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Vereinsikone über Probleme : Scharfe Kritik von Podolski an Spitze des 1. FC Köln

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„Jeder schaut nur auf seinen Posten, so kommt mir das vor“: Lukas Podolski zur Lage des 1. FC Köln Bild: dpa

Den Bundesliga-Abstieg konnte Köln gerade noch verhindern. Im Verein herrscht dennoch viel Unruhe. Nun meldet sich Vereinsikone Lukas Podolski zu Wort und nimmt die Verantwortlichen ins Visier.

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          Für Vereinsikone Lukas Podolski sind die Probleme beim Fußball-Bundesligaverein 1. FC Köln weitgehend hausgemacht. In einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger und Express übte der Weltmeister von 2014 scharfe Kritik an der Klubspitze. Aus Sicht des Weltmeisters von 2014 droht den Rheinländern trotz des Ende Mai über die Relegation noch gesicherten Klassenerhalts ohne eine Kursänderung ein weiterer Niedergang.

          Bundesliga

          „Das FC-Gefühl, die geballte Power, die dieser Traditionsklub hat, ist leider verloren gegangen. Auch jetzt gibt es wieder Chaos, Unruhe. Man hat das Gefühl, es gibt kein Miteinander. Jeder schaut nur auf seinen Posten, so kommt mir das vor. Wenn es so weitergeht, kann es schnell mit Vollspeed bergab gehen“, mahnte Podolski.

          Indiz für mangelnde Führung ist für den 36-Jährigen die geringe Präsenz der FC-Spitze in den Wochen des zurückliegenden Abstiegskampfes gewesen. „Es wirkt auf mich so, als säßen sie in einer Dunkelkammer und würden versuchen, den Verein von dort aus zu leiten“, meinte der ehemalige FC-Stürmerstar.

          Podolski überlegt Einstieg beim FC

          Der Rauswurf von Sport-Geschäftsführer Horst Heldt einen Tag nach dem Relegations-Erfolg der Mannschaft von Übergangs-Trainer Friedhelm Funkel gegen den Zweitligaverein Holstein kann für Podolski bestenfalls der Anfang von Aufräumarbeiten rund ums Geißbockheim gewesen sein: „Er hat in seiner Zeit nicht viel bewirken können. Es wäre aber viel zu einfach, ihn jetzt als alleiniges Bauernopfer nach vorne zu schieben. Viele zeigen mit dem Finger auf Horst Heldt, dabei gibt es noch jede Menge andere Großbaustellen im Verein.“

          Mittelfristig spielt Podolski weiterhin mit dem Gedanken an einen Einstieg in die FC-Führung. Nach seinem von Misstönen begleiteten Abschied vom türkischen Erstligisten Antalyaspor will der 130-malige Nationalspieler zwar noch „ein zwei Jahre spielen. Aber wenn es sich ergibt, mit den richtigen Leuten zusammenzuarbeiten, kann ich mir schon vorstellen, stärker eingebunden zu werden. Das müssen aber auch alle wollen“.

          Entsprechende Gespräche müssen nach Podolskis Darstellung deutlich seriöser als bei einem ersten Annäherungsversuch Anfang 2020 verlaufen. Seit dem damaligen Meinungsaustausch hat Podolskis Aussagen zufolge entgegen einer anderslautender Vereinsankündigung „null, nix“ an weiteren Gesprächen stattgefunden: „Es ging offenbar nur darum, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass das Gespräch einmal geführt wurde. Dann wurde da ein Haken dran gemacht.“

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