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Infizierter Bundesligaspieler : „Das ist völliger Schwachsinn“

Luca Kilian ist der erste Spieler der Fußball-Bundesliga, bei dem das Coronavirus diagnostiziert wurde. Bild: Picture-Alliance

Luca Kilian ist der erste mit Corona infizierte Bundesligaspieler. Erst ging es ihm noch gut. Nun berichtet er, wie sich sein Zustand immer weiter verschlechterte. Und er hat einen eindringlichen Appell parat.

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          Von der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 betroffene Sportler haben davor gewarnt, die Folgen einer Infizierung zu unterschätzen. So schrieb der 31 Jahre alte Olympiasieger im Schwimmen Cameron van der Burgh aus Südafrika am Sonntagabend bei Twitter: „Ich kämpfe seit 14 Tagen mit Covid-19. Mit Abstand das schlimmste Virus, das ich ertragen musste, obwohl ich ein gesunder Mensch (Nichtraucher/Sport) mit starken Lungen bin, gesund lebe und jung bin (am geringsten betroffene Risikogruppe). Obwohl die schlimmsten Symptome abgeklungen sind (extremes Fieber), kämpfe ich weiter gegen ernsthafte Erschöpfung und einen festsitzenden Husten, den ich nicht loswerde. Nach jeder körperlichen Aktivität bin ich stundenlang erschöpft.

          Der Verlust der körperlichen Fitness ist immens, und ich kann nur mit Athleten mitfühlen, die an Covid-19 erkranken, weil sie im letzten Trainingszyklus einen großen Formverlust erleiden werden. Am schlimmsten ist eine Infizierung kurz vor dem Wettkampf. Sportler werden weitertrainieren, weil es noch keine Klarheit hinsichtlich der Olympischen Spiele gibt und sich einem unnötigen Risiko aussetzen. Wer sich ansteckt, wird schnellstens mit dem Training wieder beginnen, wodurch voraussichtlich der Verlauf/die Erholungszeit erschwert wird. Bitte, passt auf Euch auf. Die Gesundheit geht vor – Covid-19 ist kein Witz!“

          Luca Kilian, Fußball-Profi beim SC Paderborn, sagte dem „Westfalen-Blatt“, die Krankheit klinge bei ihm ab. Er habe unter Fieber, Schüttelfrost und Zitterattacken gelitten, erst nach vier Tagen seien die schlimmsten Symptome abgeklungen. Ähnlich wie van der Burgh warnte er davor, die Infektion als junger und nicht von Vorerkrankungen betroffener Mensch zu unterschätzen: „Mit dieser Krankheit ist nicht zu spaßen, und wir sollten erst wieder spielen, wenn die Gefahr gebannt ist“, sagte der 20-Jährige.

          Auch appellierte er an die Allgemeinheit: „Nehmt die Anweisungen der Politiker und Ärzte ernst. Haltet Abstand, haltet die Hygienevorschriften ein und geht nicht auf Corona-Partys, das ist völliger Schwachsinn. Bleibt jetzt einfach mal für ein paar Wochen mit dem Hintern zu Hause und kauft auch nur das Nötigste ein. Sonst werden wir keine Chance haben, das Virus einzudämmen. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Ich bin Sportler und fit, hatte aber sehr schwer mit dem Virus zu kämpfen. Für Menschen mit Vorerkrankungen kann das deshalb lebensbedrohlich sein.“ Seine Covid-19-Erkrankung war der erste bekannte Fall eines Bundesliga-Profis und hatte zur Absage des 26. Spieltags und der Einstellung des Spielbetriebs geführt.

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