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Mainz 05 in der Bundesliga : Bell gibt das gewisse Etwas

  • -Aktualisiert am

Mainzer Stütze, nicht nur in der Luft: Stefan Bell Bild: dpa

Er trage dazu bei, dass die Balance zwischen routinierten und jungen Spielern stimme, sagt Trainer Bo Svensson über Stefan Bell: Der Mainzer Abwehrchef kehrt gegen den VfL Wolfsburg ins Team zurück.

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          Das trifft sich doch gut, dass just an jenem Wochenende, an dem die Vereine der Fußball-Bundesliga ihre Zuschauerkapazitäten wieder zurückfahren müssen, der VfL Wolfsburg in die Arena am Europakreisel kommt. Die Niedersachsen sind in Sachen Faninteresse traditionell heiße Minusrekordanwärter in Mainz, deshalb stellen die nach den jüngsten Vorgaben der rheinland-pfälzischen Landesregierung nur noch 10.000 erlaubten Besucher für den FSV Mainz 05 kein logistisches Problem dar.

          Bundesliga

          Die bereits verkauften Karten behielten „im Rahmen des 2-G-Konzepts ihre Gültigkeit. Der weitere Verkauf von Tageskarten wurde gestoppt“, teilte die Pressestelle des Vereins mit. Stornierungen scheinen nicht erforderlich. „Der Schutz der Gesundheit hat Vorrang“, sagt Vereins- und Vorstandsvorsitzender Stefan Hofmann. „Hinter dieser Prämisse muss auch der Fußball zurückstehen und seinen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leisten. Bundesligaspiele in vollen Stadien sind unter diesen Bedingungen nicht möglich und wären auch das falsche Signal für die Öffentlichkeit.“

          Sportlich verliefen die Duelle mit dem VfL Wolfsburg für die Rheinhessen in den vergangenen Jahren auf eher bescheidenem Niveau. Seit dem Wiederaufstieg 2009 gewannen sie lediglich zwei Heimspiele, was aber auch schon sechs Jahre zurückliegt. Die Auswärtsbilanz ist ähnlich trist – allerdings gelang den 05ern zum Abschluss der vorigen Saison ein beeindruckendes 4:3.

          Svensson stellt sich Aufgabe gerne

          Und was ist für diesen Samstagnachmittag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) zu erwarten? Objektiv ein Gegner, der als Tabellensiebter lediglich zwei Punkte mehr aufweist als die neuntplatzierten Mainzer. „Eine qualitativ hochwertige Mannschaft, die in der Champions League spielt, keinen Leistungsträger verloren, sondern sich mit Spielern wie Lukas Nmecha und Luca Waldschmidt eher noch verstärkt hat“, sagt Bo Svensson.

          Seit Florian Kohfeldt das Traineramt vom erst im Sommer verpflichteten Mark van Bommel übernommen hat, verfügten die Wolfsburger nicht mehr nur über viel individuelle Qualität, „sondern er hat in der kurzen Zeit auch eine kollektive Idee reingebracht“, betont der 05-Coach. „Sie sind disziplinierter unterwegs, weil alle Spieler defensiv mitarbeiten. Aber wir stellen uns der Aufgabe gerne.“

          Dies werden die Mainzer mit Stefan Bell in der Abwehrkette tun, der bei der 1:2-Niederlage in Stuttgart am vorigen Spieltag gelbgesperrt fehlte. Der Innenverteidiger mit seiner Ruhe und der Erfahrung von 205 Bundesliga-Einsätzen „gibt den anderen Spielern das gewisse Etwas“, sagt Svensson. Der 30-Jährige sei auf dem Platz kein Lautsprecher. „Er ist eher einer, der mit viel Input unter vier Augen arbeitet und auf inhaltlicher Ebene führt.“ Und Bell trage dazu bei, dass die Balance zwischen routinierten und jungen Spielern stimme.

          Weiterhin wegen seiner Muskel-Sehnen-Verletzung im Oberschenkel fehlt hingegen Dominik Kohr, an seiner Stelle wird voraussichtlich wieder Leandro Barreiro die Sechserposition bekleiden. „Leo hat das in Stuttgart gut gemacht“, sagt Svensson. Der Trainer verhehlt gleichwohl nicht, dass Barreiro sich „technisch und in der Wahrnehmung der unterschiedlichen Situationen verbessern“ müsse. „Im Spiel mit dem Ball muss er klarer werden. Wenn man alleine auf der Sechs spielt, braucht man eine hohe Passquote. Man muss keine Torvorlagen geben, aber die Bälle sauber verteilen.“

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