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Lucas Hernández : Die Probleme eines Weltmeisters beim FC Bayern

  • Aktualisiert am

Oft stand Weltmeister Lucas Hernández für den FC Bayern noch nicht auf dem Rasen. Bild: Picture-Alliance

Kein Spieler der Bundesliga war je teurer als Lucas Hernández. Für 80 Millionen Euro kam er nach München. Dennoch spielt der Weltmeister beim FC Bayern nur eine Nebenrolle. Dafür gibt es mehrere Gründe.

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          80 Millionen Euro zahlte Bayern München für Lucas Hernández, so teuer war noch kein Spieler der Fußball-Bundesliga. Die Erwartungen in den Weltmeister waren riesig. Und jetzt? Knapp zehn Monate nach seinem Rekordtransfer besetzt der hochgelobte Franzose beim deutschen Fußball-Rekordmeister nur eine kleine Nebenrolle. Eine Verbesserung der Lage ist für Hernández kurzfristig eher nicht in Sicht.

          Bundesliga

          Auch beim Liga-Restart bei Union Berlin (2:0) hatte Trainer Hansi Flick auf seine nun schon länger bewährte Defensivreihe mit Benjamin Pavard, Jerome Boateng, David Alaba und Alphonso Davies gesetzt. „Die Situation aktuell war so, dass das Vertrauen in die Viererkette da ist. Man braucht eine gewisse Stabilität nach dieser langen Pause“, sagte Flick. Zumal die Reihe wettbewerbsübergreifend seit fünf Spielen die Null hält.

          Für Hernández ist da eben kein Platz – weder in der Innenverteidigung, in der Boateng wieder eine feste Größe ist, noch auf der linken Abwehrseite, auf der sich Davies seit Monaten in den Vordergrund spielt. Immerhin machte Flick dem Nationalspieler leise Hoffnungen. „Lucas ist ein Spieler mit sehr, sehr viel Herz. Wir habe noch acht Spiele jetzt, wichtige Spiele. Da wird er auch mit Sicherheit für uns seinen Dienst leisten“, sagte der Bayern-Coach.

          Auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic will Hernández, der bis Mitte 2024 in München unter Vertrag steht, noch längst nicht abschreiben. „Lucas hat die Qualität und den Willen, aus so einer Situation gestärkt hervorzugehen. Wir sind überzeugt, dass er unserer Mannschaft noch sehr helfen wird“, sagte er unlängst der Sport Bild. Immerhin hatte Salihamidzic den Verteidiger von Atlético Madrid bei dessen Vorstellung im vergangenen Sommer als „einen der besten Defensivspieler der Welt“ angepriesen.

          Doch diesen Nachweis konnte Hernández bislang noch nicht erbringen, zumal der 24-Jährige monatelang wegen eines Innenbandrisses im Sprunggelenk ausfiel. Als Hernández dann zu Beginn des neuen Jahres wieder fit war, hatte sich Flick schon auf anderes Personal festgelegt. So blieben Hernández seitdem in neun möglichen Spielen gerade einmal fünf Kurzeinsätze. Dreimal, wie am Sonntag auch bei Union, saß er 90 Minuten auf der Bank. Nur einmal durfte er für 90 Minuten ran, erwies sich beim 3:2 in Paderborn aber als Wackelkandidat.

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          Und die Zukunft bei den Bayern schaut für Hernández nicht gerade rosig aus. Davies hat unlängst verlängert, Niklas Süle steht nach einem Kreuzbandriss vor dem Comeback – und selbst der lange Zeit verschmähte Boateng kann sich dank Flick plötzlich wieder eine weitere Zusammenarbeit mit den Bayern vorstellen. Da bleiben Gerüchte nicht aus. Zuletzt war aus Frankreich kolportiert worden, dass angeblich Real Madrid Interesse an Hernández haben soll. Trainer Zinedine Zidane habe schon Kontakt aufgenommen, hieß es.

          Die Bayern aber denken nicht an einen Transfer – zumindest noch nicht. Sie hoffen, dass ihr Rekordeinkauf Hernández wie geplant eine Hauptrolle im Team übernimmt. Oder wie es Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge formulierte: Hernández solle in München die „Tradition herausragender französischer Spieler fortschreiben“.

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