reihe, dass fehlendes Glück als Begründung nicht mehr ausreicht. „Schwer zu sagen, woran es liegt“, sagt Svensson. „Ádám bringt für unser Spiel sehr viel mit, auch die Fähigkeit, seine Nebenleute und die gesamte Mannschaft besser zu machen. Dass der Ball nicht über die Linie geht, weiß er selbst.“ Dieses Problem verstärke sich womöglich mit der Zeit, weil Szalai sich zunehmend unter Druck setze und den Torerfolg zu erzwingen versuche.

          „Aber ich bin mit seiner Leistung im Großen und Ganzen zufrieden“, sagt Svensson. „Sonst hätte er nicht sechs Spiele hintereinander angefangen.“

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