https://www.faz.net/-gtm-9153a

2:0 in Bremen : Bayern geduldig, Thomas Müller ungeduldig

  • -Aktualisiert am

Wieder auf Torjägerkanonenkurs: Robert Lewandowski trifft doppelt in Bremen Bild: AFP

Das gleiche Spiel wie so oft: 70 Minuten lang hält Werder die Partie offen. Dann aber trifft Robert Lewandowski und die Bayern gewinnen problemlos. Nur Thomas Müller äußert Unzufriedenheit mit seiner Reservistenrolle.

          2 Min.

          Man hätte Lamine Sané bedenkenlos die Note 1 geben können, wäre diese Partie in der 72.Minute beendet worden. Werders langer Innenverteidiger deckte Robert Lewandowski regelrecht zu. Aber eben nur bis 18 Minuten vor dem Ende. Einmal mit der Hacke, einmal mit schönem Flachschuss – zweimal war Lewandowski vor Sané da und entschied diese Partie. Die Treffer des Polen in der 72. und 75. Minute ließen Bayern München am Ende entspannt 2:0 in Bremen gewinnen – es war das 16. Pflichtspiel ohne Niederlage gegen Werder.

          Geduldig und selbstsicher blieb Trainer Carlo Ancelottis Team über die gesamte Spielzeit; das genügte in Tateinheit mit Lewandowskis Klasse, um an der Weser zu siegen. Die Bremer sind noch ohne Punkt und verpassten es, sich für eine lange Zeit konzentrierte Leistung zu belohnen.

          Bilderstrecke

          Arjen Robben schafft es in jedem fremden Stadion, sehr schnell zur Zielscheibe der Heim-Fans zu werden. Eine halbe Schwalbe, ein paar Gesten in Richtung Schiedsrichter – und schon pfiff der grünweiße Teil des Weserstadions auf den Niederländer. Im ersten Einsatz nach seiner Wadenverletzung war es aber eben auch dieser Robben, der die beste Bayern-Chance der ersten Halbzeit hatte. Der muntere Franck Ribéry flankte, Robben kam mit dem Kopf an den Ball, aber das Spielgerät segelte am Tor vorbei. Das war die 38. Minute, und der FC Bayern hatte neben einer Menge Ballbesitz nicht viel vorzuweisen gegen kampfstarke Bremer – die sich ihrerseits ganz aufs Abwehren verlegt hatten. Es fehlten Tempo, Brillanz und der letzte Wille, den Ball über die Linie zu drücken.

          Werder setzt auf Konter

          So richtig bis ins Detail abgestimmt wirkte das Bayern-Spiel auch nicht – das allerdings wäre Ende August auch viel verlangt. Werder hatte, wie zu erwarten war, ganz auf die Karte Konter gesetzt. Das lief einigermaßen, aber die Bayern waren wach im Mittelfeld, und die Bremer versuchten es auch nicht mit aller Macht.

          Bundesliga-Tippspiel 2017/2018
          Bundesliga-Tippspiel 2017/2018

          Jetzt anmelden und gewinnen

          Trotz dieser Unterlegenheit hatte auch Bremern seine Chance, eine einzige, aber dafür eine doppelte – erst schoss Kapitän Thomas Delaney den kurz vor der Linie stehenden Mats Hummels an, dann war es der schwedische Zugang aus Kopenhagen, Ludwig Augustinsson, der an den Ball kam und Bayerns Neuen, Corentin Tolisso traf. Viele Möglichkeiten dieses Kalibers bekommt man gegen den Meister nicht. Allerdings hatten die Bayern auch schon Niklas Süles Kopfball zu verzeichnen, der die Latte streichelte (7. Minute). Der neue Tscheche im Bremer Tor, Jiri Pavlenka, hatte die Szene durch eine missglückte Faustabwehr erst brenzlig werden lassen.

          Trainer Ancelotti hatte überraschend Thomas Müller auf der Bank gelassen. Damit setzte sich ein Dauerthema der vergangenen Saison fort. Ancelotti scheint wirklich nicht besonders viel von Müller zu halten. Ob sich der beliebte Nationalstürmer das ewig gefallen lässt? Schon beim 3:1-Startsieg gegen Leverkusen hatte Müller ja nur 61 Minuten spielen dürfen, ehe er für Robben Platz machte. Dieser startete diesmal, Thiago war zudem für Sebastian Rudy im Einsatz. In der 70. Minute kam dann Müller, vorher hatte Ancelotti schon Coman eingewechselt. „Ich weiß nicht genau, welche Qualitäten der Trainer sehen will, aber meine sind scheinbar nicht hundertprozentig gefragt", sagte Müller nach der Partie vieldeutig.

          Eine bessere Mannschaft als in der titelmageren Vorsaison hatte Ancelotti versprochen. Allerdings mit dem Zusatz: „Wenn alle fit sind.“ Auf James, Bernat und Boateng muss Ancelotti fürs Erste noch verzichten. Wieder dabei ist Torwart Manuel Neuer nach seiner viermonatigen Verletzungspause. Er verlebte einen geruhsamen Nachmittag.

          Die Bremer wollten und sollten mutig spielen. Tatsächlich kam Werder ein paar Mal in Bayerns Hälfte, meist war Max Kruse der Antreiber, doch gefährlich vor Neuers Tor kamen die Bremer nicht – dafür rückten sie zu vorsichtig nach oder spielten den letzten Ball zu schlampig. Als die Bayern ohne Robben weniger ausrechenbar wurden, fand Coman von rechts Lewandowski, und das Spiel nahm den erwartbaren Verlauf.

          Weitere Themen

          Die Eintracht begeistert wieder

          3:0 gegen Leverkusen : Die Eintracht begeistert wieder

          In einer mitreißenden Partie bezwingen die Frankfurter Leverkusen 3:0. Die Tore erzielen Paciencia und Dost. Rönnow hält den Sieg fest. Bayer verpasst die Tabellenführung.

          Topmeldungen

          Trump und die Republikaner : Ein Ende der blinden Gefolgsamkeit?

          Nach wie vor steht die breite Mehrheit der Republikaner hinter Donald Trump. Doch einzelne Republikaner erwägen bereits, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Amerikas Präsidenten zu unterstützen. Sie bewegen sich dabei auf einem schmalen Grat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.