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Leverkusen-Stürmer Volland : „Ey, ich hab’s doch nicht verlernt“

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Kevin Volland (links) ist wieder in Form bei Bayer Leverkusen. Bild: BABANI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Seinen Platz im DFB-Kader hat Kevin Volland verloren. Den Traum von der WM-Teilnahme hat er aber noch nicht aufgegeben. Vor allem von einem Kollegen profitiert er derzeit in Leverkusen.

          In ein paar Wochen wird für Kevin Volland vermutlich wieder eine Eiszeit anbrechen, zumindest für einen Tag. Wenn der Termindruck nachlässt, spielt der Fußballprofi von Bayer 04 Leverkusen ab und an Eishockey. Einmal im Jahr, meistens um die Weihnachtszeit, mietet seine Familie eine Eisfläche, und dann dreht sich alles um die kleine schwarze Scheibe statt um den Ball. „Das macht richtig Bock“, sagt Volland. Kein Wunder, sein Vater Andreas Volland war Eishockeyprofi und sogar Nationalspieler. Auch der Junior sauste als Kind auf Kufen über zugefrorene Seen in Bayern und über die Eisfläche des Traditionsklubs EV Füssen, bis er sich letztlich doch für den Fußball entschied, der sein Beruf wurde. Nach seinem Wechsel von Hoffenheim nach Leverkusen bewegte Volland sich mit dem Ball am Fuß jedoch auf dünnem Eis. Die Mannschaft funktionierte nicht und musste am Ende sogar gegen den Abstieg kämpfen; der hoch gehandelte Stürmer funktionierte auch nicht.

          Zwanzig Millionen Euro Ablöse waren für einen Wechsel innerhalb der Bundesliga ein stattlicher Betrag in einer Zeit, in der die Transfersummen anfingen, international noch ganz andere Dimensionen anzunehmen. Volland vermochte die damit verknüpften Erwartungen nicht zu erfüllen. Das erste Jahr in Leverkusen war zum Vergessen – für den Klub und für dessen teuersten Angreifer. Auch die zweite Saison begann holprig, doch die „Werkself“ hat sich offenbar gefangen. Vor dem Heimspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) gegen den Meisterschaftszweiten des Vorjahres, Rasenballsport Leipzig, sind die europäischen Startplätze wieder in Reichweite; jene Tabellenregion also, in der Leverkusen über Jahre hinweg einen Stammplatz hatte. „Wir wollen unter die Top sechs, das ist klar“, sagt Volland.

          Inzwischen ist das wieder ein Wunsch, der realistische Züge trägt. Das liegt vor allem an der Offensive – und an deren erfolgreichstem Protagonisten. Von den beiden Führenden der Torschützenliste, Robert Lewandowski (Bayern München/11) und Pierre-Emerick Aubameyang (Borussia Dortmund/10) ist Volland zwar noch ein gutes Stück entfernt, aber er hat sechs Tore geschossen, ebenso viele wie der hochgelobte Leipziger Nationalspieler Timo Werner. Damit steht er inzwischen für die Hauptstärke der Leverkusener, die traditionell mehr durch ihre Angriffslust als durch ihr Abwehrverhalten auffallen. Vor dem zwölften Spieltag haben nur Dortmund und Bayern mehr Tore erzielt als die Rheinländer.

          In der ersten Saison unter dem Bayer-Kreuz war es eine Krux gewesen für Volland. Das schlechte Jahr hat ihn auch seinen Platz im Aufgebot der Nationalmannschaft gekostet; in der Gunst des Bundestrainers sind Spieler wie Lars Stindl von Borussia Mönchengladbach und auch Sandro Wagner aus Hoffenheim an ihm vorbeigezogen. Dennoch hat Volland die im kommenden Jahr anstehende Weltmeisterschaft als Ziel noch nicht abgehakt. Natürlich wäre er zu gern wieder einer von Joachim Löws Auserwählten, aber ihm ist nicht entgangen, dass er an Boden verloren hat. „Ich bin Realist genug zu wissen, dass ich erst mal hier im Verein Leistung abliefern muss, um auch bei der Nationalmannschaft dabei zu sein.“

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