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Zoff bei Mainz gegen Köln : „Das war der Grund, warum es eskalierte“

  • -Aktualisiert am

Mittendrin beim Streit: die Trainer Bo Svensson (rechts, mit Mainz-Wappen) und Steffen Baumgart (mit Mütze) Bild: dpa

Beim Bundesliga-Duell zwischen Mainz und Köln kracht es gewaltig. Mittendrin sind Bo Svensson und Kevin McKenna. Die verbalen Attacken bringen vor allem den Mainzer Trainer in Rage.

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          Zwei Gelbe Karten hatte Bo Svensson in dieser Saison vor dem zwölften Spieltag schon gesehen. Resultate seiner emotionalen, bisweilen überzogenen Art im Umgang mit Schiedsrichterentscheidungen und seinen nicht seltenen Diskussionen mit den vierten Offiziellen. Die dritte Verwarnung erhielt der Trainer des FSV Mainz 05 am Sonntag während des Bundesligaspiels gegen den 1. FC Köln (1:1) – und an der, so schien es, trug er nur bedingt Schuld.

          Bundesliga

          So aufgebracht wie nach rund einer Stunde hatte man den Dänen an der Sei­tenlinie noch nie gesehen. Mit erhobenem Zeigefinger brüllte er den Kölner Ko-Trainer Kevin McKenna an be­ziehungsweise brüllte zurück. Wer in diesem Moment begonnen hatte, ließ sich nicht feststellen, das Geschehen auf dem Spielfeld – FC-Stürmer Mark Uth hatte 05-Verteidiger Alexander Hack im Mainzer Strafraum gefoult – gab eine derart heftige Auseinandersetzung nicht her. Doch der Ursprung des Geschehens, das von der Tribüne wirkte, als seien auch Handgreiflichkeiten nicht ausgeschlossen, lag eine Weile zu­rück.

          „McKenna hat mich in der Pause beleidigt“, sagte Svensson später, „das war der Grund, warum es eskalierte.“ Die Worte des Kanadiers mochte er nicht wiedergeben, offenbar waren sie so heftig, dass später ein Funke genügte, um Svensson explodieren zu lassen. Auf die Frage, ob der Vorfall in den Katakomben nicht lange genug her war, um sich wieder zu beruhigen, antwortete er mit einer Gegenfrage: „Wenn Sie persönlich beleidigt werden, vergessen Sie das innerhalb einer halben Stunde?“

          Am Spielfeldrand hatte sich die Si­tuation einigermaßen beruhigt, als Schiedsrichter Deniz Aytekin die Wi­dersacher noch einmal zusammen- und zur Ordnung rief. Verbunden mit der Aufforderung, man möge einander die Hand reichen – was Svensson („McKenna hat eine Grenze überschritten“) verweigerte. Daraufhin zeig­­te Aytekin beiden die Gelbe Karte. Noch eine, und Svensson muss einmal aussetzen. „Ja“, räumte er ein, „da muss ich mir etwas einfallen lassen.“

          „Das macht es nicht besser“

          Sein Gegenüber Steffen Baumgart plädierte in der Pressekonferenz dafür, die Emotionen he­runterzufahren. Zu Svenssons Vorwurf könne er sich nicht äußern, sagte der Kölner Trainer, aber „McKenna hat mir gesagt, er habe nichts gesagt“. An der Stelle unterbrach Svensson seinen Kollegen: „Das macht es nicht besser.“

          Für Aufregung während des Spiels hatte auch Stefan Bells Foul an Anthony Modeste kurz vor der Pause beim Stand von 1:0 geführt. Die Kölner forderten vehement die Rote Karte, weil Bell letzter Mann gewesen sei, und in der Tat hätte der einige Meter entfernt stehende Hack wohl nicht mehr eingreifen können. Aytekin beließ es bei Gelb, Bells fünfter Verwarnung, womit er am Freitagabend in Stuttgart fehlen wird.

          Der Mainzer Innenverteidiger fand sein Vergehen angemessen geahndet, „weil ich glaube, dass Modeste den Ball nicht unter Kontrolle bekommt“. Im Kampf um die Kugel habe er den Stürmer zwar hart getroffen, Modeste zog sich eine Hüftprellung zu und konnte nicht weiterspielen. „Aber das war eine Art Auffahrunfall“, sagte Bell, der selbst ein ge­schwollenes Knie davontrug. Baumgart schloss sich dieser Sichtweise an. „Ich habe im ersten Moment auch an Rot ge­dacht, aber das ist es nur, wenn er nicht an den Ball kommen kann.“ Und: „Ich sehe da keine Absicht.“ Was McKenna über die Szene dachte, ist nicht be­kannt.

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