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Mainz 05 : Anzeige gegen Gauland-Auftritt

Eine provokante Anzeige: Mainz 05 polemisiert gegen AFD-Chef Gauland Bild: Mainz 05

Mainz 05 bezieht klar Position gegen die AfD: Der Fußball-Bundesligaklub fordert seine Anhänger in einer Zeitungsanzeige unmissverständlich auf, einen Auftritt von Parteichef Gauland zu ignorieren. Die AfD kritisiert das Vorgehen des Vereins.

          Der Fußball-Bundesligaklub Mainz 05 bezieht politisch klar Position: Aus Protest gegen einen Auftritt des AfD-Bundesvorsitzenden Alexander Gauland am Samstag in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt hat der Verein in der Mainzer Allgemeinen Zeitung eine Anzeige geschaltet, in der der Klub seine Anhänger unmissverständlich zur Ignoranz gegenüber der Partei und gewissermaßen zur Mitfahrt zum Auswärtsspiel nach Nürnberg auffordert, um Gauland auszuweichen. „Wenn auswärts an diesem Samstag die bessere Alternative in Deutschland ist“, schrieben die Rheinhessen, die am Samstag (15.30 Uhr/F.A.Z.-Liveticker und Sky) beim Aufsteiger 1.FC Nürnberg zu Gast sind, auf einem Foto, das aufgrund der von Gauland meist getragenen grünen Krawatte mit Hundemotiven klar auf den rechten AfD-Politiker abzielt.

          „Die gemeinsame Leidenschaft für den Fußball und die gemeinsame Definition von Leistungszielen stärken die gemeinschaftlichen Werte, die ihrerseits Grundlage sind für Leistungserbringung im Mannschaftssport“, teilte der Mainzer Vereinsvorsitzende Stefan Hofmann mit: „Unser Verein entwickelt Persönlichkeiten auf Basis dieser Werte. Es ist uns ein Anliegen, dies immer wieder klar zu betonen.“ Doppeldeutig endet das Statement des Klubs auf der Vereins-Homepage mit den Worten : „Wir als Verein werden auch in Zukunft für diese Werte stehen, denn sie sind für uns ohne Alternative.“

          Gauland tritt am Samstag zusammen mit dem Mainzer Bundestagsabgeordneten Sebastian Münzenmaier im Kurfürstlichen Schloss auf, die Polizei rechnet mit Protesten. Die 05er zitierten in der Zeitungsanzeige auch aus ihrer Vereinssatzung: „Mainz 05 (...) fördert die Funktion des Sports als verbindendes Element zwischen Nationalitäten, Kulturen, Religionen und sozialen Schichten. Er bietet Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Menschen mit Behinderung unabhängig von Geschlecht, Abstammung, Hautfarbe, Herkunft, Glauben, sozialer Stellung oder sexueller Identität eine sportliche Heimat.“

          Mainzer AfD kritisiert Bevormundung der Fans

          Die Mainzer AfD reagierte auf die Anzeige mit einem Statement auf ihrer Facebookseite. „Wenn einzelne Vereinsfunktionäre meinen, ihre private parteipolitische Meinung auf einen ganzen Verein übertragen zu müssen, kommt das dabei heraus... Die zahlreichen AfD-Wähler unter den Mainz 05-Fans werden für diese Bevormundung 'dankbar' sein. Übrigens: Der 05-Vereinsvorsitzende ist Abteilungsleiter im rheinland-pfälzischen Bildungsministerium und setzt offenbar die Anweisung seines Arbeitgebers um, gegen die einzige Opposition im Land zu politisieren...“

          Ähnlich deutlich distanzierte sich vor geraumer Zeit auch Eintracht Frankfurt von der AfD: Präsident Peter Fischer hatte in einem Interview mit der F.A.Z. gesagt: „Wer die AfD wählt, kann bei uns kein Mitglied sein.“ Diese Aussage hatte eine heftige Debatte ausgelöst.

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