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Mainz 05 im Abstiegskampf : Reinpfeffern, keine Sprüche

  • -Aktualisiert am

Moussa Niakhate schoss das entscheidende Tor für Mainz gegen Union Berlin. Bild: dpa

Mainz 05 steht weiter auf einem Abstiegsplatz, doch die Entwicklung in den vergangenen Wochen macht Mut in der misslichen Lage. Das liegt auch an der unter dem neuen Trainer kultivierten Arbeitseinstellung.

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          Nein, die Tabelle der Fußball-Bundesliga sieht nicht gut aus, wenn man sie aus Sicht des FSV Mainz 05 betrachtet. Vorletzter Rang, vier Punkte Rückstand auf Relegations- und Nichtabstiegsplatz, lediglich den trostlos der Zweitklassigkeit entgegendümpelnden FC Schalke hinter sich. Wer jedoch die gesamte Saison ins Auge fasst und insbesondere die Entwicklung der jüngsten Wochen, für den relativiert sich die missliche Lage der Rheinhessen. Sieben Punkte haben sie aus den sechs Spielen unter Cheftrainer Bo Svensson geholt, einen mehr als zuvor aus vierzehn Partien.

          Bundesliga

          Das ist eine mutmachende Tendenz, zumal die (Teil-)Erfolge in Dortmund, gegen RB Leipzig und jetzt gegen Union Berlin nicht zufällig zustande kamen. Sie trugen die Handschrift des Dänen, dem es nach seiner Rückkehr an den Bruchweg vor allem gelungen ist, die Mannschaft in Sachen Mentalität und Zweikampfführung auf ein höheres Niveau zu heben. Von diesem Weg weicht Svensson keinen Millimeter ab, wie beispielsweise Jean-Paul Boëtius zu spüren bekommt: Bis vor kurzem als Spielmacher gesetzt, stand er in den jüngsten drei Begegnungen ein einziges Mal auf dem Platz.

          Für eine Viertelstunde. Potential und Talent spielen für Svensson eine untergeordnete Rolle. Er wolle Spieler im Kader haben, „die jeden Tag alles reinpfeffern, egal, welche Qualität sie haben“, sagt er. Insofern war es auch die richtige Entscheidung, Sieben-Tore-Stürmer JeanPhilippe Mateta ziehen zu lassen.

          Die unter Svensson kultivierte Arbeitseinstellung ist die unabdingbare Grundlage im Mainzer Kampf um den Klassenverbleib. Ob sie ausreichen wird, ist eine andere Frage. Die aus der Drucksituation heraus entstandenen, eklatanten individuellen Fehler sind weniger geworden. Eine Gewähr, dass dieser Trend anhält, gibt es nicht, doch die Wahrscheinlichkeit erhöht sich mit der Zahl der Erfolgserlebnisse.

          Der nächste Schritt muss es sein, das Offensivspiel zu verbessern, ohne an defensiver Stabilität einzubüßen. Mit der Fähigkeit, aus dominanten Phasen mit zahlreichen Balleroberungen Kapital zu schlagen, hätten sie beispielsweise in Stuttgart gewinnen und gegen Union früher für eine Entscheidung sorgen können.

          Aus gutem Grund sprang Bo Svensson am Samstag nicht auf den Zug auf, der während der Pressekonferenz in Form einer Frage an ihm vorbeifuhr, die der Entwicklung der Mannschaft huldigte. Seine Replik: Nach dem Spiel gegen Leipzig sei es darum gegangen, wann sein Team in der Tabelle nach oben klettere, nach der Niederlage beim VfB darum, wie sich 05 auf die zweite Liga vorbereite.

          Und jetzt wieder die andere Richtung? Derlei tagesaktuelles Denken langweilt Svensson. Große Sprüche zu machen sei nicht der Weg, den er gehen wolle, sagt er. Er wird nicht müde zu betonen, dass es inhaltlich noch sehr viel Arbeit gibt. Aber es sah für die Mainzer in dieser Saison schon sehr viel schlechter aus.

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