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Ärger bei Borussia Dortmund : „Der größte Skandal der Fußball-Geschichte“

Die Dortmunder waren nicht einverstanden mit den Entscheidungen von Schiedsrichter Felix Zwayer. Bild: AP

Durch das Drama im Derby sinkt die Dortmunder Chance auf den Titel rapide. Nach dem 2:4 gegen Schalke redet sich der BVB-Trainer in Rage. Dabei geht es aber nicht um die zwei Roten Karten.

          Lucien Favre saß äußerlich ganz ruhig auf seinem Stuhl im Pressekonferenz-Raum im Dortmunder Stadion. Doch innerlich brodelte der 61 Jahre alte Schweizer Trainer. Durch die dramatische 2:4-Niederlage im Derby gegen Schalke 04 hatte sein BVB soeben am 31. Bundesliga-Spieltag einen herben Rückschlag im Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft erlitten. Zunächst rekapitulierte Favre den Spielverlauf: 1:0, 1:1, 1:2, 1:3, 2:3 und 2:4. „Der Titel ist verspielt, das ist klar für mich“, sagte er schließlich und meinte, dass der BVB nun keine Chance mehr habe, am Ende der Saison die Meisterschale zu gewinnen. „Das ist sehr schwer zu akzeptieren und zu verdauen.“

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Dann aber brach der ganze Ärger, der sich in Favre aufgestaut hatte, richtig heraus. Es war eine Eruption, die durchaus zu erwarten war – schließlich äußerte er sich kurz zuvor ähnlich bei den TV-Sendern ARD und Sky – und nichts damit zu tun hatte, dass die Borussia ausgerechnet gegen den königsblauen Erzrivalen den wohl entscheidenden Punktverlust im Titelrennen mit dem FC Bayern erlitten hatte. Vielmehr redete sich Favre in Rage ob des Handelfmeters, der zum 1:1 in der 18. Minute geführt hatte.

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          Nach einem Schuss des Schalker Angreifers Breel Embolo bekam BVB-Verteidiger Julian Weigl den Ball aus kurzer Distanz an den linken Arm. Das Spiel lief zunächst weiter, ehe Schiedsrichter Felix Zwayer ein Signal seines Video-Assistenten Guido Winkmann bekam. Er sah sich die Szene auf dem Bildschirm an der Seitenlinie an und entschied auf Elfmeter, den Daniel Caligiuri verwandelte. Favre verstand die Fußball-Welt nicht mehr. „Diese Regel ist so lächerlich, das ist der größte Skandal in der Fußball-Geschichte“, schimpfte er. „Wer diese Regel erfunden hat, hat keine Ahnung von Fußball und nicht eine Sekunde gespielt. Das ist ein großer Skandal, das hat nichts zu tun mit Fußball. Niemand weiß, wer das erfunden hat. Woher kommt das? Und warum? Das (sein Ärger, Anmerkung der Redaktion) hat nichts zu tun mit dem Elfmeter von heute. Der Fußball macht sich sehr, sehr lächerlich.“

          Es ist nicht das erste Mal, dass Favre beim Thema Handspiel im Fußball emotional reagiert. Im März hatte Dortmund beim 3:2-Sieg in Berlin einen Elfmeter gegen sich bekommen – kurioserweise wie am Samstag ebenfalls nach einer Aktion von Weigl, der den Ball an den Arm bekam. Damals schon polterte Favre: „Diese Regel ist dumm, dumm, dumm. Das ist eine Schande. Das kann kein Fußballer akzeptieren. Ein Skandal nach dem anderen. Keiner versteht das.“

          Im Gegensatz zu anderen Unparteiischen stellte sich Zwayer im Anschluss den Fragen – und verteidigte seine Entscheidung. „Der Arm ist auf Schulterhöhe waagrecht abgespreizt. Das ist eine Vergrößerung der Körperfläche. Damit wird der Ball abgeblockt. Insofern ist das nach aktueller Auslegung ein strafbares Handspiel. International und in Deutschland besteht diese Auslegung seit Saisonbeginn. Es soll immer so gehandhabt werden. Fehler passieren auch uns Schiedsrichtern. Aber in dem Fall ist es sehr eindeutig nach Ansicht der Fernsehbilder. Der Arm ist abgespreizt, die Auslegung sagt eindeutig, dass es die unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche und somit ein strafbares Handspiel ist“, sagte der Schiedsrichter. „Ich mache die Regeln nicht. Wenn Fußball-Experten mit dieser Regel nicht einverstanden sind, ist es deren Recht. Wir Schiedsrichter sind dann aber die ärmsten Schweine. Wir setzen das Regelwerk um.“

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