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Mainz 05 : Die Weichen werden gestellt

Kann der Vorstandsvorsitzende Johannes Kaluza mit der Entscheidung leben? Bild: dpa

Exakt drei Monate nach den Neuwahlen bei Mainz 05 stehen Entscheidungen an: Der Aufsichtsrat hat beschlossen, nur einen von bis zu zwei möglichen weiteren Vorstandsposten zu besetzen. Der Kandidat soll extern gesucht werden.

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          Als Mainz 05 im Juni nach den Wahlen eines neuen Vorsitzenden und des neu geschaffenen Aufsichtsrats in eine neue Epoche der Vereinsgeschichte aufbrach, erbaten sich die Verantwortlichen die in der Politik übliche 100-Tage-Frist. Exakt drei Monate nach den Wahlen am 26. Juni hat der Fußball-Bundesligaverein aber nun bereits eine entscheidende Weiche gestellt: Künftig soll ein zusätzliches Vorstandsmitglied den kaufmännischen Bereich des Vereins verantworten, also die Themen Finanzen, Marketing, Organisation und Personal. Der Aufsichtsrat hatte diese Neubesetzung des Vorstands am Nachmittag, wie bereits zuvor von FAZ.NET berichtet, mitgeteilt. Zuvor waren noch die Mitarbeiter der Geschäftsstelle in Kenntnis gesetzt worden.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Der Aufsichtsrat hat sich vor seiner Entscheidung intensiv mit den internen Strukturen und Arbeitsabläufen des Vereins befasst. Die Geschäftsführer sind in diesen Analyseprozess mit einbezogen gewesen“, sagt Aufsichtsratschef Detlev Höhne gemäß einer Mitteilung des Klubs. Die Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit mit entsprechender Berufserfahrung habe nun begonnen, das Auswahlverfahren werde von externen Experten begleitet.

          Bislang sind der von der Mitgliederversammlung in den Vorstand gewählte ehrenamtliche Vereinsvorsitzende Johannes Kaluza sowie der vom Aufsichtsrat als Sportvorstand bestätigte Rouven Schröder im operativen Führungsgremium des Klubs. Bislang wurde davon ausgegangen, dass die laut Satzung möglichen weiteren zwei Plätze im Vorstand intern besetzt werden, als Favoriten galten der Marketingchef Dag Heydecker und Finanz-Geschäftsführer Christopher Blümlein. Der Aufsichtsrat entschied sich aber nun offenkundig für einen anderen Weg, der den beiden Geschäftsführern einen Vorgesetzten verschafft, da davon auszugehen ist, dass der Posten von außen besetzt werden wird.

          Der Aufsichtsrat nutzt durch seine Entscheidung die wichtigste Möglichkeit der Einflussnahme auf die Vereinsgeschicke, die dem Gremium zusteht: Neben der Kontrolle des Vorstands und der Bewilligung von Budgets besteht die Hauptaufgabe des Aufsichtsrats in der Besetzung der Vorstandsposten.

          Fraglich ist, ob die Entscheidung dem Vorstandsvorsitzenden Johannes Kaluza gefällt. Der von der Basis gewählte Nachfolger des „ewigen“ Präsidenten Harald Strutz soll sich intern für die beiden Geschäftsführer Heydecker und Blümlein als Vorstandskollegen ausgesprochen haben, nun muss er sich vermutlich mit einem bislang unbekannten Kollegen arrangieren.

          Dass es Defizite in der Vereinsorganisation gibt, zeigt nicht zuletzt ein Protest aus der Fanszene gegen die unzureichend kommunizierte Schließung zweier Blöcke beim Pokalspiel gegen Holstein Kiel: Der Verein  verkauft wegen des zu erwartenden geringen Interesses nur Tickets für zwei der vier Stehplatzblöcke, was die Anhänger als Ärgernis empfinden für jene, die ihren Stammplatz räumen müssen.

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