https://www.faz.net/-gtm-a4rue

Fünf Spiele, fünf Niederlagen : Mainz 05 wie einst unter Jürgen Klopp

  • -Aktualisiert am

Trost für die Spieler: Der Mainzer Trainer Jan-Moritz Lichte ist nun auch als Psychologe gefordert. Bild: dpa

Mainz 05 verliert gegen Mönchengladbach auch die fünfte Partie der Saison. Selbst der Coach des Gegners hat diesmal Mitleid – verweist aber auf eine vergleichbare Situation unter einem heutigen Welttrainer.

          2 Min.

          Nach getaner Arbeit begann die therapeutische Sprechstunde. In seiner Rolle als Motivator für die eigene Mannschaft und Aufbauhelfer für die wieder ohne Ertrag dastehenden Mainzer empfahl Marco Rose, der Trainer von Borussia Mönchengladbach, die passende Rezeptur für Teams, die an sich zweifeln und den Weg zurück zum Erfolg suchen.

          Also erinnerte der 44 Jahre alte Sachse, der von 2002 bis 2011 als Linksverteidiger die Mainzer Farben trug, die Rheinhessen daran, dass er unter dem mittlerweile auch in England angehimmelten Trainer Jürgen Klopp in der Saison 2005/06 eine Startserie von fünf Spielen ohne einen Punkt durchgemacht habe. Um aus einer solchen Notphase herauszukommen, empfahl Rose den Mainzern nach dem 3:2-Sieg seiner Borussen diese Aufbaupräparate: „Das Entscheidende ist, dass man Energie ausstrahlt, positiv bleibt und hart arbeitet. Es ist wichtig, dass die Jungs anfangen, an sich zu glauben.“

          Dabei wollte Rose keineswegs besserwisserisch daherkommen, sondern als alter Freund („ich habe hier meine schönste Zeit als Fußballer erlebt“) verstanden werden. Mit seinen Ratschlägen beruhigte er auch seinen Mainzer Kollegen Jan-Moritz Lichte, dem die unglückseligen Umstände der Niederlage zunächst heftig zusetzten. „Wir sind wütend, dass es so ausgegangen ist und wir uns nicht belohnt haben“, sagte Lichte.

          Die Mainzer führten nach dem 0:1 durch Stindl (15.) bis zur 76. Minute nach zwei Toren ihres unwiderstehlichen Mittelstürmers Mateta 2:1 (23./36. Minute). In der Schlussviertelstunde aber, nach einer zuvor hingebungsvollen Leistung, verspielte der Tabellenletzte sein Guthaben gegen eine Borussia, die nach dem sehenswerten Einstand am Mittwoch bei Inter Mailand in der Champions League zunächst fünf Stammkräfte draußen gelassen hatte, von denen vier (Thuram, Plea, Hofmann, Neuhaus) in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurden.

          „Wir sind absolut konkurrenzfähig“

          Zunächst glich Hofmann, in der Spielzeit 2014/15 in den Mainzer Farben unterwegs, den Rückstand aus, als er einen Handelfmeter zum 2:2 nutzte (75.). Danach leitete der zurzeit beste Torschütze und Torvorbereiter der Gladbacher (drei Treffer, vier Assists) die endgültige Wende ein, als er einen Eckball so feinfühlig schlug, dass Innenverteidiger Ginter daraus mit einem perfekt antizipierten und ausgeführten Kopfball das 3:2 für die Borussia machte (83.).

          Bei den Mainzern herrschte zunächst blankes Entsetzen im ziemlich menschenleeren Stadion, als wahr geworden war, was sich nach dem 2:2 abgezeichnet hatte. „Da hatte ich ein bisschen das Gefühl, dass die Köpfe runtergehen und die Angst beginnt“, beschrieb Lichte die zunehmend labile Seelenlage seiner Profis. Gut gespielt und wieder einmal verloren zu haben, traf die Spieler und ihren Trainer schließlich härter als die schwachen Sieglos-Auftritte an den ersten drei Spieltagen.

          Der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder baute seine noch vor kurzem durch einen Trainingsstreik unangenehm aufgefallene Mannschaft auf. Er lobte das Team, indem er über den ausgebliebenen Lohn der verbesserten Taten hinweg sah: „Spieltag vier – ansprechende Leistung trotz der 0:1-Heimniederlage gegen Leverkusen – und fünf zeigen uns, dass wir absolut konkurrenzfähig sind und uns nicht runterziehen lassen von unserem aktuellen Tabellenstand. Mainz wird nie aufgeben.“ Um endlich auch mal zu ernten, muss Lichtes Mannschaft aber die am Samstag in der Schlussviertelstunde spürbaren Versagensängste schnellstmöglich verscheuchen. „Wir sind dran“, versprach Schröder, „und tun alles für den Verein.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Höchste Anspannung: Polizisten rennen am 21. November in Leipzig, um die Situation zu sichern, als sich Gegner der Corona-Politik und Gegendemonstranten in der Innenstadt gegenüberstehen.

          Polizei und Rassismus : Unter Verdacht

          Die Polizei steht unter Druck. Sie sei rassistisch, heißt es immer wieder. Ein Forscher, der mit Polizisten unterwegs war, sagt: So einfach ist es nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.