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Fußball-Bundesliga : Mainz-Präsident Strutz tritt nicht mehr an

Abschied im Sommer: Der Mainzer Präsident Harald Strutz tritt nach 28 Jahren nicht mehr zur Wahl an Bild: Wonge Bergmann

Mainz 05 muss sich einen neuen Vorsitzenden suchen: Harald Strutz beugt sich dem Druck und tritt nicht mehr zur Wiederwahl an. Damit beendet der seit 28 Jahren amtierende Präsident eine seit einem Jahr dauernde Debatte.

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          Harald Strutz beugt sich dem immer stärker werdenden Druck gegen seine Position als Präsident von Mainz 05. Der 66 Jahre alte Mainzer wird bei der im Sommer anstehenden Mitgliederversammlung nicht mehr zur Wahl antreten. Strutz führt den Fußball-Bundesligaklub seit 1988 und begleitete den Aufstieg des Klubs von einer grauen Maus des Amateurfußballs zu einem mittlerweile schon in der elften Bundesligasaison mitspielenden etablierten Erstligaklub als stets mit großer Mehrheit wiedergewählter erster Repräsentant. Diese lange Funktionärszeit brachte ihm auch Posten als Vizepräsidenten von DFB und DFL ein, die er erst im vergangenen Jahr auf Druck der Zweitligaklubs auf einen eigenen Vertreter einbüßte. Strutz' Vater war bereits in den fünziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Präsident der „05er“.

          „Im Interesse meiner Familie und im Interesse des Vereins Mainz 05 habe ich den Entschluss gefasst, zur Wahl des Vereinsvorsitzenden von Mainz 05 bei der nächsten Mitgliederversammlung nicht mehr zu kandidieren. Bis dahin werde ich die Umstrukturierung des Vereins weiter verantwortungsvoll begleiten und mich für die Gründung einer Fanabteilung einsetzen“, teilte Strutz in einer Mitteilung des Klubs am Freitagmorgen mit.

          Mit seinem Verzicht beendet Strutz eine seit dem vergangenen Januar dauernde Debatte um seine Person, die den Verein erschüttert hat. Damals wurde bekannt, dass der vorgeblich ehrenamtlich agierende Vereinsvorsitzende neben einer Aufwandsentschädigung in Höhe von 9000 Euro auch mit einem juristischen Beratervertrag in Höhe von 14.000 Euro monatlich honoriert wird. 

          Heidel-Abgang als Auslöser

          Auslöser der Diskussion war der Abgang von Manager Christian Heidel nach Schalke. Das drohende Machtvakuum nach dem Abschied des „Allesmachers“ in Mainz lenkte den Fokus auf Strutz' Arbeit und offenbarte zunehmende gravierende Defizite in der Führung des Vereins.

          Zuletzt äußerten sich in der F.A.Z. zwei Sponsoren und forderten mehr oder weniger direkt den Rückzug des Präsidenten. Ein Partner begründete eine Logenkündigung mit der Person des Vereinsvorsitzenden, der Hauptsponsor Kömmerling hatte in Person des geschäftsführenden Gesellschafters Peter Mrosik feiner formuliert den Restvorstand zum Handeln aufgefordert mit den Worten: „Wir vertrauen darauf, dass die Gremien von Mainz 05 zu einer Lösung finden werden, die die beste Option für den Verein darstellt.“

          In dieser Woche brach nun auch Sportdirektor Rouven Schröder, der durch seine hauptamtliche Aufgabe kommissarisch als Nachfolger des zu Schalke 04 abgewanderten Christian Heidel in den Vorstand um Strutz nachgerückt ist, sein vorangegangenes Schweigen zur Sache und sagte recht unmissverständlich: „Der Verein steht über allem, über allen Einzelpersonen. Wir müssen intern die richtigen Wege einschlagen.“

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