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Mainz 05 in Bundesliga : „Das Thema ist noch nicht erledigt“

  • -Aktualisiert am

Wegweiser: 05-Trainer Bo Svensson neben Spieler Jeremiah St. Juste Bild: dpa

Mainz 05 dünnt seinen Kader aus und verleiht Verteidiger Luca Kilian nach Köln. Derweil ist für alle Profis die Quarantäne beendet, Trainer Bo Svensson tritt dennoch auf die Bremse.

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          Von der „magischen Atmosphäre“, die zum Auftakt der Bundesligasaison in der Arena am Europakreisel herrschte, schwärmte Silke Bannick, die Pressesprecherin des FSV Mainz 05 auch am Donnerstag noch. Und drückte ihre Hoffnung aus, es möge an diesem Samstag gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei Sky) eine Wiederholung geben.

          Bundesliga

          Vielleicht aber besser nicht bis ins letzte Detail, denn die Magie rund um das 1:0 der Mainzer Rumpfelf gegen RB Leipzig kostet den Verein 15.000 Euro. Diese Strafe hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes verhängt, weil die 05-Spieler nach ihrem völlig unerwarteten Sieg nicht nur vor, sondern geschlossen auf die Tribüne gegangen waren, um dort mit den Fans die „Humba“ anzustimmen – ein klarer Verstoß gegen die Hygieneauflagen. Ein Drittel der Summe darf der Klub an eine soziale Einrichtung im Bereich der Gesundheitsvorsorge spenden.

          Bo Svensson mochte das Thema nicht näher kommentieren. „Die Strafe nehme ich zur Kenntnis“, sagte der Trainer. Ähnlich wie zuletzt schon Sportvorstand Christian Heidel bezeichnete er es als „nicht die allerschlaueste Entscheidung, in die Kurve zu gehen“, warb aber mit Blick auf die Ausnahmesituation am ersten Spieltag auch um „ein bisschen Verständnis für diesen Fehler. Man muss es auch menschlich betrachten.“

          Alle Profis wieder zur Verfügung

          Eine Woche nach der 0:2-Niederlage beim Aufsteiger VfL Bochum stehen Svensson theoretisch wieder alle Profis zur Verfügung. Das bedeutet, sie sind raus aus der Quarantäne, in die sich in der vorvergangenen Woche nicht nur die positiv auf Corona getesteten Spieler und Trainer, sondern auch die nicht geimpften Kontaktpersonen begeben mussten. Es bedeutet allerdings nicht, dass sie auch allesamt schon wieder einsatzfähig sind. Bis zu zwei Wochen waren sie ohne Training, sieht man von den Spinning-Rädern ab, die der Verein ihnen nach Hause lieferte.

          „Es gibt uns ein gutes Gefühl, dass alle wieder im Training sind“, sagte Svensson. „Aber das Thema ist damit noch nicht erledigt. Jetzt müssen wir die Betroffenen erst mal wieder an die Belastung heranführen, um sie möglichst schnell auf ihr Top-Level zu bringen.“ Wie lange das im Einzelfall dauern wird, könne er nicht sagen. „Das sind elf unterschiedliche Spielertypen, der eine verkraftet eine solche Pause besser als der andere.“

          An einer Stelle aber ist der Kader in dieser Woche auch geschrumpft: Luca Kilian haben die Mainzer bis Saisonende an den 1. FC Köln ausgeliehen. Mit sechs Spielern war die Innenverteidigung bislang üppig bestückt, und in der Vorbereitung hatte es nicht danach ausgesehen, als könne der vor einem Jahr aus Paderborn gekommene Kilian sich im internen Ranking vor einen der anderen schieben. Weder vor den Etablierten Moussa Niakhaté, Stefan Bell, Jeremiah St. Juste und Alexander Hack noch vor den ebenfalls im Sommer 2020 geholten, aber gleich wieder verliehenen David Nemeth.

          „Sechs waren einer zu viel, es gab die Anfrage aus Köln, und Luca war schon mit seiner Spielzeit in der vorigen Saison nicht zufrieden“, berichtete Svensson. Insofern habe sein vorübergehender Wechsel für alle Beteiligten Sinn. „Mit fünf Leuten in die Saison zu gehen ist eine gute Zahl, wenn man mit Dreierkette spielt.“

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