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Fußballklub Mainz 05 : Wehrlos und willensschwach

  • -Aktualisiert am

Ungewohnte Perspektive: Der gelbgesperrte Bo Svensson Bild: Huebner

Raus aus dem DFB-Pokal und 1:2 in der Bundesliga bei Greuther Fürth: Trainer Bo Svensson will bei Mainz 05 die Dinge hinterfragen und kündigt eine gründliche Analyse an.

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          In Bochum aus dem Pokal geflogen, in Fürth die zweite Rückrundenniederlage kassiert: Die erste englische Woche des Jahres wurde für die Fußballprofis des FSV Mainz 05 zu einer großen Enttäuschung. „Wir sind jetzt zweimal sechs Stunden in der Gegend rumgefahren und haben zweimal nichts geholt“, sagte Torwart Robin Zentner. „Das tut natürlich weh.“ Das Bedenkliche: Wie schon am Dienstagabend war auch nach dem 1:2 beim Bundesligaschlusslicht die Rede davon, der Gegner habe den Sieg mehr gewollt. Diesmal sagte das Moussa Niakhaté, der Kapitän.

          Bundesliga

          Um ob des Auftritts der Rheinhessen die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, musste man nicht darauf abheben, dass der Gegner mit lediglich sieben Punkten in diesen 20. Spieltag gegangen war. Die Fürther bestätigten, worauf Bo Svensson vorab hingewiesen hatte: dass sie nicht mehr die hilflose, überforderte Elf aus der Hinrunde sind, sondern zum Beispiel dank einer personell besser besetzten Hintermannschaft kompakt und stabil stehen und sich auch offensiv verbessert haben. Enttäuschend war allerdings, wie wenig den 05ern einfiel, um sich dagegen zu wehren, um dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken.

          „Du kannst nicht so in ein Bundesligaspiel gehen, wie wir heute“, sagte der Mainzer Trainer, der nicht nur spielerische und grundlegende kämpferische Elemente, sondern auch die Haltung vermisst hatte. „Das war weit weg von der richtigen Einstellung.“

          Den Platz an der Seitenlinie hatte der gelbgesperrte Svensson seinem Ko-Trainer Babak Keyhanfar überlassen müssen, er selbst beobachtete das Spiel aus einer Loge heraus („Das ist nicht optimal, wenn ich da oben sitze“), hielt allerdings die Pausenansprache und nahm auch bei der Pressekonferenz auf dem Podium Platz. Diese Gelegenheit nutzte er für eine Entschuldigung, die darauf schließen ließ, dass er sich künftig mit Kritik an Unparteiischen zurückhalten und aus Wortgefechten mit den gegnerischen Bänken heraushalten will: „Ich habe meine Mannschaft ein Stück weit im Stich gelassen.“

          Einen solchen Vorwurf hätte man freilich auch anders adressieren können: Die Mannschaft hat Keyhanfar im Stich gelassen. In Fürth verhinderten unsaubere Ballannahmen und Pässe rund 20 Minuten lang nicht nur ein vernünftiges Aufbau- und Offensivspiel, sondern leiteten auch den Rückstand ein. Moussa Niakhaté brachte in der zwölften Minute nach einem Ballgewinn am Strafraum mit einem unpräzisen Zuspiel auf Anton Stach die Fürther in eine Umschaltsituation, die Jeremy Dudziak mit dem 0:1 abschloss. Das 0:2 besorgten die Gäste selbst. Stefan Bell, der nicht sehen konnte, dass in seinem Rücken keine Gefahr drohte, versuchte eine Hereingabe von Dudziak zu klären und schob den Ball stattdessen mit links über die Linie (66.).

          Vielleicht wäre es anders gelaufen, hätten die 05er aus ihrer einzigen starken Phase Kapital geschlagen. Zwischen der 29. Minute und dem Pausenpfiff kamen sie immerhin zu fünf guten bis sehr guten Ausgleichschancen, mehr als zwei Lattentreffer – zunächst bei einem Freistoß von Anton Stach, dann bei einer Abwehr des Fürthers Jetro Willems – sprangen dabei nicht heraus. „Hätten wir ausgeglichen, wären die Köpfe wieder oben gewesen“, vermutete Sportdirektor Martin Schmidt.

          Den Treffer verpasst zu haben, durfte allerdings kein Grund sein, sich nach dem Seitenwechsel wieder in den Modus der ersten 25 Minuten zu begeben, erst sehr spät auf den Anschluss zu drängen und ihn durch Karim Onisiwo zu spät zu erzielen. „Wir müssen das hinterfragen“, kündigte Bo Svensson eine gründliche Analyse der beiden jüngsten Leistungen an. „In ein paar Tagen sind wir hoffentlich schlauer.“

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