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Mainz 05 in der Bundesliga : Der Vielspieler Silvan Widmer

  • -Aktualisiert am

Vielseitig: Silvan Widmer Bild: nordphoto GmbH / Bratic

Laut Trainer Bo Svensson ist Silvan Widmer für Mainz 05 in der Fußball-Bundesliga ein Gewinn. Auch weil der Schweizer Nationalspieler mit unterschiedlichen Defensivsystemen vertraut ist.

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          Wer dieser Tage Silvan Widmer beim Fußballspielen zugeschaut hat, konnte sich an einen Satz erinnert fühlen, den der Trainer Franz Beckenbauer einst über seinen Kapitän sagte: „Der Lothar Matthäus ist ein Weltstar. Der kann links wie rechts.“ Ein Weltstar ist Widmer zwar nicht, was für den FSV Mainz 05, der an diesem Sonntag (17.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei DAZN) ) den 1. FC Köln empfängt, gut ist, weil der Rechtsverteidiger andernfalls nicht in Mainz spielen würde.

          Bundesliga

          Zumindest aber hat er sich mit der Schweizer Nationalmannschaft für die kommende Weltmeisterschaft qualifiziert – und gerade maßgeblich dazu beigetragen, dass diese auf direktem Weg in Qatar dabei sein wird, derweil das Team Italien in die Play-offs geschickt hat. Nicht zuletzt dank Widmer, der beim 1:1 gegen den Europameister im vorletzten Gruppenspiel die Schweizer Führung erzielt hatte. Mit einem brachialen Schuss aus 17 Metern Torentfernung. Aus vollem Lauf unter die Latte. Mit rechts.

          Es war das Gegenstück zu seinem ersten Tor in der Bundesliga, das ihm am zurückliegenden Spieltag gegen Gladbach gelungen war. Der Treffer zum 1:1, der den Mainzer Sturmlauf in der zweiten Halbzeit krönte. Ein brillanter, filigraner Schlenzer in den Torgiebel. Und das mit links, wohlgemerkt seinem schwachen Fuß.

          Unabhängig davon fällt auf, wie schnell Widmer den Mainzer Fußball adaptiert hat, wie schnell er zur festen Größe geworden ist. Vom Erstrundenpokalspiel in Elversberg bis heute stand er in allen 13 Pflichtspielen in der Anfangsformation und ging bis auf zwei späte Auswechslungen stets über die volle Distanz. So wenig Anlaufzeit brauchten nicht viele Neuzugänge am Bruchweg. In Widmers Fall ist das umso erstaunlicher, als er im Sommer nur eine kurze Pause zwischen EM-Viertelfinale und dem Trainingslager hatte, mit dem der vom FC Basel gekommene Mann bei den 05ern einstieg.

          „Stärken auf der Außenbahn“

          „Er hat das große Programm der vergangenen sechs Monate bemerkenswert gut weggesteckt“, sagt Bo Svensson. Weniger erstaunlich findet der Trainer Widmers reibungslos verlaufene Integration. „Er ist sehr intelligent, bringt als gestandener Spieler eine gewisse Erfahrung mit und hat Ruhe.“ Viel erklären müsse er dem mit unterschiedlichen Defensivsystemen vertrauten Schweizer nicht. In Basel spielte Widmer seinen Part im 4-4-2-System, in der „Nati“ war das auch von Svensson bevorzugte 3-5-2 die Regel. Er habe beides drauf, sagt der Spieler, „aber die Dreierkette kommt mir mehr entgegen, weil ich die Laufbereitschaft habe, um offensive Akzente zu setzen, aber auch nach hinten arbeiten kann“.

          Dreimal, in Leverkusen, gegen Union Berlin und in Dortmund, stellte Svensson den Neuzugang in die Innenverteidigung. Einen Zusammenhang mit der kurzen Niederlagenserie muss man nicht erkennen, doch was beim ersten Mal noch gut funktionierte, litt gegen Union unter zwei entscheidenden Abstimmungsproblemen der Kette. Beim BVB verursachte Widmer einen Handelfmeter zum 0:2 und verlor vor dem 1:3 den Ball in einem unnötigen Dribbling tief in der eigenen Hälfte.

          Dass Svensson auf diese Variante wohl nur in Notfällen noch einmal zurückgreifen wird, hat jedoch einen anderen Grund. „Man beraubt ihn eher seiner Stärken auf der Außenbahn, als dass er uns in der Innenverteidigung schlechter macht“, betont der Trainer. „Silvan fühlt sich auf der Seite wohler, und er ist dort wertvoller für unser Spiel.“ Dort legt er weite Wege zurück, kann Druck nach vorne machen, ohne die Arbeit nach hinten zu vernachlässigen. Nicht nur wegen des Treffers gegen Gladbach und der Assists gegen Greuther Fürth und den FC Augsburg sagt Svensson: „Er ist ein Gewinn für unsere Mannschaft.“

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