https://www.faz.net/-gtm-9gfpb

Mainz 05 : Begegnung mit dem früheren Ich

Ähnlichkeiten zwischen Mainzer und Freiburg sind unverkennbar: SC-Trainer Christian Streich geht derzeit einen Weg, den 05 früher gehen musste. Bild: Picture-Alliance

Der erlösende Sieg gegen Bremen muss bestätigt werden: Im Auswärtsspiel beim SC Freiburg muss Mainz 05 am Samstag zeigen, dass es mit klassischen eigenen Tugenden zurechtkommt.

          2 Min.

          Nach dem 2:1-Sieg gegen Werder Bremen ließ sich Sandro Schwarz in dieser Woche nicht allzu gerne auf Lobeshymnen ein. Dabei hatte seine Mannschaft so gut wie nie zuvor in dieser Spielzeit umgesetzt, was der Trainer sehen will: taktisch geschickte Defensivarbeit, gepaart mit leidenschaftlichem läuferischem Einsatz mit dem Bundesliga-Tagesbestwert von fast 124 Kilometern Laufdistanz. Dazu strategisch kluger Spielaufbau, gekrönt von der zuvor vermissten Effizienz vor des Gegners Tor. „Aber es besteht kein Grund, in Selbstzufriedenheit zu verfallen. Wir können weitere Spiele nur gewinnen, wenn wir dieselbe Bereitschaft immer wieder in die Waagschale werfen“, sagte Schwarz.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Er hatte bei diesen Worten schon den nächsten Gegner an diesem Samstag (15.30 Uhr/ live im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und Sky) im Blick: Der SC Freiburg ist für Schwarz das Vorbild in der Bundesliga bezüglich Mentalität. Die Schwarzwälder durchlaufen eine nicht ganz einfache Phase einer schleichenden Kaderveränderung. Der Verein kann sich Verstärkungen mit offensichtlichem Potential nicht leisten und muss stattdessen darauf hoffen, dass Spieler den Durchbruch schaffen, denen der Schritt zum Bundesligaspieler andernorts verwehrt blieb. Dennoch bestand der Klub in der vergangenen Spielzeit einen schwierigen Kampf gegen den Abstieg und ist auch in diese Saison passabel gestartet.

          Bundesliga

          Freiburg und Mainz sind sich in vielem ähnlich: von der Prägung als Universitätsstadt bis hin zu noch immer klassischen Vereinsstrukturen und der Wertschätzung für die eigenen Nachwuchsleistungszentren. Und doch haben sich die Klubs in den vergangenen Jahren voneinander entfernt. Mainz 05 hat mittlerweile bessere Ausgangsbedingungen auf dem Transfermarkt: Das Team hat dank einer geschickten Transferpolitik einen deutlich höheren Personaletat. Erfahrene Spieler wie Daniel Brosinski oder Danny Latza, die ihren Karrierehöhepunkt in Mainz erleben, Eigengewächse wie Kapitän Stefan Bell, den derzeit verletzten Ridle Baku und Florian Müller oder dem Torhüterstellvertreter Robin Zentner sowie eine Menge meist junger Talente aus der ganzen Welt wie dem ivorischen Nationalspieler Jean-Philippe Gbamin, dem Kameruner Pierre Kunde oder dem Niederländer Jean-Paul Boetius ergeben einen spannenden Kader.

          Die Begabungen wollen Mainz als Sprungbrett nutzen wie zuletzt der nach nur einem Jahr für 30 Millionen Euro Ablöse nach Dortmund gewechselte Abdou Diallo.

          Freiburg mit elf Deutschen in der Startelf

          Freiburg ist so geblieben, wie es Mainz 05 einmal war in Zeiten vor den jährlichen großen Transfergewinnen: Abgesehen von den Anführern wie Mike Frantz oder Nils Petersen besteht der Großteil des Kaders aus Spielern, die aus der zweiten Bundesliga nach Freiburg gewechselt sind oder andernorts beim Versuch gescheitert sind, sich in der Erstklassigkeit zu etablieren. Aus dem eigenen hochgelobten Nachwuchsleistungszentrum haben die Freiburger hingegen derzeit weniger Ertrag für die Profimannschaft als beispielsweise die Mainzer aus ihrer Talentschmiede. Vor dieser Saison hat der Klub sich immerhin die Dienste gestandener Bundesligaspieler wie Dominique Heintz oder Jérôme Gondorf gesichert, nachdem im Vorjahr manches Transferwagnis schiefgegangen war.

          Das Resultat der neuen Kaderplanung ist, dass Freiburg erstaunlicherweise in einer immer internationaleren Bundesliga bislang meist mit zehn bis elf Deutschen in der Startelf aufgelaufen ist. „Ich habe großen Respekt vor ihrer Intensität. Freiburg bringt Charakter und Willensstärke aufs Feld wie kaum ein anderes Team“, sagt Schwarz. Das Mainz 05 der Gegenwart mit größerer individueller Qualität muss also beweisen, dass es gegen das alte Ich einer Truppe mit klassischen deutschen Tugenden bestehen kann.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Tesla-Chef Elon Musk

          Elon Musk : Tesla feiert sein Überleben mit Rekordzahlen

          Elon Musk spricht vom Jahr des Durchbruchs für Tesla. Erstmals fährt der Elektroautokonzern mehr als eine Milliarde Dollar Quartalsgewinn ein. Musk erhält zur Belohnung Aktienoptionen im Wert von 176 Millionen Dollar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.