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Ärger bei Borussia Dortmund : „Der größte Skandal der Fußball-Geschichte“

War es das mit den Meisterschaftschancen: „Ja, klar“, meint BVB-Trainer Favre Bilderstrecke

Noch ein Aspekt des 1:1 erregte den Ärger Favres. Jadon Sancho sei zu dem Zeitpunkt „nicht auf seiner Position“ gewesen. Vielmehr stand der begehrte Engländer, der laut Sportdirektor Michael Zorc auch in der kommenden Saison sicher beim BVB spielen wird, an der Seite und musste sich behandeln lassen. Nach dem 1:0 von Mario Götze (14.) war er beim Jubel vor dem Schalker Fanblock von einem Feuerzeug am Kopf getroffen worden. Nun wird gar wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Es sei Strafanzeige gestellt worden, erklärte ein Polizeisprecher am Abend in Dortmund.

Nach den Toren von Götze und Caligiuri drehte Salif Sané die Partie mit einem Kopfball für Schalke (28.). Wieder Caligiuri erhöhte mit einem sehenswerten Freistoß auf 3:1 (62.), ehe Axel Witsel für Dortmunder Hoffnung sorgte (84.), bis Embolo den Endstand erzielte (86.). Zu diesem Zeitpunkt war der BVB nur noch mit neun Spielern auf dem Rasen. Kapitän Marco Reus (60.) und Marius Wolf (65.) hatten jeweils nach Grätschen von hinten in die Fersen des Schalkers Suat Serdar die Rote Karte gesehen. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte Favre. In der Tat hatte Dortmund in dieser Saison erst eine Rote Karte bekommen. Abwehrmann Abdou Diallo sah sie beim Hinrunden-Duell mit Hoffenheim – eine strittige Entscheidung.

Die Platzverweise von Reus und Wolf, die mindestens in den nächsten beiden Spielen in Bremen und gegen Düsseldorf fehlen dürften, indes waren korrekt, das wollte auch Favre nicht in Frage stellen. Vielmehr sagte er: „Das müssen wir vermeiden.“ Auch Reus war einsichtig: „Wir brauchen nicht darüber reden, dass es eine Rote Karte war. Ich komme einen Schritt zu spät. Wer mich kennt, weiß, dass ich niemals den Gegner verletzen möchte. Ich wollte zum Ball gehen, er macht einen Zwischenschritt und ich treffe ihn an der Achillessehne.“

Das bewerte auch Schiedsrichter Zwayer so: „Ich bin total überzeugt, dass Marco Reus versucht hat, den Ball zu spielen. Das ist ihm aber nicht gelungen. Am Ende haben wir zu beurteilen, was passiert, und nicht, was die Absicht ist. Ein gestrecktes Bein auf die Achillessehne mit offener Sohle ist eine Gesundheitsgefährdung, und damit ist die Entscheidung klar.“ Und warum sah der Schalker Weston McKennie für sein ähnliches Einsteigen gegen Axel Witsel nur Gelb? Der Unterschied sei gewesen, so, Zwayer, dass McKennie von der Seite einstieg. „Diese Abgrenzung ist deutlich da. Auch das ist ein rücksichtsloses Einsteigen, aber kein brutales Spiel.“

Der Dortmunder Blick geht nun nach Nürnberg. Siegt der FC Bayern dort an diesem Sonntag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky), wächst der Vorsprung des Spitzenreiters bei drei verbleibenden Spieltagen auf vier Punkte. Große Hoffnungen auf einen Coup der Franken, die gegen den Abstieg kämpfen, gibt es nicht. „Es kann sich doch jeder denken, wie es ausgeht. Wir sind ja alle keine Träumer. Oder?“, sagte Sportdirektor Zorc. Lizenzspielerchef Sebastian Kehl versprühte eine kleine Brise Optimismus: „Ich möchte den Glauben und die Hoffnung nicht aufgeben und nicht die weiße Flagge hissen. Das Ding ist noch nicht durch.“ Und auch Reus will noch den Sonntag abwarten: „Solange wir unsere Spiele nicht gewinnen, ist es schwierig, die Bayern einzuholen. Wenn es morgen weiter ein Punkt ist, ist es weiter offen. Aber das ist rein hypothetisch.“

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