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05-Profi Jonathan Burkardt : Mainzer Wechselwirkung

  • -Aktualisiert am

Sieht seine Chance gekommen: Jonathan Burkardt Bild: dpa

Mit sieben Treffern ist Jean-Philippe Mateta noch der beste Torschützer der Mainzer. Doch zuletzt konnte er mit seiner Leistung nicht überzeugen. Dafür nutzt Jonathan Burkardt seine Chance unter dem neuen Trainer.

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          Ein Trainerwechsel, heißt es gemeinhin, beflügele zumindest kurzfristig alle Spieler, weil sie die Notwendigkeit und Chance sehen, sich zu positionieren, sich womöglich von der Tribüne oder der Ersatzbank in die Anfangself zu spielen. Für Jean-Philippe Mateta hat das in den vergangenen Wochen nicht funktioniert. Der Stürmer des FSV Mainz 05, mit sieben Saisontreffern bester Torschütze des Bundesliga-Tabellenletzten in dieser Saison, durfte nach mehreren schwachen Leistungen hintereinander im Pokalspiel gegen den VfL Bochum erst nach einer Stunde aufs Feld und beendete die Partie mit einem der peinlichsten Elfmeter der Vereinsgeschichte.

          Bundesliga

          Interimstrainer Jan Siewert ließ den Franzosen im Spiel beim FC Bayern erst von der 80. Minute an mitwirken; statt seiner stürmte Jonathan Burkardt, der auch die Führung erzielte. Und als Bo Svensson, der neue Cheftrainer, seine Mannschaft für die Begegnung mit Eintracht Frankfurt nominierte, fand sich Mateta ebenfalls nur unter den Ergänzungsspielern wieder. Eingewechselt wurde er in der 77. Minute, und falls Körpersprache immer etwas zu sagen hat, war er wenig erbaut.

          „Er verhält sich sehr professionell“

          „Ich finde schon“, sagte Svensson in der Pressekonferenz am Donnerstag auf die Frage, ob Mateta im Training eine Reaktion zeige und mit seinen Leistungen zurück in die erste Elf dränge. „Er verhält sich sehr professionell, er versucht, sich zu beweisen und zu zeigen, dass er unbedingt spielen muss.“ Auch einige positiv verlaufene Gespräche habe er mit dem 23-Jährigen geführt. „Er geht mit seiner Situation gut um“, bescheinigt der Trainer dem Angreifer, der seit seinem Hattrick beim 3:1 in Freiburg am achten Spieltag nicht nur nicht mehr getroffen, sondern meist auch nicht mehr gut gespielt hat.

          Mateta ist nicht der Einzige, dem es an wenigstens halbwegs konstanten Leistungen mangelt. Jean-Paul Boëtius, der mal geniale Pässe spielen und mal wochenlang abtauchen kann (die Tendenz zu Zweitem ist in dieser Spielzeit deutlich stärker ausgeprägt), gehört dazu. Robin Quaison, in München ein Aktivposten, gegen die Eintracht ein Ausfall, ebenso. Selbst Karim Onisiwo, eigentlich der verlässlichste Einwechselspieler der 05er, brachte seine große Qualität, das brachiale Durchsetzungsvermögen auf dem Flügel und in der Spitze, zuletzt nicht mehr zur Geltung.

          Die meisten Pluspunkte in der Offensive sammeln konnte in den jüngsten Partien Jonathan Burkardt. Zwar gelingt auch dem 20-Jährigen längst nicht alles; im Rhein-Main-Duell zum Beispiel ließ er die große Chance ungenutzt, mit dem Ausgleich eine Wende herbeizuführen. An Engagement, Leidenschaft und Körperspannung aber mangelt es dem aus dem Mainzer Nachwuchsleistungszentrum hervorgegangenen Talent nie. Das spricht auch für einen Einsatz an diesem Samstag, wenn die 05er bei Borussia Dortmund versuchen müssen, Punkte zu holen, die sie gegen Konkurrenten aus ihrer (tabellarischen) Nachbarschaft nicht geholt haben (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) .

          Klingt nach einem aussichtslosen Unterfangen. Doch als solches galten die Gastspiele beim BVB in den vergangenen Jahren auch – und zweimal kehrten die abstiegsbedrohten Rheinhessen als Sieger zurück. Am vorletzten Spieltag der Saison 2017/18 machten sie unter Sandro Schwarz mit einem 2:1-Erfolg den Klassenverbleib perfekt. Mitte Juni dieses Jahres setzten sie sich unter Achim Beierlorzer mit einem 2:0 am drittletzten Spieltag – gegen zugegebenermaßen wenig motiviert wirkende Borussen – vorentscheidend von den Abstiegsplätzen ab. Torschützen: Burkardt und Mateta.

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