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Fußball-Kommentar : Zum Glück ist Völler stur

  • -Aktualisiert am

Hört nicht auf das Geheul der anderen: Rudi Völler Bild: dpa

Plötzlich spielt Leverkusen begeisternden Fußball. Dabei hätte nicht viel gefehlt, und Herrlichs Zeit als Trainer wäre abgelaufen. Gut für ihn, dass Völler nicht auf Einflüsterer hört.

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          Der Fußballtrainer und Hobby-Philosoph Hans Meyer hatte es einst auf den Punkt gebracht. „In schöner Regelmäßigkeit ist Fußball doch immer das Gleiche“, sagte er und schaffte es mit diesem Bonmot zum Fußballspruch des Jahres 2007. Vereinskrisen, unberechtigte Elfmeter, Diskussionen über Abseitsstellungen und Handspiele, Fan-Ausschreitungen, Schwalben, Trainerentlassungen, Spieler-Suspendierungen – na klar, hat es alles schon gegeben, wird es auch immer geben. Und doch passieren immer noch Dinge, die man schon allein deshalb gänzlich hätte ausschließen mögen, weil sie komplett unwahrscheinlich schienen: Das plötzliche Erwachen von Bayer Leverkusen beispielsweise.

          Vor einer Woche deutete noch alles darauf hin, dass die Tage von Trainer Heiko Herrlich unterm Bayer-Kreuz gezählt sind. Irgendwie schien seine hochtalentierte Mannschaft die Kurve nicht zu bekommen. Erst hatte sie den Saisonstart gehörig verpatzt, und als sie dann am sechsten Spieltag nach einer mitreißenden Leistung 2:0 gegen Borussia Dortmund führte und doch noch 2:4 verlor, war es stetig bergab gegangen. Nun ist Rudi Völler, der Leverkusener Geschäftsführer, bekannt dafür, einigermaßen stur zu sein, was vielleicht ein Glück für Heiko Herrlich war und letztlich möglicherweise auch für Bayer sein könnte. Denn der Verdacht lag nahe, dass Völler vor allem deshalb weiter an seinem Trainer festhielt, weil ihm alle einredeten, dass dies der sichere Weg sei, alle Saisonziele zu verpassen.

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