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Fußball-Bundesliga : Mainz-Präsident Strutz tritt nicht mehr an

Das konnte man als Handlungsempfehlung an die restlichen, allesamt altgedienten und mit Strutz menschlich verbundenen Vorstandskollegen verstehen. Der Vorstand hatte immer mehr Angst vor negativen Folgen: Der anhaltende Zuschauerschwund, der sich mehr noch als in den absoluten Zahlen an verkauften Tickets in der steigenden Anzahl von leeren Plätzen offenkundig wenig motivierter, nur selten erscheinender Dauerkarteninhaber niederschlägt, ist ein Zeichen dafür, dass den Mainzern die Identifikation mit dem Klub abhandenkommt. Womöglich ist auch durch die Erfolge der vergangenen Jahre mit Europapokalqualifikationen und ohne auch nur einen Spieltag auf einem Abstiegsplatz in den vergangenen siebeneinhalb Spielzeiten die Erwartungshaltung allzu sehr gestiegen. Womöglich ist die Identitätskrise aber auch viel direkter mit der Vorstandskrise verbunden. Die seit nun anderthalb Jahren gelähmte und vornehmlich mit Diskussionen um zunächst Heidel und dann auch Strutz beschäftigte Führung entwickelt kaum Visionen, wie man die Anhänger wieder stärker für sich einnehmen kann.

Am Ende wurde der Restvorstand nun gar überrascht von Strutz' unangekündigtem und und nicht abgesprochenen Vorstoß - was viel aussagt über die entstandenen Verwerfungen. Erst drei Stunden nach dessen Ankündigung meldete sich Vizepräsident Jürgen Doetz per Pressemitteilung des Klubs zu Wort. „Harald Strutz gebührt unser Respekt für seine Entscheidung, die für ihn nach 28 Jahren an der Spitze des 1. FSV Mainz 05 sicher keine einfache war. Mit dieser nimmt er dem Verein den in der Öffentlichkeit gewachsenen Druck im Hinblick auf die anstehenden Zukunftsfragen“, ließ Doetz mitteilen.

Suche nach Nachfolger

Welcher neue Weg nun eingeschlagen wird, wird sich weisen. Einige Vorstandsmitglieder hatten in den vergangenen Wochen bereits nach möglichen Gegenkandidaten für eine Kampfabstimmung gesucht. Die Adressaten aus der Mainzer Wirtschaft und Gesellschaft, dem Verein lange schon verbunden aber zugleich unabhängig genug gegenüber den bestehenden Strukturen, verweigerten sich aber dem Wunsch, gegen Strutz anzutreten. Womöglich könnten diese Personen nun zu einem Umdenken bewegt werden, da Strutz nicht mehr als Gegner bei der Wahl zur Verfügung steht und den Weg frei macht.

Der Wunschkandidat einiger Verantwortlicher, Engelbert Günster, Präsident der Industrie- und Handelskammer für Mainz und Rheinhessen und bis zu seinem Ruhestand in leitender Funktion beim Pharmaziekonzern Boehringer Ingelheim tätig und zuletzt in der Strukturkommission von Mainz 05 an der Schaffung eines Kontrollorgans maßgeblich beteiligt, soll nach FAZ.NET-Informationen lediglich für eine Aufgabe im Aufsichtsrat zur Verfügung stehen.

Selbiges gilt angeblich auch für Detlev Höhne, als Stadtwerke-Vorstand einer der mächtigsten Strippenzieher in Mainz. So bliebe am Ende vielleicht als Lösung für den Übergang der 72 Jahre alte Vizepräsident Jürgen Doetz, aus alten Schlachten als Vertrauter von Medienmogul Leo Kirch erfahren im Umgang mit Krisen. „Wir werden seine Entscheidung und ihre Konsequenzen für Mainz 05 intern im Vorstand in aller Ruhe und Sachlichkeit erörtern, aber wir werden keine überhastete Personaldiskussion anstoßen“, teilte Doetz lediglich mit.

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