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Nachfolger von Martin Schmidt : Sandro Schwarz neuer Trainer in Mainz

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Sandro Schwarz erhält bei den Mainzern einen Drei-Jahres-Vertrag. Bild: Picture-Alliance

Sandro Schwarz wird neuer Trainer beim Bundesligaklub FSV Mainz 05. Er tritt damit die Nachfolge von Martin Schmidt an. Der ehemalige U23-Trainer steht bei den Mainzern vor großen Herausforderungen.

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          Mainz. „Meenzerischer“ war der 1. FSV Mainz 05 nie. Es sei denn, man blickt 62 Jahre zurück, als Gerd Higi als gebürtiger Mainzer den damaligen Oberligaklub trainierte. Seit Mittwoch hat der Bundesligaverein aus dem Rhein-Main-Gebiet wieder einen echten Mainzer als ersten Fußballlehrer verpflichtet: Sandro Schwarz, in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz als Sohn eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter zur Welt gekommen, und bis auf einen kurzen Abstecher zu Rot-Weiß Essen ausschließlich im Rhein-Main-Gebiet als Spieler (Mainz 05 und SV Wehen Wiesbaden) oder Trainer (Wehen, 1. FC Eschborn, Mainz 05) unterwegs.

          Sportlich sozialisiert wurde der Nachfolger des nach dem Bundesliga-Finale beurlaubten Schweizers Martin Schmidt bei den 05ern, seinem Herzensklub. Nicht zuletzt durch die wegweisenden Trainer Wolfgang Frank, Jürgen Klopp und Thomas Tuchel. Bei Mainz 05 brachte es Schwarz bis zum Zweitligaprofi, ehe ihm der damalige Trainer und Kumpel Klopp nach dem Bundesliga-Aufstieg 2004 bedeutete, dass die erste Liga eine Nummer zu groß für ihn sei.

          Der defensive Mittelfeldspieler, fleißig, aber nicht allzu schnell, blieb den Mainzern danach neun Jahre lang räumlich und emotional nahe, ehe er 2013 als Trainer der U19 zurückkehrte und 2015 die U23 von Schmidt übernahm. Schon sehr früh wurde das Trainertalent aus den eigenen Reihen als Kandidat für die höchsten Weihen seines Berufsstandes eingeschätzt. Der frühere Manager Christian Heidel wie auch sein Nachfolger, Sportdirektor Rouven Schröder, sahen in ihm einen potentiellen Nachfolger für Schmidt, falls der mal gehen wollte oder sollte.

          Als es am Mittwoch so weit war und der neue Cheftrainer der Bundesliga-Mannschaft – ausgestattet mit einem Dreijahresvertrag – vorgestellt wurde, lächelte der 38 Jahre alte Schwarz freundlich vom Podium und artikulierte sich in seinen Begrüßungsworten mit einer Leidenschaft, die einem Halbitaliener gut zu Gesicht steht. „Ich werde alles für die Menschen in dieser Region geben“, sagte er voller Vorfreude auf die neue Aufgabe, „wenn die nicht mitfiebern würden, hätte ich keine Berechtigung, hier zu arbeiten.“

          Identifikation mit Klub und Stadt

          Die vollkommene Identifikation mit dem Klub und der Stadt ist diesem passionierten Trainer, der mit der U23 des Klubs trotz einer starken Rückrunde vor kurzem aus der Dritten Liga in die Regionalliga abstieg, eine Selbstverständlichkeit. Schwarz wird der im Vergleich zu ihm ruhigere Jan-Moritz Lichte, zuletzt Leiter des Nachwuchsleistungszentrums beim Bundesliga-Rückkehrer Hannover 96, als erster Assistent zur Seite stehen.

          Was Schwarz, nach Klopp, Tuchel und Schmidt schon der vierte Mainzer Cheftrainer, der innerhalb des Klubs zum Chefcoach reifte, den Mainzer Zuschauern bieten will, ist ein flexiblerer und schwerer auszurechnender Spielstil als unter seinem Vorgänger. Schmidt war vor allem auf die Balleroberung und den Umschaltfußball fixiert.

          Bei Schwarz sollen auch längere Ballbesitzphasen keine Seltenheit mehr sein. „Wir wollen auf nichts verzichten“, sagte er beim Blick auf das von ihm erstrebte Mainzer Arsenal für die nächste Spielzeit. Das klang zumindest schon mal verheißungsvoll, bot doch der Tabellenfünfzehnte der vorigen Saison einen bei aller Betriebsamkeit oft genug ermüdenden Fußball.

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